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Auszubildende fördern

Der Lehrstellenmarkt kippt. Und damit verändern sich auch die „Machtverhältnisse“ zugunsten junger Leute. Die Unternehmen sollten dies verinnerlichen. Sie werden zukünftig gut beraten sein, ihre Anforderungen an ihre Lehrlinge neu zu justieren. Dabei gilt auch: Unternehmen, die bereits während der Lehr-zeit durch besondere „Highlights“ Alleinstel-lungsmerkmale ausprägen, haben es deutlich leichter, die jungen Menschen nach erfolgter Erstausbildung an ihre Unternehmungen zu binden. Hierbei können unterschiedlichste Instrumente eingesetzt werden - Lob, attraktive berufliche Perspektiven, ein leistungsgerechtes Entgelt, Auslandsaufenthalte, Fachlehrgänge in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, betrieblicher Stützunterricht, inhaltlich interessante Kooperationsprojekte zwischen Betrieben und Berufskollegs und vieles andere mehr. Der innerbetrieblichen Kreativität sind hierbei fast keine Grenzen gesetzt. Dabei können unterschiedliche Organisationen und Instrumente in der Region behilflich sein.

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Kompetenzbasierte Anforderungsprofile entwickeln

Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, z. B. in der beruflichen Praxis. Man unterscheidet oft nach Methodenkompetenzen, sozialen und personalen Kompetenzen sowie Fachkompetenzen. Bei zukünftigen Auszubildenden kann es wichtiger sein, auf die sozialen und personalen Kompetenzen (z. B. Verhalten im Umgang mit anderen, Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft) zu achten als auf Fachkompetenzen, die sich z. B. in Mathematiknoten ausdrücken. Die bisherige Praxis der Unternehmen, überwiegend diejenigen Schüler mit den besten Schulnoten bei der Einstellung von Azubis zu berücksichtigen, erschwert eine passgenaue Stellenbesetzung und funktioniert bei rückläufigen Bewerberzahlen zunehmend schlechter. Kompetenzbasierte Anforderungsprofile für die zu besetzenden Plätze und der Abgleich der Bewerbungsunterlagen auf Basis der dort dargestellten Kompetenzen können die passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen erleichtern. Viele Schüler durchlaufen inzwischen Kompetenzchecks oder Potenzialanalysen. Die Ergebnisse dieser Analysen zeigen oft deutlicher auf, welche Kompetenzen (d. h. Fähigkeiten und Neigun-gen) die Schüler mitbringen. Unternehmen sollten in Vorstellungsgesprächen abfragen, ob Bewerber solche Potenzialanalysen oder Kompetenzchecks durchlaufen haben oder am Berufsnavigator teilgenommen haben. 

Weitere Informationen unter: www.berufsnavigator.de
 

Ein kompetenzbasiertes Anforderungsprofil können die Unternehmen mit der Erfassung von erfolgskritischem Verhalten (Critical Inci-dent Technique - CIT) erstellen. Dazu analysieren sie einige typische Probleme, die ein Azubi im Betrieb lösen muss oder erfolgskritische Alltagsaufgaben. Dann überlegen die Unternehmen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Problemlösung erforderlich sind. Daraus lassen sich die Basiskompetenzen ableiten, die ein künftiger Azubi mitbringen sollte, um im Unternehmen erfolgreich die Ausbildung zu durchlaufen. Im Bewerbungsgespräch fragen die Mitarbeiter der Personalabteilung dann genau nach diesen Situationen: Wie würde der Bewerber das Problem angehen? Dadurch erfahren die Firmen mehr über die Persönlichkeit von Bewerber/innen als Schulnoten jemals aussagen könnten.

Weitere Informationen zur Methode unter: www.uni-hohenheim.de

Qualitativ hochwertige Ausbildung sichern – Ausbildungsbetrieb zertifizieren

Zwar sind Lehrjahre auch bei veränderten demografischen Vorzeichen noch keine Herrenjahre. Dennoch: Unternehmen, die ihren Fachkräftebedarf zukünftig mit Auszubildenden decken möchten, können durch eine gut organisierte und strukturierte Ausbildung in Kombination mit attraktiven Lernorten und qualifizierten Ausbilderinnen und Ausbildern hier entscheidende Wettbewerbsvorteile erlangen. Die Ausbildungsberater der IHK Siegen stehen den Firmen mit Rat und Tat zur Seite:

Gütesiegel Ausbildung Südwestfalen

Aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Studierneigungen erhalten besonders KMU immer weniger Bewer-bungen. Um dem entgegen zu wirken und die Aufmerksamkeit verstärkt auf die innovativen und gut ausbildenden KMU zu leiten, bietet die IHK Siegen das "Gütesiegel Ausbildung Südwestfalen" für ausgezeichnete Ausbildungsbetriebe an.
Das Verfahren bietet den Unternehmen die Chance, die Ausbildung hinsichtlich der Qualität objektiv und einheitlich bewerten und zertifizieren zu lassen. Darüber hinaus werden die KMU bei der Implementierung weiterer Qualifizierungsangebote unterstützt, um auch für leistungsstarke Bewerber attraktivere Angebote vorhalten zu können. Das Gütesiegel kann und soll von den teilnehmenden Unternehmen als Qualitätsmerkmal im Bereich Azubi-Marketing und -Gewinnung eingesetzt werden.

Informationen zum Ablauf der Zertifizierung finden Sie hier.

Überbetriebliche Lehrwerkstätten nutzen

Oft wird gefragt, ob Unternehmen sämtliche Ausbildungsinhalte verpflichtend erbringen müssen. Die Antwort ist relativ einfach. Ja, sie sind dazu verpflichtet, können hierzu aller-dings auch externe Partner nutzen. Gerade in den für die Region wichtigen Metall- und Elektroberufen können Ausbildungsunter-nehmen auf drei leistungsfähige Zentren zurückgreifen, aber nicht nur dort: 

Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen
www.bbz-siegen.de

Bildungszentrum Wittgenstein GmbH
www.bz-wittgenstein.de

LEWA Attendorn GmbH
www.lewa-attendorn.de

BBZ der Friseurinnung Westfalen-Süd
www.friseur-innung-westfalen-sued.de

BZ der Elektro-Innung Siegen
www.elektro-innung-siegen.de

BBZ der Fachinnung Sanitär – Heizung – Kli-ma Siegen-Wittgenstein
https://www.lv-siegen.de

Unternehmen, die in den industriellen oder handwerklichen Bauberufen unterwegs sind, können ebenfalls auf einen leistungsfähigen überbetrieblichen Partner in der Region zurückgreifen:

Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ)
www.awz-bau.de

Begrüßungstage und Mentoring-Programme beim Einstieg einsetzen

Aller Anfang ist schwer – für viele junge Menschen ist der Übergang zwischen Schule und Berufsleben eine Phase voller neuer Herausforderungen und Unsicherheiten. Ausbildungsbetriebe können viel tun, um den Einstieg zu erleichtern. Begrüßungstage, ein gemeinsames „Event“ etwa im Klettergarten oder gar mehrtägige Seminare für die Azubis nehmen Berührungsängste und tragen zur erfolgreichen Teambildung bei. Ganz nebenbei werden die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen von Anfang an gefördert. Bewährt haben sich auch Mentoring-Programme. Dabei wird den Berufseinsteigern zusätzlich zu ihrem Ausbilder, der häufig eine Vielzahl von Azubis betreut, ein „alter Hase“ (es können auch jüngere sein) als persönlicher Ansprechpartner für praktische und fachliche Probleme zur Seite gestellt. Auch ältere Azubis übernehmen diese Verantwortung oft gerne! Wie bekommt man ergänzende Informationen?
 

Ausbildungsberater der Kammern:
IHK Siegen:

Handwerkskammer Südwestfalen:
www.hwk-swf.de

Interessant in diesem Zusammenhang: Der CVJM setzt in seiner Initiative „Pack’s an“ einige Dutzend ehrenamtliche Coaches ein, die in unterschiedlichen Berufsfeldern junge Menschen bei der Berufswahl an die Hand nehmen. Der zentrale Vorteil liegt in der langfristigen Begleitung.

CVJM-Kreisverband Siegerland:
www.cvjm-siegerland.de

Leistungsschwache Jugendliche unterstützen

Manchmal zeigt sich nach Beginn der Ausbildung, dass Auszubildende Probleme haben, die schulische Leistung zu erbringen, die für ei-nen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erforderlich ist. Natürlich ist es gut, wenn die Unternehmen zunächst selbst dafür sorgen, dass mit Hilfe von gezielter Nachhilfe schulische Defizite abgebaut werden. Aber es gibt auch Situationen, in denen der Betrieb mit einer so starken Unterstützung überfordert ist, sei es zeitlich oder auch inhaltlich. Dann können die Firmen über die Agentur für Arbeit sog. ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) nutzen: Dabei handelt es sich um kostenlosen Stützunterricht für Jugendliche. In kleinen Gruppen oder im Einzeltraining helfen Fachleute bei schulischen, fachpraktischen oder auch persönlichen Problemen. So können sich die Unternehmen auf den betrieblichen Teil der Ausbildung konzentrieren.

Agentur für Arbeit Siegen
www.arbeitsagentur.de/siegen

Zusatzqualifikationen anbieten

Unternehmen, die während der Ausbildung ihren Lehrlingen Zusatzqualifikationen anbieten, die nicht in der Ausbildungsordnung eines Berufes vorgeschrieben sind, schaffen Alleinstellungsmerkmale. Zusatzqualifikationen ergänzen daher zielführend die betriebliche Erstausbildung. Sie tragen zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung und des jeweiligen Berufs bei.

Ergänzende Informationen im Internet:
Informationen der IHK Siegen finden Sie hier.

Handwerkskammer Südwestfalen:
www.hwk-swf.de

BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung)
www.bibb.de

Ausbildung 4.0 – Siegen-Wittgenstein - JOB-STARTER plus-Projekt:
www.ausbildung4punkt0.info

Zu Auslandsaufenthalten motivieren

Schon während der Ausbildung einmal Aus-landsluft schnuppern dürfen – für motivierte und zielstrebige Azubis ist ein Auslandsprakti-kum ein ganz besonderes Highlight ihrer Aus-bildung! Unternehmen, die an dieser Stelle in den Nachwuchs investieren, können ihr Image als Ausbildungsbetrieb deutlich aufwerten. Sie fördern gleichzeitig die Sprachkenntnisse und interkulturellen Kompetenzen der künfti-gen Fachkräfte. Zusätzlich wirken sich Aus-landspraktika erwiesenermaßen positiv auf die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Per-sönlichkeit der jungen Menschen aus. Zur Erleichterung der Umsetzung und Finanzie-rung solcher Maßnahmen stehen sowohl Be-ratungsangebote als auch Förderprogramme zur Verfügung. Wer hilft? 
Mobilitätsberater der Kammern:

IHK Siegen:
Dr. Christine Tretow, Telefon: 0271 3302-306, E-Mail: christine.tretow@siegen.ihk.de

Handwerkskammer Südwestfalen:
www.hwk-swf.de

Berufsbildung ohne Grenzen:
www.berufsbildung-ohne-grenzen.de

NABIBB (Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung):
www.machmehrausdeinerausbildung.de

Die eigenen Ausbilder/-innen qualifizieren

Für den Mittelstand ist Ausbildung das entscheidende Instrument für die Personalentwicklung im Unternehmen. Gleichzeitig erleben viele Ausbilder, dass es schwieriger wird, eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Unternehmen umzusetzen: Sei es, weil die Arbeitsverdichtung zu wenig Zeit für Ausbildung lässt oder sei es, weil die Jugendlichen heutzutage andere Anforderungen an die Ausbilder stellen als früher. Zudem wird immer deutlicher: Das Bildungsniveau der Jugendlichen verändert sich: Es gibt mehr Jugendliche mit deutlichen Lernschwierigkeiten, aber auch mehr junge Leute, die ein Studium anstreben. Dadurch bleiben weniger Jugendliche, die mit einem mittleren Bildungsniveau in die Ausbildung einsteigen. Da gleichzeitig die Gesamtzahl der Schulabsolventen sinkt, müssen immer mehr Betriebe auch Auszubildende akzeptieren, bei denen ein problemloses Durchlaufen der Ausbildung nicht zu erwarten ist. Daraus folgt die Notwendigkeit, Ausbilder noch stärker auf ihre Aufgabe vorzubereiten und sie noch besser in ihrer Arbeit zu unterstützen. Ein Weg kann dabei die Qualifizierung sein. Informationen über Aufstiegsfortbildungen für Ausbilder/innen (z. B. Berufspädagoge IHK) erhalten Unternehmen über die IHK Siegen.
Eine gute Möglichkeit etwa bietet die Ausbilder-Akademie der IHK Siegen. Sie ist eine neuartige dreistufige Fortbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder, die mit einer IHK-Prüfung abschließt. Das wesentliche Ziel besteht darin, erbrachte Ausbilder-Leistungen anzuerkennen und nachvollziehbar zu machen. In drei Stufen können sich Ausbilderinnen und Ausbilder ihre erworbenen Kompetenzen bescheinigen lassen.

Informationen über die Ausbilder-Akademie der IHK Siegen:

www.ihk-ausbilder-akademie.com

Informationen zur Ausbildung im Handwerk liefert die Handwerkskammer Südwestfalen:

???????www.hwk-swf.de

Seminarangebote zu Einzelthemen der Ausbildung finden Unternehmen in Kursdatenbanken (siehe dort) oder über die regionale Weiterbildungsberatung
Kreis Siegen-Wittgenstein, Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung:
www.weiterbildungsberatung.nrw

Ein interessantes Informationsangebot für Ausbilder/-innen findet man auch hier:
www.ausbildernetz.de.
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Fax: 0271 3302-44203
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Dagmar Gierse

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