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Aktuelle Meldung

Nr. 024 - Unternehmensnachfolge in der Region Siegen-Wittgenstein-Olpe – IHK-Studie bringt Licht ins Dunkel

09.03.2010 13:29

Zur besonderen Stärke der Wirtschaftsregion Siegen-Wittgenstein und Olpe zählen die zahlreichen kleinen und mittleren Familienunternehmen, die für Kontinuität und Stabilität stehen. Aber wie sieht es hier bei der Regelung der Unternehmensnachfolge und des Notfallmanagements aus? Wie viele Unternehmen werden  in absehbarer Zeit vor der Übergabe stehen und wie ist der Vorbereitungsstand? Bisher waren das offene Fragen, auf die es aus regionaler Sicht keine belastbaren Antworten gab. Franz-Josef Mockenhaupt, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen: „Wir haben deshalb mit Unterstützung der Gemeinschaften der Sparkassen und der Volksbanken des IHK-Bezirks Prof. Dr. Petra Moog vom Stiftungslehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensnachfolge der Universität Siegen damit beauftragt, den offenen Fragen nachzugehen.“ Harald Peter von der Sparkasse Siegen und Norbert Kaufmann von der Volksbank Siegerland eG skizzieren die Gründe für das Engagement der beiden Kreditinstitute: „Die Sparkassen und Volksbanken haben eine starke lokale Verwurzelung. Daher sind wir verständlicherweise sehr daran interessiert, dass unsere Kunden den Sprung in die nächste Generation reibungslos schaffen. Findet ein Unternehmen keinen Nachfolger, steht am Ende der Bemühungen oft der Verkauf des Unternehmens oder im schlimmsten Fall die Stilllegung des Betriebes. Mit der Liquidation ist schließlich auch der Wegfall von Arbeitsplätzen verbunden.“

Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel ‚Unternehmenssicherung im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen – Notfallplanung und Nachfolgemanagement’ liegen nun vor. Im IHK-Bezirk steht in den nächsten fünf Jahren bei rund 3800 Unternehmen die Regelung der Nachfolge an. Pro Jahr werden sich demnach 700 bis 800 Unternehmen mit dem Generationswechsel auseinandersetzen. Insgesamt 33.000 Erwerbstätige werden in den nächsten fünf Jahren betroffen sein, pro Jahr also rund 6500 Mitarbeiter. Mehr als ein Drittel aller befragten Unternehmen wünschen sich einen familieninternen Nachfolger. Ein Drittel strebt die Übergabe an eine familienexterne Person an. Die übrigen haben noch keine konkreten Vorstellungen darüber, ob das Unternehmen in familiärer Hand bleiben soll oder nicht.

Sowohl der Aspekt der Nachfolgeplanung als auch das Notfallmanagement werden über alle Größenklassen hinweg als wichtige Managementaufgabe angesehen. Generell schätzen kleine Unternehmen im Vergleich zu Unternehmen in höheren Größenklassen dies als weniger wichtig ein. Große und mittlere Unternehmen ordnen der Nachfolgeplanung die höchste Bedeutung zu. Zwar schätzen die Unternehmen ihren Kenntnisstand relativ realistisch ein. Die Planung und Umsetzung und in einigen Punkten auch das Wissen und das Management von Notfall- und Nachfolgeplanung entsprechen jedoch vielfach nicht der Einschätzung der Bedeutung. Weniger als die Hälfte der Unternehmen sieht einen Beratungsbedarf zu diesen Themen. Steuerberater stellen in der Regel die erste Anlaufstelle der Unternehmer dar und sind über alle Größenklassen hinweg die am stärksten genutzte Beratungsquelle der Unternehmen. In diesem Zusammenhang ist auf die Tatsache zu verweisen, dass die Unternehmensnachfolge eine umfassende Managementaufgabe ist und sich nicht ausschließlich auf steuerliche und rechtliche Aspekte reduziert.

Aus der Sicht der IHK ist es wichtig, die Mitgliedsunternehmen sowohl für Unternehmensnachfolge als auch Notfallplanung verstärkt zu sensibilisieren, die Informationslage zu verbessern und geeignete Ansprechpartner zur Vorbereitung und Begleitung der Unternehmenssicherung nachzuweisen. Einen Beitrag dazu wird die IHK-Informationsreihe ‚Unternehmensnachfolge’ leisten, die Unternehmen über einzelne fachliche Fragestellungen in Form von Fachvorträgen informiert. Die Studie hat gezeigt, dass den Unternehmen häufig ein Ansprechpartner fehlt, der aufgrund seiner Erfahrung alle Aspekte einer Unternehmensnachfolge abdeckt.  Als Konsequenz der Studie legt die IHK ein besonderes Augenmerk darauf, dass Unternehmer Kontakt zu anderen Unternehmern finden, die den Prozess der Unternehmensnachfolge bereits erfolgreich durchgeführt haben. In Form eines Kompetenznetzwerkes werden daher unter anderem übergabeerfahrene Senioren und Junioren aus Familienunternehmen eingebunden. Von denen gilt es insbesondere praktische Tipps bei der Ausgestaltung der Unternehmensnachfolge zu erhalten. Aktuell haben bereits sieben Unternehmerpersönlichkeiten für diese ehrenamtliche Hilfestellung ihre Bereitschaft erklärt.

Hintergrundinformationen:
Franz J. Mockenhaupt, Tel. 0271/3302-301, E-Mail: franz.mockenhaupt@siegen.ihk.de

 

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