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PONTAX GmbH – Strahlenschutz „Made in Südwestfalen“

Text von Elisabeth Konstantinidis

Das Wort „Bunker“ hört Dr. Uwe Silberberg eigentlich gar nicht gern – auch wenn einige dieser grauen Bauten für Laien von außen so wirken. Die vermeintlichen „Bunker“ sind jedoch bis ins Detail geplante Strahlenschutzkabinen, die nicht nur in Deutschland, sondern zum Teil europaweit erfolgreich eingesetzt werden. Seit 1978 bietet die PONTAX GmbH mit Sitz in Lennestadt-Halberbracht Komplettlösungen im Bereich Strahlenschutz. Sie hat sich zu einem der Marktführer in diesem Sektor entwickelt. Eine Erfolgsgeschichte „Made in Südwestfalen“.

›› Seit jeher lebt die Menschheit unter dem Einfluss von ionisierender Strahlung, die aus den Tiefen des Weltalls und von natürlichen radioaktiven Stoffen in der Luft, im Wasser und im Boden stammt. Im Zeitalter der Technik sind jedoch noch weitere Strahlenquellen hinzugekommen: Medizin, Industrie, Kerntechnik und der radioaktive Niederschlag von Nuklearwaffenversuchen tragen nicht unerheblich zur Exposition von Mensch und Umwelt bei. Lange Zeit wurden die Gefahren von Radioaktivität und Strahlung nicht erkannt. Erst seit den 1920er Jahren ist das Bewusstsein über die Gefahren stetig gewachsen, bis es zum Erlass entsprechender Strahlenschutzbestimmungen kam. Die Firma PONTAX beschäftigt sich seit nunmehr 40 Jahren mit dem Thema Strahlenschutz – genauer gesagt mit dem Bau von Strahlenschutzkabinen und Bunkern, die genau diese für uns Menschen so gefährlichen Strahlen eingrenzen. So zum Beispiel in der Industrie im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung oder in der Medizin, wo die Strahlentherapie einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung von Tumorerkrankungen einnimmt. Der Grundstein der PONTAX GmbH wurde 1978 in Lennestadt-Meggen, genauer gesagt im Bergwerk Sachtleben, gelegt. Hier wurde unter anderem Baryt, auch unter seinem Synonym Schwerspat und seiner Bezeichnung Bariumsulfat bekannt, zutage gefördert. Das Besondere an diesem Material: Baryt verhindert die Strahlendurchlässigkeit. So zuverlässig, dass es sowohl in der Bautechnik in Form von Barytbeton in Tschernobyl und Fukushima als auch in Röntgenpraxen und Krankenhäusern zum Strahlenschutz eingesetzt wird. 

Udo Plietzsch, ehemaliger Mitarbeiter der Firma Sachtleben, erkannte das Potenzial dieses Minerals und dessen Möglichkeiten, machte sich selbstständig und gründete PONTAX als Vertriebsgesellschaft für das Mineral Baryt. Anfänglich nur mit dem Gedanken, das Mineral zu vertreiben, wuchsen die Nachfragen und Ideen, sodass er schon nach kurzer Zeit anfing, das Mineral selbst zu verarbeiten. Durch die sorgfältige Wahl der Partner und die daraus resultierende qualitativ hochwertige Arbeit konnten die ersten Projekte wie zum Beispiel Strahlenschutzbunker und später auch Strahlenschutztore erfolgreich ausgeführt werden. Mit den Jahren etablierte sich das Unternehmen auf dem Markt. Die Auftragszahlen stiegen kontinuierlich. Vorausschauend machte sich Udo Plietzsch schon früh Gedanken, wie die Zukunft von PONTAX aussehen wollte. Kein einfacher Weg. Dr. Uwe Silberberg, promovierter Bergbauingenieur, der das Bergwerk Sachtleben noch aus seiner Studienzeit kannte, übernahm 2001 das Ruder. Neue Führung, neue Wege. Silberbergs Ziel war es, deutlich mehr zu wagen und sich intensiver um die Erweiterung des Portfolios sowie um neue Bauprojekte zu kümmern. Der Vorteil: Die grundlegenden und wichtigen Weichen für diesen Schritt waren gestellt. Mit den Jahren festigte sich das Konstrukt aus zuverlässigen Partnern. Rückblickend, erklärt Silberberg, war dies einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, die PONTAX zu dem erfolgreichen Unternehmen gemacht haben, das es heute ist. „Jeder Arbeitsschritt und jeder Bauplan sind nur so gut wie diejenigen, die sie umsetzen. Strahlenschutz ist ein hoch empfindliches und sehr komplexes Thema, das bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden muss. Jeder Handgriff, jede Auswertung muss auf Anhieb und zu 100 Prozent stimmen. Genau hier kommt es auf eine lückenlose und vertrauensvolle Kommunikation an“, erläutert Silberberg.

Suche nach neuen Lösungen

Wurden bis 2002 noch alle Linearbeschleuniger-Therapieräume im Bereich der medizinischen Strahlentherapie (Radioonkologie) mit Labyrinth konfiguriert, entwarf PONTAX zu diesem Zeitpunkt in Zusammenarbeit mit der Schlosserei Georg Berdel aus Neu-Isenburg das erste bodenläufige  Strahlenschutztor für einen labyrinthlosen LINAC-Therapieraum in Vechta. Seitdem ist das Unternehmen aus dem Sauerland an der Entwicklung des heutigen Standes der Technik beteiligt und konnte so bis heute mehr als 200 Tore dieser Art verbauen. Parallel zu dieser fortschrittlichen Entwicklung wurden weitere Variationen bodenla?ufiger Strahlenschutztore entwickelt, die eine individuelle Gestaltung der Therapiera?ume ermöglichen und spezifische Anforderungen der Nutzer realisieren. Ein weiterer Meilenstein innerhalb der Historie von PONTAX war 2003 der Bau des ersten schlüsselfertigen Strahlentherapieraumes mit einem Umsatzvolumen von mehr als einer Million Euro. Gemeinsam mit der Aveston GmbH des Unternehmers Martin Brieden aus Lennestadt wurde eine völlig neue Ausführungsweise dieser massiven Bunker mit Fertigteilen und/oder Halbfertigteilen entwickelt.

„Garantiert gibt es Grenzen innerhalb unserer Arbeit, doch wir versuchen immer, diese aus dem Weg zu schaffen. Dafür haben wir in den vergangenen Jahrzehnten schon so mache Herausforderung angenommen und erfolgreich gemeistert. Strahlenschutz ist ein Thema, das sich stets weiterentwickelt. Umso wichtiger ist es, hier den notwendigen Weitblick und ein Gespür für revolutionierende Lösungen zu entwickeln. Genau das ist unsere Stärke“, unterstreicht der PONTAX-Inhaber. So erfordert etwa der Neubau von Strahlentherapiepraxen für die Radioonkologie, insbesondere auch der LINAC-Therapieräume, ein weitreichendes Spektrumspezifischer Planungs- und Bauausführungsschritte, die bei jedem Kunden anders ausfallen und individuell ausgearbeitet werden müssen – vom Entwurf der Strahlenschutzplanung über die Budgetplanung und die Ausschreibung, den Rohbau sowie linearbeschleunigerspezifische und allgemeine Installationen bis zur Innenausstattung und Möblierung. „Die meisten Planungsabteilungen von Krankenhäusern oder Forschungsabteilungen sind heutzutage unterbesetzt. Genau hier greifen wir ein und liefern unseren Kunden, wenn gewünscht, schlüsselfertige Strahlenschutzlösungen, basierend auf individuell abgestimmten Abschirmwertberechnungen, unter Auswahl der technisch und wirtschaftlich optimalen Abschirmmaterialien. Unser Leistungsspektrum umfasst das Engineering, die Lieferung der Spezial-Baumaterialien und der Strahlenschutztore, die Ausführung von Abschirmarbeiten sowie die schlüsselfertige Erstellung von Strahlenschutzbunkern und -kabinen als Neubau oder als Ertüchtigungs- bzw. Umbaumaßnahme“, so Silberberg. Neben der Fertigteilbauweise bietet PONTAX zudem Sonderkonstruktionen wie semimobile Strahlenschutzkabinen, die „verlustfrei“ abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden können. So geschehen etwa für die Firma Varian Medical Systems in Troisdorf, die hinter den 2,5 Meter dicken Wänden der durch PONTAX geschaffenen Strahlenschutzkabine Protonenbeschleuniger für die zukünftige Verwendung innerhalb der Krebstherapie montiert und testet. Ein Großprojekt, das in Zukunft die neuen Möglichkeiten für die Therapie von Tumorerkrankungen revolutionieren soll

Bahnbrechendes Projekt

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte von PONTAX war ein bis dato noch nie da gewesenes Projekt, das 2006 für Aufsehen sorgte. Hier entstand im Auftrag der Max-Planck Gesellschaft für Anthropologie in Leipzig der weltweit erste seetaugliche Strahlenschutz-Container, der im Inneren einen hochauflösenden Computertomografen beherbergte. Der Hintergrund für diesen Auftrag: Um die Anfänge des Menschen zu erforschen, ist man meist auf Knochenfunde angewiesen. Allerdings gehören versteinerte Hominiden zu den seltensten Funden, die verständlicherweise von den weltweit wenigen Museen wie ein Schatz gehütet werden. Die besonders wichtigen Stücke, die alle Forscher gerne einmal im Original vor sich hätten, gibt es bestenfalls als Gipsabdruck. Durch den Einsatz der Computertomografie und den durch die Firma PONTAX ermöglichten weltweiten Einsatz können nun Erkenntnisse über unsere Geschichte zusammengetragen und für die Nachwelt aufgearbeitet werden, indem die wertvollen Artefakte gescannt und im 3D-Drucker „kopiert“ werden. „Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Somit ist jeder Auftrag spannend. Der Gedanke, durch unser Zuarbeiten die Entwicklung der Menschheit für die Nachwelt zu sichern, unterstreicht die Philosophie von PONTAX. In den vergangenen 40 Jahren haben wir immer danach gestrebt, neue Möglichkeiten und neue Produkte in den Gebieten Medizin und Industrie zu entwickeln, die es uns ermöglichen, nicht nur von Nachhaltigkeit zu sprechen, sondern diesen Begriff auch zu leben. Ein Antrieb, den wir jeden Tag aufs Neue erfahren und innerhalb unseres Teams auch spüren“, resümiert Silberberg. Für die Zukunft ist das aktuell fünfköpfige Team gerüstet – sowohl im Bereich der Neukunden als auch bei der Betreuung bestehender Altkunden. Stets mit dem Ziel, die Zukunft durch die Möglichkeiten von PONTAX nachhaltig zu beeinflussen.

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