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Stephanie Süßenbach „Awakening“

Vom 2. Oktober bis 27. November 2020

Öffnungszeiten:

Mo. bis Do. 8:00 – 16:30 Uhr I Fr. 8:00 – 15:30 Uhr

Lockdown Frühjahr 2020: verwaiste Metropolen und Produktionsstandorte, menschenleere Straßen, geschlossene Kitas, Schulen, Museen, Theater, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen, Großeltern dürfen ihre Enkel nicht mehr besuchen, Freunde dürfen sich nicht treffen, Homeoffice-Arbeitsplätze sprießen wie Pilze aus dem Boden und Videokonferenzen boomen. Die Einschnitte im öffentlichen und privaten Leben sind massiv und stellen neue Regeln für die Begegnung von Menschen auf.

All dies hat Stephanie Süßenbach in ihren Malereien, die wie Momentaufnahmen eines historischen Ereignisses wirken, festgehalten. Doch sie bleibt keineswegs bei den Einschränkungen und negativen Aspekten stehen, sondern richtet den Fokus auf das „Erwachen“ danach. Mit einer Reihe von zunächst düsteren, dann stetig heller werdenden Bildern hat Süßenbach den bisherigen Verlauf der Pandemie nachempfunden.

So beginnt die Ausstellung mit einer Serie, die auf schwarzer Abtönfarbe mit Holzkohle gezeichnete verwaiste Städte zeigt. In den folgenden Bildern weicht das dominante Schwarz zunächst sanft pastelligen, dann immer satteren Farben von poppig Pink bis kräftig Ultramarinblau. Die Motive wenden sich dem Leben und seinen vielfältigen und fröhlichen Momenten zu, gleichsam malerische Schnappschüsse, die das Leben für den Bruchteil einer Sekunde widerspiegeln: die Servicekraft in einem Siegener Straßencafé, die gerade Pause hat, in einer Ecke sitzt und raucht. Oder das Ehepaar, das sich unter dem Sonnenschirm des Cafés unterhält. Drei Kinder, die sich umarmen. Oder ein Paar, das sich küsst und ineinander zu verschmelzen scheint.

Nicht um die Identifizierbarkeit der abgebildeten Personen geht es Süßenbach, sondern um das Sichtbarmachen von Situationen durch das Malen und Zeichnen der Konturen und Linien, die Personen in ihren Tätigkeiten und Bewegungen hervorbringen. Nicht akribische Gründlichkeit ist bei Ihrer Kunst gefordert, sondern Schnelligkeit, Spontanität und Intuition. Die Werkzeuge dafür sind Acrylfarben, Kohle, Kreide, Farbrolle und Tuschepinsel, die keine Korrektur erlauben, sondern dem Zufall und der Intuition Raum geben. Das zeigt Mut und die Unvorhersehbarkeit ihrer Kunst schafft künstlerische Autonomie. Und dem Betrachter beschert die Momenthaftigkeit der Arbeiten Stephanie Süßenbachs einen Augenblick der Vergegenwärtigung und Würdigung des Beiläufigen, Banalen und Alltäglichen. Glücklich machen die schön flächigen und bunten Bilder und: Lust aufs Leben.

Die Vernissage der Ausstellung in der IHK Galerie (Koblenzer Straße 121, 57072 Siegen) findet am Donnerstag, 1. Oktober 2020, um 19:00 Uhr statt. Kirsten Schwarz vom Museum für Gegenwartskunst Siegen führt an diesem Abend in Werk und Wirken von Stephanie Süßenbach ein. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl beschränkt. Zudem besteht eine Meldepflicht, deshalb ist eine Anmeldung zwingend erforderlich.

In Zusammenarbeit mit der Art-Galerie Siegen, Pate der Ausstellung ist Arnold Vetter, Geschäftsführer der Vetter Industrie GmbH, Burbach.

 

Stephanie Süßenbach

  • 1986 geboren in Siegen
  • 2005 – 2006 Freiwilliges Soziales Jahr in Japan (Nagoya)
  • 2006 - 2012 Studium Bildende Kunst und Englisch an der Universität Siegen
  • seit 2012 Einzel- und Gruppenausstellungen
  • seit 2013 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler e.V. (ASK)
  • seit 2018 Oberstudienrätin (Kunst und Englisch) an der Wilhelm-von-Oranien-Schule in Dillenburg

Gezeichnet und gemalt hat Stephanie Süßenbach bereits als Kind („meine Lieblingsbeschäftigung“). In der Schule wählte sie ihre Leistungskurse Englisch und Kunst, welche sie auch im Studium weiterverfolgte. „Ich habe nie aufgehört zu malen und/oder ein Skizzenheft zu führen. Das ist eigentlich so gut wie immer dabei, wenn ich unterwegs bin“, sagt die Künstlerin. Die Idee zur Technik des reduzierten Zeichnens in der Malerei kam ihr während ihres Hauptstudiums, welches sie in ihren großformatigen Staatsarbeiten zur Vollendung brachte: Da sie verstärkt zum Zeichnen neigte und sich in der Malerei erst finden musste, experimentierte sie anfangs abstrakt, widmete sich danach flächigen Arbeiten und griff Stimmungen auf, bis ein resolutes „Lassen Sie das so“ ihres damaligen Professors Thomas Bechinger ihr den künstlerischen Weg wies.

Skizzenhafte Momentaufnahmen des alltäglichen menschlichen Lebens bilden das Hauptmotiv der Künstlerin: „Landschaftsbilder interessieren mich weniger. Menschen sind spannender.“ Stephanie Süßenbach ist im Hauptberuf Lehrerin für Kunst und Englisch an der Wilhelm-von-Oranien-Schule in Dillenburg. Zurzeit befindet sie sich in Elternzeit und kann sich ganz den Kindern und der Malerei widmen.

 

Ausstellungen (Auswahl)

E = Einzelausstellung, G = Gemeinschaftsausstellung

  • 2012   „Schnappschüsse“ (E), Brauhaus Siegen
  • 2012   Brauhausfotografie 18 (G), Brauhaus Siegen
  • 2013   „TATJANA?“ (G), Innenstadt Siegen
  • 2013   „Stand.Punkt.Drei“ (G), Städtische Galerie Haus Seel, Siegen
  • 2014   „Dem Schatten voraus“ (G), Zakopane, Polen
  • 2015   „Zwischenräume“ (G), Städtische Galerie Haus Seel, Siegen
  • 2015   „Schräg drauf“ (G), Städtische Galerie Haus Seel, Siegen
  • 2016   „Andererseits“ (G), Haus der Kunst, Nümbrecht
  • 2017   „Aus freiem Grund“ (G), Otto-Reiffenrath-Haus, Neunkirchen
  • 2017   „kunstspiel“ (E), Live-Performance am Siegener Kunsttag 2017, Siegen
  • 2017   „people“ (E), Kulturforum und Steuerbüro Friedrich, Netphen
  • 2018   „YOU and ME“ (E), 4Fachwerk Mittendrin Museum, Freudenberg
  • 2018   „people in the city“ (E), Siegerlandmuseum, Siegen
  • 2019   “Aus Siegen kommend“ (G), Hagenring-Galerie, Hagen
  • 2019   “Das Zittern des Fälschers” (G), Städtische Galerie Haus Seel, Siegen
  • 2019   “Aus freiem Grund” (G), Otto-Reiffenrath-Haus, Neunkirchen

 

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