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Die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe bilden die Arbeitsmarktregion Siegen. Rund 430.000 Einwohner leben in diesem Wirtschaftsraum, der, gemessen am Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, zu den wachstumsstarken Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen gehört. Seit 1985 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 12 %. Landesweit war die Zuwachsrate mit 7 % nur etwa halb so hoch.
Kennzeichnendes Merkmal der Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen, der die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe umfasst, ist die klein- und mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur. Ihr Schwerpunkt liegt im verarbeitenden Gewerbe. Der für die Region typische mittelständische Betrieb – nur rund ein Dutzend Unternehmen beschäftigen mehr als 1.000 Mitarbeiter – wird in der Regel nicht durch ein anonymes Management, sondern durch Eigentümer-Unternehmer geführt, die auch mit Eigenkapital für das unternehmerische Risiko haften. Daraus resultiert eine starke Bindung der Unternehmer an die Region und an das eigene Unternehmen. Diese Typisierung gilt gleichermaßen für das verarbeitende Gewerbe wie für den Dienstleistungssektor.
Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Region ist die Flexibilität der vielen mittelständischen Betriebe, die Gewährung der erforderlichen Freiräume für unternehmerisches Handeln sowie eine funktionierende Infrastruktur. Diese Voraussetzungen müssen gesichert bzw. verbessert werden, um langfristig der Region Wohlstand, den Erhalt der vorhandenen Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu garantieren.
Die Region gehört in Nordrhein-Westfalen zu den landesplanerisch als „gering verdichtet“ bzw. „ländlich“ definierten Räumen. Gegenüber den verdichteten Regionen sind diese ländlichen Räume die Gewinner der Beschäftigtenentwicklung in den zurückliegenden Jahren. Gerade sie haben einen besonders hohen Anteil industrieller Arbeitsplätze. Die industrielle Dynamik in der Region war in den letzten Jahren auch Wachstumsmotor für den produktionsorientierten Dienstleistungssektor.
Ein maßgeblicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg ist u. a. der hohe Fachkräfteanteil der Region, der auf die überdurchschnittlich hohe Ausbildungsleistung der Unternehmen und die Weiterbildungswilligkeit und –fähigkeit der Mitarbeiter zurückgeht.
Rund 2.420 Lehrverträge schlossen die Unternehmen in Industrie und Handel im Jahre 2007 ab. Das ist 12 % mehr als im Vorjahr. Noch erfreulicher ist jedoch, dass damit der höchste Stand an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Industrie und Handel seit dem letzten Hoch von 1989 erreicht wurde. Seit 1994 steigerten die Unternehmen ihr Engagement in der Erstausbildung um knapp 60 %. Der Zuwachs in der Region liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Das ist insbesondere den mittelständischen Unternehmen zu verdanken.
Fachkräfte rekrutieren die Unternehmen jedoch nicht nur über die Erstausbildung. Auch eine leistungsfähige Fortbildungs-Infrastruktur dient diesem Ziel. Im IHK-Bezirk besteht seit Jahren ein funktionsfähiger Verbund von Weiterbildungs-Anbietern. Mehrere hundert Bildungsziele können dort realisiert werden. Die Beratungsstelle Weiterbildung im Technologiezentrum Siegen informiert umfassend über die gesamte Angebotspalette.
Zu den Potenzialen der Region gehört ebenfalls ein starkes und leistungsfähiges Gründungsnetzwerk. Im Rahmen der Gründungsoffensive „Go!“ des Landes NRW wurde 1996 das „Regionale Netzwerk Existenzgründung“ (RENEX) eingerichtet. An dem Kooperationsverbund, der von der IHK Siegen moderiert wird, sind über 50 regionale Akteure beteiligt. Mit der Zielsetzung, die Zahl der erfolgreichen Existenzgründungen zu steigern, indem das vorhandene Gründungspotential besser ausgeschöpft wird, hat sich RENEX zu einer erfolgreichen Dachmarke entwickelt. Je nach Bedarf und Zielgruppen wird den Gründungsinteressierten ein differenziertes Informations- und Beratungsangebot unterbreitet, um damit das Risiko von Gründungsvorhaben zu minimieren und die Bestandsfähigkeit von jungen Unternehmen zu erhöhen.
Vorteilhaft ist die geografische Position auch im weiteren überregionalen Umfeld. Durch die Lage zwischen den Ballungsregionen Ruhr, Köln-Düsseldorf und Rhein-Main sind im Umkreis von 150 km rund 20 Mio. Einwohner erreichbar.
Im Raum der Europäischen Union haben Regionen unterschiedlich gute Entwicklungschancen, je nachdem wie weit sie vom Zentrum bzw. Schwerpunkt entfernt sind. Vor allem mit Blick auf die Zukunftsmärkte der neuen Beitrittsländer ist die geografische Lage des IHK-Bezirkes Siegen ausgesprochen günstig. Nimmt man zusätzlich zur geografischen Lage auch die Entwicklungsschwerpunkte der EU hinzu, liegt die Region im Zentrum dessen, was man als europäische Entwicklungsschiene bezeichnet. Diese Standortgunst kann heute allerdings nicht vollständig genutzt werden, weil immer noch eine Fernstraßenanbindung nach Osten über die Fortsetzung der A 4 fehlt. Sie ist notwendig, um die wirtschaftlichen Chancen in den osteuropäischen Ländern nutzen zu können.
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