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Aktuelle Meldung

Nr. 017 - Konjunktursonne strahlt über dem IHK-Bezirk Siegen
IHK legt Konjunkturbericht vor

04.02.2011 13:57

Nach dem unerwartet schnellen Aufstieg aus der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahrzehnte strahlt die Konjunktursonne am Jahresbeginn 2011 über fast allen Wirtschaftszweigen und Branchen im IHK-Bezirk Siegen. Die Unternehmen gehen deshalb voller Zuversicht in das neue Jahr. Die Verluste der Krisenmonate sind zwar noch nicht alle wieder ausgeglichen. Alle Zeichen deuten aber auf eine stabile weitere Entwicklung hin. Getragen von einem florierenden Export erholen sich zusehends auch die Inlandsmärkte. Nach und nach gewinnen die Betriebe ihre alte Stärke von vor der Krise zurück. So fassten IHK-Präsident Klaus Th. Vetter und Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage zusammen, an der sich über 500 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten.

Ganz ohne Risiko sei die weitere Entwicklung aber nicht. „Die explodierenden Rohstoffpreise und die steigenden Energiekosten machen den Unternehmen derzeit das größte Kopfzerbrechen. Sorge bereitet auch die europäische Schuldenszenerie mit der Gefahr für die Stabilität des Euros, auf den gerade unsere exportierende Wirtschaft angewiesen ist. Ein Risiko liegt zudem in der starken Chinalastigkeit vieler starker Maschinenbauer der Region“, so Klaus Th. Vetter.

Der Konjunkturklimaindex hat mit 123 von maximal 200 möglichen Punkten das zweitbeste Ergebnis nach dem bisherigen Höchststand vom Januar 2007 erreicht. Mit Ausnahme der Bauindustrie, die unter dem frühen harten Wintereinbruch zu leiden hatte, ist der Klimaindex in allen Wirtschaftsbereichen gestiegen. Mit 130 Punkten führt der Großhandel die Rangliste der kombinierten Einschätzung von Lage und Erwartungen an. Seit der Herbstumfrage haben sich Lageurteile und Erwartungen aller Unternehmen insgesamt weiter verbessert. Der Anstieg verläuft allerdings in beiden Kategorien flacher. „Das muss nicht als nachlassende Dynamik, sondern kann eher als stabiler Aufwärtstrend interpretiert werden“, fasst Franz J. Mockenhaupt die Entwicklung zusammen.

Die regionale Industrie bleibt Zugpferd der wirtschaftlichen Erholung. Fast 85 % der befragten Unternehmen beurteilen ihre wirtschaftliche Lage gut oder befriedigend. Gegen Jahresende machte der Industrieumsatz einen großen Sprung nach vorne. Bis zum November wurde ein Plus von 7,8 % erzielt. Den Löwenanteil dazu steuerte der Export mit plus 14,6 % bei. Bis zum Oktober hatte die verhaltene Entwicklung im Maschinenbau, der als Spätzykliker der Entwicklung etwas hinterherläuft, dafür gesorgt, dass der Umsatz nur magere 1,8 % über dem niedrigen Vorjahreswert lag. Auch wenn die Umsatzzuwächse im Inland noch weit von denen des Exportes entfernt sind, wird das Inlandsgeschäft der Industriebetriebe zusehends zu einem belastbaren Standbein. Das zeigen die Auftragseingänge, die jetzt die nach wie vor gute Auslandsauftragslage ergänzen. Die Auslastung der Industriebetriebe steigt weiter an. Allerdings werden die sehr guten Werte von 2007 und 2008 noch nicht wieder erreicht. Erste Schatten fallen auf die Ertragslage, die die Betriebe wegen steigender Energie- und Materialkosten nicht mehr so positiv beurteilen. Drei Viertel der Befragten sehen darin das größte Risiko für die weitere Entwicklung. Risiken sehen die Firmen auch, wenn es nicht gelingt, die europäische Schuldenkrise politisch zu lösen und den Euro nachhaltig zu stabilisieren. Eine stabile europäische Währung ist gerade für die zahlreichen exportstarken Unternehmen im IHK-Bezirk von allergrößter Bedeutung. Ein weiteres Risiko, derzeit allerdings nur latent vorhanden, besteht in der hohen Abhängigkeit vieler Betriebe vom asiatischen und insbesondere vom chinesischen Markt. Das gilt insbesondere für den Maschinenbau, der hier seine großen Absatzgebiete findet.

Die Investitionsneigung wird durch die gute Konjunktur beflügelt: Fast ein Drittel der Befragten will mehr investieren und nur 15 % beabsichtigen, ihre Investitionsbudgets zu kürzen. Damit hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Investition forcieren wollen, binnen Jahresfrist von 16 auf 32 % verdoppelt. Ein gutes Zeichen, das darauf hinweist, dass das Vertrauen in die künftige wirtschaftliche Entwicklung wächst.

Die Stimmung der Einzelhändler erlebt einen lange nicht gekannten Höhenflug. Selbst im letzten Boom wurde dieses Niveau nicht erreicht. Die Lageeinschätzung hat sich gegenüber Herbst 2010 leicht verbessert. Geradezu euphorisch blicken die Einzelhändler in die Zukunft: Fast 40 % gehen von Steigerungen aus, gerade mal 10 % erwarten ungünstigere Geschäfte. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die Zahl der Arbeitslosen geht, abgesehen von saisonalen Schwankungen, kontinuierlich zurück und die Portemonnaies der Konsumenten werden von den anstehenden Lohnrunden sicher profitieren. Das fördert die Kauflaune, zumal sich die Inflation – noch – moderat entwickelt.

Die Bauindustrie musste um den Jahreswechsel durch den harten Winter einige Rückschläge hinnehmen. Deswegen wird die Lage, aber auch die weitere Entwicklung, nicht mehr so gut eingestuft wie zum Herbst. Immerhin 17 % der Baubetriebe erwarten, dass sich ihre Geschäfte verschlechtern.

Der Wintereinbruch hat den Arbeitsmarkt nur marginal getroffen. Lediglich in den Regionen mit hohem Anteil von saisonabhängigen Arbeitsplätzen ist die Arbeitslosenquote gestiegen. In den witterungsunabhängigen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsbranchen war wenig Reaktion zu spüren. Ende Januar zählte der IHK-Bezirk 13.650 Arbeitslose. Das sind 2622 weniger als vor einem Jahr. Die Kurzarbeit, auf dem Höhepunkt der Krise bei rund 15.400 Mitarbeitern, ist stark zurückgegangen. Der Trend deutet auf weniger als 2000 tatsächliche Kurzarbeiter am Jahresende. Für 2011 bleiben die Beschäftigungsaussichten gut. Mehr als ein Viertel aller Betriebe plant Neuanstellungen. Fast alle Branchen wollen verstärkt Mitarbeiter einstellen.

Hintergrundinformationen:
Stephan Jäger, Tel. 0271/3302-315, E-Mail:stephan.jaeger@siegen.ihk.de

 

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