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"REACh kommt", am 30.11.2006 in der IHK Siegen

Seit Jahren in der Diskussion, jetzt wird es langsam ernst. REACh, die Verordnung zur Neuregelung der europäischen Chemikalienpolitik, kommt und wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte in Kraft treten. Damit ändert sich das europäische Chemikalienrecht grundlegend. Die IHK Siegen informierte kürzlich im Rahmen einer Infoveranstaltung unter dem Motto „REACh kommt – Wie Unternehmen die Herausforderung annehmen und sich vorbereiten können!“

REACh (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) wendet sich nicht nur an die Hersteller und Importeure von Chemikalien, sondern trifft erstmals auch deren Anwender. Dies hat für die Wirtschaft spürbare Auswirkungen. So dürfen Chemikalien in Zukunft nur noch in Verkehr gebracht beziehungsweise in der Wertschöpfungskette eingesetzt werden, wenn ein Stoff registriert ist. In wieweit sich Stoffangebote, Produkte und Prozesse in der Industrie verändern könnten und welche Stoffe registriert und zugelassen werden müssen, machte Dr. Carsten Bloch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in seinem Vortrag deutlich. Anschließend erläuterte Dr. Michael Urban von der TechniData BCS GmbH (Mühlheim) welche Auswirkungen REACh auf die Anwender hat und wie diese ihre Betroffenheit feststellen können.

Einen eindrucksvollen Einblick in die Praxis gab Dr. Frank Gahlmann. Als Chemiker der STAUF Klebstoffwerk GmbH in Wilnsdorf hat er die Produktentwicklung fest im Blick und damit natürlich auch die neue Chemikalienverordnung. „Natürlich müssen wir mit dem Verlust von Lieferquellen rechnen“, so Gahlmann. „In so einem Fall sind wir gezwungen, Ersatzstoffe, Ersatzformulierungen oder Ersatzverfahren zu suchen, was natürlich mit zusätzlichen Entwicklungskosten, längeren Entwicklungszeiten und Auswirkungen auf die Fertigungsprozesse verbunden ist.“ Hilfe bietet in vielen Fällen eine neue Internetplattform des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie Nordrhein-Westfalen, die von Dr. Hanny Nover vorgestellt wurde. „REACh-Net“ ist ein so genanntes selbstlernendes Service- und Wissensmanagement-System. Via Internet vernetzte Experten beantworten schnell und kompetent Standard- wie auch Spezialfragen. Gleichzeitig steht den Ratsuchenden eine umfangreiche Wissensdatenbank zur Verfügung.

„Fest steht, dass die potentiell betroffenen Unternehmen schon jetzt damit beginnen müssen, sich auf REACh und seine Auswirkungen vorzubereiten“, so Roger Schmidt, Innovations- und Umweltberater der IHK Siegen. „Die betroffenen Betriebe sollten zuerst im Unternehmen vorhandene beziehungsweise eingesetzte Stoffe erfassen und die betriebsinternen Stoffflüsse grob analysieren.“

Vorträge der Veranstaltung

 

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