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Nr. 006: Standortumfrage der IHK Siegen bei knapp 1000 Unternehmen - „Heimatverbundenheit, Umweltqualität und Sicherheit ,top‘, Handlungsbedarf in der Infrastruktur“

24.01.2019 | „Die heimischen Standorte erhalten von den befragten 1000 Unternehmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe die gute Durchschnittsnote 2,8. Wir brauchen uns damit hinter anderen Regionen wahrlich nicht zu verstecken“, fasst IHK-Präsident Felix G. Hensel das Ergebnis einer Standortumfrage zusammen, die in den vergangenen Mo-naten fast einheitlich auch in mehreren IHK-Bezirken in Hessen und Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Der IHK-Bezirk Siegen hebt sich durch einige Punkte sogar hervor: „Wir finden es bemerkenswert, dass unsere Firmen mit ihren Standortkommunen eher den Begriff ‚Heimat‘ verbinden und die regionale Wirtschaftskraft, die Umweltqualität so-wie die Sicherheit höher einstufen als anderen Ortes. Die Familienfreundlichkeit erreicht mit einem Durchschnittswert von 2,6 einen ähnlich hohen Wert wie in den an der Befra-gung beteiligten Wirtschaftsregionen in Rheinland-Pfalz oder Hessen“, betont Felix G. Hensel. Demgegenüber werden die Begriffe „Zukunft, Dynamik“ sowie „Innovationskraft und Kreativität“ nicht so stark mit den hiesigen Standortkommunen verbunden. Trotzdem fallen die Durchschnittsnoten bei diesen Punkten mit 3,1 und 3,2 noch relativ zufrieden-stellend aus. Deutlich besser wird die „Lebensqualität“ beurteilt, am besten schneidet hier der Kreis Olpe mit der Durchschnittsnote 2,3 ab. Allenfalls das „Flair“ fällt im IHK-Bezirk gegenüber anderen Gegenden etwas ab. 

Besonders bedeutsam für die regionale Strukturpolitik sind die Bewertungen der Unter-nehmen im Detail, da sich daraus am ehesten Handlungsbedarfe vor Ort ableiten lassen. Hierbei ergeben sich spürbare Unterschiede zwischen den Teilregionen des IHK-Bezirks. „Zahlreichen Firmen sind die Kostenbelastungen durch kommunale Steuern und Abga-ben ein Dorn im Auge. Dies war zu erwarten. Häufig vermissen die Firmen auch ein ‚of-fenes Ohr‘ für Wirtschaftsfragen. Sie wünschen sich zudem kürzere Bearbeitungsdauern sowie verlässlichere unternehmensbezogene Entscheidungen“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener fest. Insbesondere bei der kommunalen Wirt-schaftsförderung sähen die Betriebe noch Luft nach oben. Vor allem wenn es um die Serviceorientierung, das Standortmarketing sowie die Reaktionsgeschwindigkeit gehe. Die IHK werde diese Punkte aufnehmen und mit den Kommunen vertiefen. Die heimi-schen Unternehmen beurteilen mit der Infrastruktur in puncto Verkehr, Breitbandanbin-dung und Mobilfunknetz genau diejenigen Infrastruktursegmente besonders kritisch, die sie als bedeutsam für die Unternehmensentwicklung beurteilen. Das gibt aus Sicht der IHK zu denken. Die Diskrepanz zwischen der Wichtigkeit und der Zufriedenheit ist dabei im Altkreis Wittgenstein besonders offenkundig. Klaus Gräbener: „Die 102 befragten Un-ternehmen aus Wittgenstein geben der Verkehrsanbindung die Note ‚mangelhaft+‘. Das unterstreicht ein weiteres Mal, wie dringlich die Route 57 für die Firmen in Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe ist. Im Kreis Olpe und im Altkreis Siegen sehen die Be-triebe demgegenüber spürbare Handlungsbedarfe beim Gewerbeflächenangebot. Hier müssen in den nächsten Monaten entscheidende Weichenstellungen vorgenommen werden.“

„Hohen Leidensdruck offenbaren die Umfrageergebnisse abermals bei der Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften sowie von Berufseinsteigern und Azubis. Und das über alle Teilregionen im IHK-Bezirk hinweg“, ergänzt Referatsleiter Stephan Jäger. Nicht ganz so kritisch stuften die heimischen Unternehmen insgesamt die „weichen Standort-faktoren“ wie z. B. die Attraktivität der Innenstädte, die Schulangebote, die Gesundheits-versorgung sowie die Freizeit- und Gastronomieangebote ein. „Trotzdem muss an all die-sen Punkten noch intensiv gearbeitet werden, denn dem Aspekt ‚Lebensqualität‘ messen die Betriebe eine sehr hohe Bedeutung zu. Sie wissen: nur eine lebenswerte und attrak-tive Region kann den Bedarf an Fach- und Führungskräften auch in Zukunft sichern“, sagt Jäger. 

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Klaus Gräbener

Tel: 0271 3302-300
Fax: 0271 3302-44300
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