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Nr. 110: Leidenschaft und Forschergeist VDI und IHK vergeben Oberstufenpreis

05.12.2017 | Preisstifter Stefan W. Schauerte brachte es vor mehr als 100 Gästen auf den Punkt: „Es ist mehr als angemessen, dass diese schulischen Facharbeiten größere Aufmerksamkeit erhalten. Sie haben nicht ‚nur‘ sehr gute Noten, sondern auch diesen Preis verdient.“ Insbesondere trifft dies auf die Arbeiten zu, die jetzt durch den VDI-IHK-Oberstufenpreis prämiert wurden. Hannah Voß (Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen), Lukas Heide (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Neunkirchen) und Christian Jung (Städtisches Gymnasium Kreuztal) sind die drei Gewinner des VDI-IHK-Oberstufenpreises 2017. Platz vier und fünf gingen an Sebastian Braun (Städtisches Gymnasium Kreuztal) und Jonathan Bechtel (Gymnasium Netphen). 

Der Oberstufenpreis ist mit 9000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr durch den Siegener Bezirksverein des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), die Heidi-und-Klaus-Vetter-Stiftung aus Siegen und die Wilhelm Schauerte GmbH & Co. KG aus Lennestadt gestiftet. Seit 2009 zeichnet der Preis Schülerinnen und Schüler aller Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe aus, die hervorragende Fach- oder Projektarbeiten in den Fächern Biologie, Physik, Chemie, Informatik oder Mathematik erstellt haben. Die Arbeiten müssen dabei mit mindestens 13 Punkten bewertet sein. IHK-Ehrenpräsident Klaus Vetter beschrieb stellvertretend für die Preisstifter seine Motivation: „Wir möchten etwas für die Bildung junger Menschen tun. Der Oberstufenpreis zeigt deutlich deren Leistungsfähigkeit. Denn die gibt es auch: Schülerinnen und Schüler, die nicht danach fragen, wie viele Stunden sie für eine solche Facharbeit aufwenden, sondern die sich von ihrem Interesse leiten lassen.“ 

IHK-Präsident Felix G. Hensel, der Vorsitzende des Siegener Bezirksvereins im VDI, Dr.-Ing. Axel Müller, der Geschäftsführer der Wilhelm Schauerte GmbH & Co. KG, Stefan W. Schauerte, sowie die Jurymitglieder Dr. Jochen Dietrich, Schulleiter des Gymnasiums Stift Keppel in Hilchenbach, und Rainer Dango, Geschäftsführer der Dango & Dienenthal GmbH & Co. KG, überreichten die Preise in einem Festakt. Musikalisch mitgestaltet wurde der Abend durch das Blechbläser-Ensemble „Blechreiz“ vom Gymnasium Stift Keppel aus Hilchenbach. Insgesamt waren 14 Bewerbungen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe für den VDI-IHK-Oberstufenpreis eingegangen. Eine fachkundige Jury wählte anschließend die Arbeiten und Gewinner aus, die ihre Werke im Bernhard-Weiss-Saal vorstellten und ihre Ehrungen entgegennahmen. 

1. Platz Hannah Voß

Hannah Voß vom Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen erhielt den ersten Preis für ihre mit 15 Punkten bewertete Facharbeit im Fach Physik. Mit dem Thema „Der Einfluss des S-Bogens auf die Tonerzeugung des Fagottes – Untersuchung mithilfe von Tonspektren – Anwendung der Fourieranalyse“ konnte sie dabei Hobby und Forscherdrang verbinden. Darauf ging Stefan W. Schauerte auch in seiner Laudatio ein: In der Arbeit würden auf besondere Weise Musik und physikalische Eigenschaften miteinander zu etwas Neuem vereint. Sie zeige, dass physikalische Prinzipien auch einen Einfluss auf die künstlerische Wirkung haben. „Die Arbeit zeigt auf, mit welchen Eigenschaften man erfolgreich vorankommt: leidenschaftlich, zielstrebig und lösungsorientiert. Genau solche Menschen brauchen wir in unseren Unternehmen“, lobte Stefan W. Schauerte, Geschäftsführer der Wilhelm Schauerte GmbH & Co. KG, die Gewinnerarbeit und überreichte das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro. 

Hannah Voß spielt bereits seit ihrem 9. Lebensjahr Fagott. Vor einigen Jahren begann die 17-Jährige dann damit, sich intensiver mit dem Bau von Fagottröhrchen auseinander zu setzen, um den Klang des Fagotts zu verbessern. Doch neben dem Röhrchen und dem Holzkörper, beeinflusst insbesondere auch der S-Bogen, das metallische Zwischenstück zwischen Röhrchen und Holzkörper, den Klang und die Klangfarbe des Fagotts. In ihrer Facharbeit „Der Einfluss des S-Bogens auf die Tonerzeugung eines Fagottes“ untersuchte die Schülerin des Fürst-Johann-Moritz Gymnasiums in Siegen nun genauer, welchen Einfluss ein S-Bogen wirklich auf die Tonerzeugung und somit letztlich auf den Klang eines Fagotts hat. Mit der Facharbeit, die im Leistungskurs Physik mit 15 Punkten bewertet wurde, sicherte sich Voß beim Oberstufenpreis den ersten Platz und somit auch eine Prämie von 3000 Euro. Für ihre Arbeit verwendete Hanna Voß 20 verschiedene S-Bogen von Mitschülern, Lehrern und der Wilhelm Heckel GmbH aus Wiesbaden und vermaß und untersuchte die Klangspektren der einzelnen S-Bogen in einem speziell entwickelten experimentellen Aufbau. 

2. Platz Lukas Heide

Auch Lukas Heide (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Neunkirchen) erhielt für seine Arbeit im Fach Informatik mit dem Titel „Planung und Inbetriebnahme einer über eine HTML-Seite gesteuerten Steckdose“ viel Lob. Dr. Jochen Dietrich, Jurymitglied und Schulleiter des Gymnasiums Stift Keppel in Hilchenbach, überreichte dem Schüler den mit 2400 Euro dotierten zweiten Preis. Insbesondere Heides Programmierkenntnisse und hohe Kompetenz bei der Problemlösung „widerständiger Dinge“ hatten die Jury überzeugt. 

Geräte, wie zum Beispiel eine Kaffeemaschine oder eine Lampe, per Fernsteuerung ein- und ausschalten, ohne sich selbst in der Nähe zu befinden – diesem Projekt widmete sich Lukas Heide vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Neunkirchen. Für seine Facharbeit „Planung und Inbetriebnahme einer über eine HTML-Seite gesteuerte Steckdose“, erhielt er im Fach Informatik 14 Punkte und erreichte beim Oberstufenpreis den mit 2400 Euro dotierten 2. Platz. Eigens für die Arbeit baute der 17-Jährige Steckdosen, die mit Hilfe einer WLAN-Verbindung und einem Smartphone oder Computer ferngesteuert werden können. Auch für die Zukunft hat Lukas Heide bereits Pläne und Ideen, um die ferngesteuerte Schaltung weiterzuentwickeln. So will er der Programmierung eine zeitgesteuerte Schaltung hinzufügen, um die Einsatzmöglichkeiten der Steckdosenleiste zu erweitern. 

3. Platz Christian Jung

Den dritten Platz belegte Christian Jung (Städtisches Gymnasium Kreuztal). Der Schüler schrieb seine Facharbeit zu dem Thema „Beschleunigung metallischer Objekte mithilfe von magnetischer Induktion am Beispiel eines Gaußgewehrs“ im Fach Physik. Inspiriert durch ein Computerspiel überprüfte er den Realitätsgehalt einer im Spiel vorgestellten Waffe – gänzlich ungefährlich war allerdings das vorgestellte „Gaußgewehr“ im Original. Jurymitglied Rainer Dango von der Dango & Dienenthal GmbH & Co. KG in Siegen überreichte ihm ein Preisgeld von 1500 Euro sowie die Urkunde für Platz 3. 

Als Christian Jung beim Spielen des Computerspiels „Fallout 4“ auf das Gaußgewehr stieß, kam er auf die Idee seiner Facharbeit. Die Waffe, die mithilfe von stromdurchflossenen Kupferspulen Geschosse abfeuern kann, interessierte den 18-Jährigen so sehr, dass er seine Facharbeit über die „Beschleunigung metallischer Objekte mithilfe von magnetischer Induktion am Beispiel eines Gaußgewehrs“ schrieb. Für die Facharbeit im Leistungskurs Physik erhielt der Schüler des Städtischen Gymnasiums in Kreuztal 15 Punkte und erreichte den mit 1500 Euro dotierten dritten Platz beim Oberstufenpreis. Für seine Arbeit baute der Kreuztaler das Gewehr als harmlose Variante nach und probierte aus, ob das Prinzip dieser Waffe in der realen Welt ebenfalls funktioniert. Dazu überprüfte er das Funktionsprinzip und ermittelte die Austrittsgeschwindigkeit, die kinetische Energie des Geschosses sowie die magnetische Flussdichte, die das Geschoss anzieht. 

4. Platz Sebastian Braun

Der vierte Preis ging ebenfalls an das Städtische Gymnasium Kreuztal. Die Jury wählte Sebastian Braun mit seiner Arbeit „Entwicklung eines Kühlschranks mithilfe des Peltiereffekts“ aus dem Fach Physik. Nebst Urkunde gab es ein Preisgeld von 1200 Euro. 

Mit der Entwicklung eines individuell bedienbaren Kühlschranks beschäftigte sich Sebastian Braun, ebenfalls vom Städtischen Gymnasium in Kreuztal. Für seine Facharbeit mit dem Thema „Entwicklung eines Kühlschranks mithilfe des Peltiereffekts“ erhielt er im Fach Physik 15 Punkte, er sicherte sich damit beim VDI-IHK-Oberstufenpreis den vierten Platz sowie eine Prämie von 1200 Euro. Eigens für seine Arbeit baute und programmierte der 17-Jährige einen Kühlschrank, der manuell auf eine Temperatur von minus 5°C bis zu 80°C eingestellt werden kann und dessen Temperatur auf dem Touch-Display des Kühlschranks angezeigt wird. Darüber hinaus kann die Farbe der Innenbeleuchtung per Touch-Display ausgewählt und der Inhalt des Kühlschranks abgefragt werden, wenn diese Information zuvor eingegeben wurde. Auch hat der Kreuztaler bereits weitere Ideen für Weiterentwicklungen des Kühlschranks. So könne der Kühlschrank anstatt der Fernbedienung beispielsweise mit WLAN ausgestattet werden, um ihn so per Smartphone oder Computer zu steuern.

5. Platz Jonathan Bechtel

Platz fünf belegte Jonathan Bechtel vom Gymnasium Netphen. Er hatte seine Facharbeit über Bienen zum Thema „Markierungsversuche von Karl Frisch im Hinblick auf verschiedene Flüssigkeiten“ im Fach Biologie geschrieben. Dafür erhielt Jonathan Bechtel ein Preisgeld in Höhe von 900 Euro. 

„Markierungsversuche von Karl Frisch im Hinblick auf verschiedene Flüssigkeiten“ lautet der Titel von Jonathan Bechtels Facharbeit, in der er sich mit Bienen befasste und für die er im Fach Biologie 15 Punkte erhielt. Beim VDI-IHK-Oberstufenpreis erreichte er den 5. Platz und ein Preisgeld in Höhe von 900 Euro. Für seine Arbeit stellte der 17-jährige Hobbyimker den Grundversuch von Verhaltensforscher Karl von Frisch nach. Bechtels Ziel war es, die Forschungsergebnisse Frischs, der die Kommunikation und den Orientierungssinn von Bienen durch farbliche Markierungen untersucht hatte, zu überprüfen. Dazu stellte der Schüler vom Gymnasium in Netphen eine Futterstelle in einem festen Abstand auf und erweiterte den Grundversuch von Karl von Frisch um weitere zuckerhaltige Flüssigkeiten als Futterquelle. So gelang es ihm letztlich, die Erkenntnisse von Frischs zu bestätigen, sie zu erweitern und die Fähigkeit und Art der Kommunikation und Orientierung der Bienen nachzuweisen. 

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