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Sabine Nelles: "Mit meinen Augen"

Vom 13. März bis 9. Juli 2020

Vernissage: Donnerstag, 12. März 2020, 19:00 Uhr, Begrüßung durch IHK-Präsident Felix G. Hensel

Öffnungszeiten:

Mo. bis Do. 8:00 – 16:30 Uhr I Fr. 8:00 bis 15:30 Uhr

„Nicht den Gegenstand malen, sondern die Wirkung, die er erzeugt.“ Diesem Postulat des französischen Schriftstellers Stéphane Mallarmé folgt Sabine Nelles, um in ihren Werken ihrer individuellen Sichtweise auf Mensch und Natur Ausdruck zu verleihen. Dabei verzichtet die Künstlerin bewusst auf konkrete Darstellungen, malt Landschaften und Blumen rein aus ihrer Erinnerung heraus, interpretiert die Natur nach ihren Empfindungen. Es entstehen Farbimpressionen, Blumentupfer im abstrahierten Umfeld. Wenn sie verreist, ist immer ein Skizzenbuch dabei, manchmal auch eine kleine Leinwand oder ein Malblock. Bei menschlichen Figuren geht es ihr nicht darum, dass einzelne Personen wiedererkennbar sind. Vielmehr möchte sie Erlebnisse, Begegnungen, Situationen, Stimmungen und Erinnerungen vermitteln.

Dieser Wunsch entstand bei einem Spaziergang über die Champs-Elysées: „Ich sah die vielen Menschen auf dem Boulevard und vor den hell erleuchteten Geschäften – oft waren nur ihre Konturen zu erkennen.“ Sie setzte diese Eindrücke spontan um, malte in ihrem ersten „Schaufensterbild“ unterschiedliche Straßenszenen vor einem kräftig blauen Hintergrund: Vor den Fenstern stehen Menschen in bunter Kleidung. Alle sind nur von hinten zu sehen – aber jede dieser schemenhaften Figuren hat ihren Charakter, zeigt sich elegant oder lässig. Einige scheinen im Gespräch miteinander zu sein, andere stehen abseits, wirken einsam. Die Einsamkeit in der Menge – ein Zeichen unserer Zeit.

Einen gesellschaftskritischen Anspruch stellt Sabine Nelles nicht an ihre Kunst: „Ich engagiere mich lieber  persönlich – indem ich zum Beispiel Malkurse für Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderung gebe.“ Und doch wird eine solche Perspektive immer wieder sichtbar. Etwa in einem Bild, das Nelles nach den vier Jahren, die sie bis 2004 im Kosovo verbrachte, malte: Die gesamte Fläche der in plastisch aufgetragenen  Grautönen gehaltenen Leinwand zeigt Gerippe von zerstörten Häusern und dazwischen schemenhaft einzelne, verloren wirkende Menschen. Die noch sichtbaren Wunden des Krieges und die Zerrissenheit der Bevölkerung haben die Künstlerin lange beschäftigt. Auch wenn Straßenszenen in ihrem Werk immer wieder vorkommen, verändern sie sich. Die Bilder sind abstrakter und heller geworden, denn in den letzten Jahren beschäftigte sich Nelles intensiv mit der Dynamik der Farben in abstrakten Bildern. In ihren neuesten Arbeiten skizzieren nur noch Farbfelder die Gestalten – sie wirken wie verschwommene Erinnerungen…

Das Malen mit Acrylfarben und von moderat gegenständlichen Motiven in kräftiger, aber auch reduzierter Farbgebung auf Leinwand oder Holz entwickelte sich letztendlich zum Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Zudem entstand in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl an Bildern in Öl.

Sabine Nelles

  • 1948 geboren, lebt und arbeitet in Bensheim a. d. Bergstraße
  • 1977 Beginn der kunsthandwerklichen Glasverarbeitung in der Tiffanytechnik in Kanada
  • 1988 Einstieg in die Malerei: Malkurse bei Barbara Russow (Olpe) und Juliana Jäger (Darmstadt), Akt- und Portraitzeichnen in der Kunsthalle Darmstadt und bei Else Martin (Alsbach), freie Malerei im Atelier Pohle-Stiehl (Darmstadt), Internationale Sommerakademie für Kunst und Gestaltung Pentiment bei Barbara Feuerbach (Hamburg)

 Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u. a.:

  • 1996 IEZ AG (Bensheim)
  • 1998 Kunstraum Auerbach (Bensheim)
  • 2001 Haus Baureneck (Lindenfels)
  • 2001 Atelier Antenne (Gelsenkirchen)
  • 2001 Zweiter Preis des Künstlerkreises Bürstadt
  • 2000 und 2003 Gestaltung des Titelblatts „Jahresrückblick“ des Bergsträßer Anzeigers
  • 2002 Galerie Hellhof (Kronberg i. T.)
  • 2002 Deutsche Bank (Darmstadt)
  • 2002 Leica Microsysteme (Bensheim)
  • 2003 Artium Art Galerie (Luxembourg)
  • 2003 Galerie Hani 2 Robertevi (Pristina, Kosovo)
  • 2004 Galerie SULUJ (Belgrad, Serbien)
  • 2004 Galerie des Kultusministeriums Pristina (Kosovo)
  • 2004 Erster Preis des Frühlingssalons des Museums Pristina (Kosovo)
  • 2005 Artium Art Galerie (Luxembourg)
  • 2005 Volksbank Heppenheim
  • 2007 Hotel Steubenhof (Mannheim)
  • 2007 Politische Akademie Biggesee (Attendorn)
  • 2009 Stiftung für Ungarische Kultur (Budapest)
  • 2010 Kunst im Rathaus (Heppenheim)
  • 2011 Europarat (Straßburg)
  • 2011 PROFI Engineering AG ( Darmstadt)
  • 2012 Hotel Neuhaus (Iserlohn)
  • 2014 Ambiente (Schwerin)
  • 2017 Kunst im Amtsgericht Lampertheim e.V.
  • 2018 Remise Zwingenberg § Mitglied der Künstlergruppe „Valentines“  
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Ansprechpartner

Dr. Christine Tretow

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