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Julia Krähling, SPIE Lück GmbH

Julia Krähling, SPIE Lück GmbH

  • Auszubildende zur Industriekauffrau
  • 13. Oktober bis 9. November mit WINGs in Portsmouth
  • Gastbetrieb: The IBD Partnership

Für vier Wochen durfte ich an einem Auslandspraktikum in Portsmouth, einer Hafenstadt an der Südküste Englands, teilnehmen. Portsmouth hat etwa 215.000 Einwohner und liegt in unmittelbarer Nähe zur Isle of Wight. Die Stadt selbst befindet sich zum größten Teil auf der Insel „Portsea Island“. Durch diese Insellage und den damit eingeschränkten Wohnraum ist sie die am dichtesten bevölkerte Stadt Großbritanniens, was aber nicht wirklich auffällt, da es kaum Hochhäuser gibt und man fast überall einen Park oder andere Grünflächen in der Nähe finden kann. In Portsmouth befindet sich einer der wichtigsten Marinestützpunkte der Royal Navy. Dadurch wurde die Stadt im zweiten Weltkrieg zum Angriffsziel deutscher Bomber und große Teile der historischen Altstadt wurden zerstört. Der herausragenden Bedeutung des Marinestützpunktes Portsmouth während der Landung der Aliierten in der Normandie (D-Day) widmet sich das D-Day-Museum in Portsmouth.

Am 13. Oktober startete ich in mein Abenteuer „Leben und Arbeiten in Großbritannien“ vom Flughafen Frankfurt aus und war gespannt auf Portsmouth, meine Gastfamilie und natürlich meinen Gastbetrieb, in dem ich die kommenden vier Wochen arbeiten durfte. Sein Name „The IBD Partnership“ war mir schon von den vielen Formularen aus der Bewerbungsphase bekannt, denn es handelt sich um die Partnerorganisation der IHK Siegen beim Projekt WINGs, die sich vor Ort um die Vermittlung der Gastfamilien und Praktikumsplätze kümmert. Zu meinen Aufgaben im IBD-Team gehörte unter anderem die Erstellung von Leitfäden für Prozessabläufe verschiedenster Tätigkeiten sowie die Pflege der Datenbanken von Gastfamilien und Gastbetrieben. So lernte ich verschiedene neue EDV-Programme kennen. Interessant war, dass mein Gastbetrieb viel mit dem sozialen Unternehmensnetzwerk „Yammer“ gearbeitet hat, das auch in meinem Ausbildungsbetrieb SPIE Lück GmbH in Siegen genutzt wird.

Zu den Highlights meiner Aufgaben bei IBD gehörte eine Recherche für das Büro in Irland, die ich zusammen mit der britischen Auszubildenden erarbeitete. Unsere Rechercheergebnisse konnten wir dann in der letzten Woche dem Managing Director und dem Chef Executive von IBD präsentieren. Die Kollegen im Büro sind alle sehr nett gewesen und so konnte man immer mal wieder miteinander lachen und sich dabei, neben der Arbeit, über viele interessante Dinge unterhalten, über die sich die Briten auch sonst im Alltag unterhalten. Alles in allem habe ich mich von Anfang an im Team aufgenommen gefühlt. Da ich auch an den wöchentlichen Teambesprechungen teilnehmen durfte, war ich mit in das tagesaktuelle Geschehen und auch in Planungen eingebunden.

Gelebt habe ich die vier Wochen bei einem Ehepaar mit ihren zwei Kindern sowie einem kleinen Hund in einem kleinen Haus in einer Wohnsiedlung mitten in Portsmouth. Dort habe ich mir mit einer weiteren Teilnehmerin des WINGs-Projektes ein Zimmer geteilt. Zu diesem Zimmer gehört sogar ein eigenes Badezimmer. Unsere Gastfamilie hat sich sehr liebevoll um uns gekümmert und so blieben keine Wünsche offen. Das Essen, vor dem ich zuvor von vielen gewarnt wurde, gestaltete sich ungefähr so: Neben Müsli zum Frühstück gab es bei der Gastfamilie jeden Abend warmes Essen; klassisch Britisches wie „Toad in the Hole“, was in etwa in Teig eingebackene Würstchen sind, den klassischen Yorkscher Pudding als Bestandteil eines „roast dinner“ oder auch verschiedene Varianten von Curry, was den großen Einfluss der Küche der ehemaligen Kolonialländer Großbritanniens in den Essgewohnheiten der Briten wiederspiegelt. Wenn man wollte, konnte man den Abend auch mit der Gastfamilie in deren Wohnzimmer verbringen und so haben wir einige Abende gemeinsam mit der Premier League verbracht oder uns einfach über alles Mögliche unterhalten, was sich für mich zu Anfang etwas schwierig gestaltete, mit der Zeit aber immer besser möglich war.

An den Wochenenden habe ich meistens etwas mit der IHK-Gruppe unternommen. So führte uns das erste Wochenende mit dem Hovercraft, einem Luftkissenboot, zur Isle of Wight. Hier haben wir die Needles, eine Steinformation vor der Küste im Meer, besucht, sind am Strand spazieren gegangen und haben die Schlucht „Shanklin Chine“ sowie das dazu gehörige Dorf erkundet. Das zweite Wochenende führte uns nach London. Am Samstag haben wir dort an einer Stadttour teilgenommen. Am Sonntag haben wir zu Fuß die klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Tower Bridge, St. Paul’s Cathedral und Piccadilly Circus erkundet und auch Chinatown besucht. Hier haben wir in einem richtigen chinesischen Restaurant gegessen und sind durch die wundervoll dekorierten Straßen geschlendert.

Das dritte Wochenende haben wir genutzt, um in die historische Stadt Winchester zu fahren. Dort wurde im 11. Jahrhundert der erste König von England gekrönt und es war einige Jahrhunderte auch der Sitz der königlichen Familien Englands. Hier haben mir vor allem die Ruinen des Wolvery Castle gefallen, die frei begehbar sind.

Auch unter der Woche habe ich nach der Arbeit meist etwas unternommen, etwa an einem Bowlingabend mit tschechischen Praktikanten teilgenommen,  den Spinnaker Tower besucht und war natürlich im Gunwharf Quays Outlet am Hafen von Portsmouth shoppen. Ein besonderes Highlight war der Besuch des Feuerwerks anlässlich der Guy Fawkes Night in Cosham. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge konnte ich dann am 09. November meine Heimreise nach Deutschland antreten. Alles in allem kann ich nur jedem Azubi empfehlen, ein Auslandspraktikum während der Ausbildung zu machen, weil man viel über andere Kulturen lernt, seine Sprachfähigkeiten verbessert und v.a. lernt, auch mal ganz anders als üblich an eine Aufgabe heranzugehen.

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Dr. Christine Tretow

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