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Corona-Virus: FAQ-Liste Prüfungen

In den IHKs und im DIHK gehen zurzeit zahlreiche Anfragen von Betrieben, Auszubildenden und Privatpersonen ein. Wir wollen in diesem Bereich Fragen sammeln, die die Prüfungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung betreffen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert.

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Muss man in den Betrieb, wenn die Prüfung abgesagt wurde? 

Grundsätzlich muss der Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb kommen, wenn die Prüfung ausfällt. Denn eine Freistellung erfolgt nur für die Teilnahme an der Prüfung.

Entstehen den Auszubildenden Nachteile, wenn die Prüfung verschoben wird? 

Grundsätzlich sollten den Prüflingen keine Nachteile durch eine verschobene Prüfung entstehen. Der ausgefallene Termin wird selbstverständlich nicht als Prüfungsversuch gewertet.

  • Hinweis für Auszubildende: Als Auszubildender besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verlängerung der Ausbildungszeit bis zum nächsten Prüfungstermin.

Wie verfährt die zuständige IHK, falls der praktische Teil der Abschlussprüfung Teil 1 bereits erbracht, der schriftliche Teil jedoch verschoben wurde?

Bei Prüflingen, die bereits den praktischen Teil der Abschlussprüfung Teil 1 absolviert haben, bleibt dieser bestehen.

Es wird lediglich einen neuen Termin für den schriftlichen Teil der Abschlussprüfung Teil 1 geben.

Verlängert sich die Ausbildung, wenn die Abschlussprüfung verschoben wird?

Nein, die Ausbildungsdauer verlängert sich nicht.

Die Ausbildung endet laut Gesetz mit dem Ablauf der Ausbildungsdauer (in der Regel zwei oder drei Jahre), also mit Ablauf des im Ausbildungsvertrag vereinbarten letzten Ausbildungstages. In der Regel bestehen Auszubildende aber vor Ablauf der vereinbarten Ausbildungsdauer die Abschlussprüfung.

Im Falle des Bestehens der Abschlussprüfung, endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses.

Im Falle des Nichtbestehens der Abschlussprüfung, endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Ablauf des im Ausbildungsvertrag vereinbarten letzten Ausbildungstages

Die Verschiebung der schriftlichen Prüfungen von April auf Juni bewirkt, dass in vielen Fällen auch die mündlichen und praktischen Prüfungen, welche in der Regel als letzte Prüfungsleistung abgenommen werden, später durchgeführt werden. Die Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses wird deshalb voraussichtlich auch erst etwas später als in den Vorjahren erfolgen können. Bis dahin läuft das bestehende Ausbildungsverhältnis weiter, längstens bis zum vertraglich vereinbarten Enddatum.

Auf Antrag des Azubis bei der IHK kann jedoch eine Verlängerung der Ausbildungszeit beantragt werden. Voraussetzung: Die Verlängerung ist erforderlich, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Diese kann bei einer längeren Corona-bedingten Ausfallzeit der Berufsausbildung im Betrieb oder in der Berufsschule durchaus der Fall sein.

Was passiert, wenn die Abschlussprüfungen über die Zeit der zwei- bzw. dreijährigen Ausbildung hinaus verschoben werden müssen?

Sollte die Ausbildung mit Ablauf des Ausbildungsvertrages vor dem Ablegen der letzten Prüfungsleistung enden, kann der Prüfling einen Antrag auf Verlängerung seines Ausbildungsvertrages nach § 21 Abs. 3 BBiG stellen. Zwar liegt kein Fall des Nichtbestehens vor, aber die unverschuldete Prüfungsverschiebung wird entsprechend berücksichtigt. Die IHK wird dann den Ausbildungsvertrag um die Zeitdauer verlängern, die zum Ablegen der Abschlussprüfung erforderlich ist.

Könnten die Auszubildenden (bei Verlagerung der Prüfungen) die Prüfung als „externe Teilnehmer“ ablegen?

Die Auszubildenden können auch nach Ausbildungsende die Prüfung ablegen. Ein Fall des § 45 Abs. 2 BBiG (Zulassung als Externe zur Abschlussprüfung) liegt nur dann vor, wenn die Zulassung zur Prüfung erst nach vertraglichem Ablauf der Ausbildungsdauer oder einer sonstigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (Kündigung, Aufhebungsvertrag) erfolgen soll.

Warum sollen die schriftlichen Prüfungen in der Ausbildung so viel später als die praktischen Prüfungen stattfinden? Letztere beginnen voraussichtlich bereits im Mai 2020.

Diese zeitliche Verschiebung dient dem Schutz der Gesundheit der Prüflinge: Denn die schriftlichen Prüfungen finden an bundesweit einheitlich festgelegten Terminen statt, bei denen viele Teilnehmer in großen Räumen ihre schriftliche Prüfung ablegen und deshalb besteht eine hohe Gefahr der Übertragung von Krankheiten.

Schriftliche Prüfungen müssen deshalb so lange verschoben werden, bis diese aktuell hohe Ansteckungsgefahr nicht das übliche Maß übersteigt.

Bei praktischen Prüfungen sieht die Situation je nach Beruf anders aus. Es ist denkbar, dass der Auszubildende bei der Durchführung seiner praktischen Prüfung mit nur sehr wenigen oder gar keiner dritten Person in physischen Kontakt kommt. Die praktischen Prüfungen können deshalb - unter Berücksichtigung des Einzelfalls - in der Regel zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden.

Muss man den geplanten Jahresurlaub verschieben, wenn der von der IHK angebotene Termin mit dem Urlaub kollidiert? Wird in einem solchen Fall ein Ersatztermin angeboten? 

In diesem Fall muss man mit der zuständigen IHK Kontakt aufnehmen, damit über das weitere Prüfungsverfahren entschieden werden kann.

Was passiert mit den Prüfungsgebühren?

Für die Abschlussprüfungen Teil 1, die bis zum 24. April 2020 stattfinden sollten, bleiben die Gebührenbescheide bestehen und gelten automatisch für den noch festzulegenden Termin für die Wiederholung der Prüfung.

  • Hinweis der IHK: Sollten Sie an dem Wiederholungstermin nicht teilnehmen können, wird Ihnen die Prüfungsgebühr erstattet.

Die Gebühren für die ausgefallenen Zwischenprüfungen werden erstattet.

Für die bundeseinheitlichen Fortbildungsprüfungen, die bis zum 24. April 2020 stattfinden sollten, bleiben die Gebührenbescheide bestehen und gelten automatisch für den noch festzulegenden Termin für die Wiederholung der Prüfung.

Muss man sich erneut zur Prüfung anmelden?

Für die abgesagten Aus- und Weiterbildungsprüfungen, die bis zum 24. April 2020 stattfinden sollten, müssen Sie sich nicht erneut anmelden. Die zu prüfenden Personen werden automatisch für den noch festzulegenden Termin für die Wiederholung der Prüfung vorgesehen. Über den Termin werden wir zeitnah informieren.

Können Abgabefristen für Projektarbeiten etc. verlängert werden?

In einigen Prüfungen müssen Projektarbeiten, Reporte, betriebliche Aufträge oder ähnliche Unterlagen eingereicht werden. Auch wenn die Prüfungen nicht stattfinden sollten, müssen die für das Einreichen der Projektarbeiten festgelegten Fristen grundsätzlich eingehalten werden. Sollte das im Einzelfall nicht möglich sein, müssen sich die betroffenen Prüflinge unverzüglich bei ihrer zuständigen IHK melden, die über das weitere Prüfungsverfahren entscheidet.

Die Projektarbeit der Auszubildenden ist aufgrund der Corona-bedingten Umstände betrieblich nicht durchführbar. Was ist zu tun?

Auch in diesem Fall muss mit der zuständigen IHK Kontakt aufgenommen werden, damit über das weitere Prüfungsverfahren entschieden werden kann.

Wie verhält sich die Situation, wenn ein Auszubildender mit verkürzter Ausbildungszeit in die Abschlussprüfung geht, aber nicht an der Zwischenprüfung (wegen Absage seitens der IHK) teilgenommen hat?

Die Zwischenprüfungen entfallen ersatzlos und gelten als abgelegt. Daher hat das keine Auswirkung auf die Abschlussprüfungen.

Was passiert, wenn die Abschlussprüfungen über die Zeit der Ausbildung hinaus verschoben werden müssen?

Sollte die Ausbildung mit Ablauf des Ausbildungsvertrages vor dem Ablegen der letzten Prüfungsleistung enden, kann der Prüfling einen Antrag auf Verlängerung seines Ausbildungsvertrages nach § 21 Abs. 3 BBiG stellen. Zwar liegt kein Fall des Nichtbestehens vor, aber die unverschuldete Prüfungsverschiebung wird entsprechend berücksichtigt. Die IHK wird dann den Ausbildungsvertrag um die Zeitdauer verlängern, die zum Ablegen der Abschlussprüfung erforderlich ist.

Wie wird mit den Fehlzeiten umgegangen, wenn Auszubildende vom Betrieb für längere bzw. auf unbestimmte Zeit nach Hause geschickt werden? Sind diese relevant für Abschlussprüfung?

Hierbei handelt es sich um Fehlzeiten, die für die Zulassung zur Abschlussprüfung grundsätzlich relevant (§ 43 Abs. 1 Nr. 1 Hs. 1 BBiG) sind. Unerheblich für die Bewertung der Fehlzeit ist, ob der Auszubildende die Fehlzeit zu vertreten hat. Im Rahmen der Zulassung zur Abschlussprüfung erfolgt eine Bewertung der zuständigen IHK, ob es sich um eine Fehlzeit von bis zu 10 Prozent der vertraglichen Ausbildungszeit handelt. Ist dies der Fall, dann ist in der Regel eine Gefährdung des Ausbildungsziels nicht anzunehmen. Bei Fehlzeit über 10 Prozent können diese dennoch als geringfügig eingeschätzt werden, wenn sie den Ausbildungserfolg nicht gefährden, weil der Auszubildende trotz der vielen Fehltage den für die Erreichung des Ausbildungsziels erforderlichen Leistungsstand hat. Generell gilt, dass bei der Beurteilung der Fehlzeiten immer auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen ist.
Es erfolgt diesbezüglich keine Unterscheidung, ob Berufsschulzeit oder Ausbildungszeit im Betrieb ausfällt. Auch die berufsschulischen Inhalte gehören bezüglich der berufsspezifischen Inhalte und bezüglich Wirtschafts- und Sozialkunde zur beruflichen Handlungsfähigkeit. Sowohl Fehlzeiten im Betrieb als auch in der Berufsschule sind zu berücksichtigen.

Tipp:

Dokumentieren Sie genau, welche Ausbildungsinhalte versäumt wurden und holen Sie diese sobald wie möglich nach. Darüber ist ein Nachweis zu erbringen. Bei länger andauernden Ausfällen besteht die Möglichkeit einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungsdauer nach § 8 Abs. 2 BBiG bei der zuständigen IHK zu stellen.

Wie kommt der Auszubildende an den Lernstoff, wenn die Berufsschule nicht den für die Sommerprüfung notwendigen Lernstoff zur Verfügung stellt?

Grundsätzlich müssten Prüfungsteilnehmer sowohl den betrieblichen als auch den schulischen Lehrstoff beherrschen.

Sofern dies nicht der Fall ist und die Berufsschule die fehlenden Lerninhalte nicht zur Verfügung stellt, ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, diese fehlenden theoretischen Lerninhalte selbst zu vermitteln oder mit Hilfe von Dritten vermitteln zu lassen.

Ab Donnerstag, den 23. April 2020, sollen dann die ersten Schülerinnen und Schüler der Schulen zur Vorbereitung auf ihre Prüfungen und Abschlüsse wieder in die Schule gehen können. Nähere Informationen auf der Seite des Ministeriums für Schule.

Muss die IHK für Schäden aufkommen, die durch die abgesagten Prüfungen entstehen?

Die Geltendmachung eines Schadenersatzanspruches ist an Voraussetzungen geknüpft und bedarf einer Einzelfallprüfung. Dazu gehört neben dem Verschulden unter anderem der Nachweis, dass überhaupt ein Schaden eingetreten ist.

Ein Schadensersatzanspruch wird in der Regel während des Zeitraumes von behördlich angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aus diversen Gründen ausgeschlossen sein.

Erhalten Umschüler die Bildungsprämie der Bundesagentur für Arbeit trotz ersatzlos gestrichener Zwischenprüfung?

Dies ist mit der regionalen Arbeitsagentur zu klären.

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Tel: 0271 3302-203
Fax: 0271 3302-44203
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Fax: 0271 3302-44204
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Andrea Perugorria

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