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Nr. 120 - Zweistellige Lehrstellenzuwächse in Siegen-Wittgenstein

07.10.2011 13:42

Die IHK-zugehörigen Unternehmen im Kreis Siegen-Wittgenstein schlossen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 1588 Lehrverträge mit jungen Menschen ab. Der Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres beträgt 199 Verträge oder 14,3 Prozent. 912 junge Menschen erhielten ihre Lehrverträge in kaufmännischen Berufen. 676 Ausbildungsverträge wurden in gewerblich-technischen Berufsbildern geschlossen. Es zeichnet sich ab, dass 2011 ein außerordentlich gutes Lehrstellenjahr wird. Diese Bilanz zogen IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt sowie der für die berufliche Bildung verantwortliche IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener acht Wochen nach dem „offiziellen Ausbildungsbeginn“ Anfang August.

„Die zweistelligen Zuwächse gehen insbesondere auf das Konto der Industrie. Nach wie vor brummt es in weiten Teilen des verarbeitenden Gewerbes und der unternehmensnahen Dienstleister. Die Auftragsbücher sind vielerorts gut gefüllt und die Produktionsauslastung ist gegenüber Jahresbeginn erneut gestiegen. Wer volle Auftragsbücher hat, benötigt auf mittlere Sicht einen breiten Stamm an Fachkräften“, kommentierte Franz J. Mockenhaupt. Bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent sei der jedoch immer weniger über die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter zu rekrutieren. Die sich abzeichnenden demografischen Herausforderungen verstärkten diesen Trend. Zahlreiche Unternehmen bemühten sich bereits sehr frühzeitig, über das Instrument der betrieblichen Erstausbildung eine nennenswerte Anzahl junger Fachkräfte an sich zu binden. Mockenhaupt: „Jetzt hat man noch die Auswahl. Die hat man allerdings nicht mehr lange, denn der Markt wird sich schon in wenigen Jahren völlig umkehren. Viele Unternehmen haben das erkannt.“

Besonders offensichtlich sei dieser Trend bei den industriellen Metall- und Elektroberufen, ergänzte IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener: „Der Zuwachs beträgt hier satte 25 Prozent. Ein außerordentlich hoher Wert, vor allem wenn man sich das Niveau vor Augen führt, von dem aus er realisiert wurde. Weite Teile der Industrie verstärken offenkundig ihre Anstrengungen im Konkurrenzkampf um knapper werdende Lehrlinge vor allem in den technischen Segmenten.“ Aber auch in den kaufmännischen Ausbildungsberufen sei in erster Linie die Industrie für die Steigerung des gesamten Lehrstellenvolumens von insgesamt 8,4 Prozent verantwortlich. Vor allem bei den Industriekaufleuten (+ 20,3 Prozent) habe das verarbeitende Gewerbe „gut zugelangt“. Das Ausbildungsniveau der Banken sei konstant geblieben. In regionaler Hinsicht sei bemerkenswert, dass das Ausbildungsplatzangebot ausschließlich in Bad Berleburg sinke. Gräbener: „In allen anderen Kommunen des Kreisgebiets verzeichnen wir Zuwächse. In Neunkirchen hat sich die Zahl der Vertragsschlüsse sogar mehr als verdoppelt. Daneben erzielen auch Bad Laasphe (+ 38 Prozent), Burbach (+ 36 Prozent), Freudenberg (+ 17 Prozent) und Kreuztal (+ 16 Prozent) sehr ordentliche Werte.“

Einziger Wermutstropfen in der Bilanz seien derzeit die Eintragungszahlen in den Handelsberufen (-3,4 Prozent) sowie in den Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes (-16,8 Prozent), die zum Teil deutlich hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurückblieben. Ganz offenkundig ließen sich junge Menschen in ihrem Lehrstellenwahlverhalten momentan vor allem von der Attraktivität der Industrie leiten, betonte Franz J. Mockenhaupt: „Die Unternehmen des Handels und der Gastronomie sind daher gut beraten, in ihren Branchen konsequent  und gemeinsam an Rekrutierungskonzepten zu arbeiten, wenn sie auf Dauer über die betriebliche Erstausbildung ihre Fachkräftesicherung betreiben wollen.“

Hintergurndinformationen:
Klaus Gräbener, Tel. 0271 3302-200, E-Mail: klaus.graebener@siegen.ihk

 

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