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DIHK-Unternehmensbarometer „Die Auswirkungen der Finanzkrise aus der Sicht der Unternehmen“
Angesichts der jüngsten Entwicklungen auf den Kapitalmärkten hat der DIHK in der vergangenen Woche eine Umfrage bei 1200 Unternehmen durchgeführt. Danach haben sich die Geschäftsaussichten sowie die Pläne der Unternehmen merklich verschlechtert. Zum einen sehen die Unternehmen die Absatzaussichten im Inland nach wie vor mit großer Skepsis. Zum anderen haben sich binnen weniger Wochen viele Exporthoffnungen für wichtige Absatzregionen der deutschen Wirtschaft zerschlagen. Der DIHK senkt deshalb seine Wachstumsprognose für 2009 auf minus 0,5 Prozent.
Weitere wichtige Ergebnisse:
- Die Kreditversorgung der Unternehmen ist intakt – nur sechs Prozent berichten von Kreditablehnungen. Die Ablehnungsquote hat sich binnen weniger Wochen gleichwohl erhöht.
- Mittelständler sind bei ihrer Bank gefragt. Kleine und große Unternehmen sind eher von Ablehnungen betroffen.
- Die Kreditkonditionen haben sich bei 28 Prozent der Unternehmen verschlechtert – insbesondere bei Zinsen und Anforderungen an Sicherheiten.
- Eine Finanzmarktregulierung ohne Augenmaß würde letztlich die Finanzierungskosten für alle Unternehmen erhöhen.
- Der deutschen Wirtschaft droht trotz Rezession keine ausgeprägte Wirtschaftskrise.
- Die Eintrübung der Konjunktur erfolgt über das Exportgeschäft – insbesondere in die USA und mit der EU-15. Weiterhin Optimismus besteht beim Export in die neuen EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas sowie – allerdings deutlich abgeschwächt – in Schwellenländer.
- Die meisten Unternehmer sorgt das eigene Bild weniger als der Schaden für die gesamte Gesellschaft in Form eines Vertrauensverlustes in die Soziale Marktwirtschaft.
- Vermeintlich einfache Lösungsansätze zur Beseitigung der Krise gefährden die Grundfesten der Sozialen Marktwirtschaft. Eine Rückbesinnung auf diese ist von allen Seiten gefordert.
- Die Unternehmen erteilen einer stärkeren Rolle des Staates eine klare Absage. Der Staat ist in seinen Kernaufgaben Bildung, Forschung und Infrastruktur gefordert und sollte sich auf diese konzentrieren.
- Mit Strukturmaßnahmen wie dem Vorziehen der steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge in das Jahr 2009 oder eine rasche Anpassung der Einkommensbesteuerung an die Preissteigerungen sollte der Staat kurzfristige Impulse setzen und langfristiges Wachstumspotenzial sowie damit verbesserte Absatzperspektiven im Inland schaffen.
