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Nr. 025: „Gute Bilder kommen nicht von alleine“ IHK-Medienseminar lieferte spannende Einblicke in die Fotografie

29.03.2019 I Technische Möglichkeiten ausschöpfen, von gewohnten Perspektiven abweichen und dadurch außergewöhnliche Spannungsmomente generieren – ein gelungenes Foto lebt von diesen Elementen. Wie man dabei konkret vorgeht und welche weiteren Faktoren Beachtung finden sollten, erfuhren die Teilnehmer des Medienseminars der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Unter dem Titel „What you see is what you get“ brachte Referent Sascha Müller-Harmsen ihnen zwingend erforderliche Grundlagen und auch spezifisches Fachwissen für den täglichen Bedarf näher. Der erfahrene Fotograf, Journalist und Designer arbeitet seit 1998 für diverse Firmen, Medienhäuser und Institutionen.


Seine Expertise konnte er in dem mit knapp 40 Teilnehmern sehr gut besuchten Workshop sowohl ambitionierten Hobbyfotografen als auch berufsbedingt interessierten Marketing-Spezialisten und Redakteuren unterschiedlicher Branchen vermitteln. So richtete er von Beginn an einen wesentlichen Fokus darauf, die Relevanz eines zielgruppengerechten und inhaltsspezifischen Vorgehens zu verdeutlichen: „Wenn ich Nahrungsmittel für einen Supermarktprospekt fotografiere, muss ich ganz andere Dinge beachten als etwa bei Personenportraits oder Landschaftsmotiven.“ Dies spiegle sich bereits in den für den jeweiligen Anlass erforderlichen Kameraeinstellungen wider. Der primäre Anspruch müsse grundsätzlich darin bestehen, Nähe zum Motiv herzustellen und dem Bild Tiefe zu verleihen. Dabei komme es darauf an, welchen „Standpunkt“ der Fotograf wähle – und zwar in mehrfacher Hinsicht: Einerseits gehe es um die physische Dimension, also die jeweilige Kameraposition. Zum anderen sei die ideelle Dimension – die Frage nach der intendierten Aussage des Fotos – von Bedeutung. Wer einen Menschen aus der „Froschperspektive“ fotografiere, lasse diesen dominant und mächtig erscheinen. Von oben aufgenommen, erwecke die betreffende Person hingegen tendenziell keinen selbstbewussten Eindruck.


Anhand konkreter Beispiele zeigte Sascha Müller-Harmsen, dass es etwa lohnenswert sein kann, mit Bewegungsunschärfe zu operieren, wenn man die Dynamik eines Objektes abbilden möchte. Die richtige Belichtung erweise sich immer wieder als Schlüssel für ein gelungenes Endergebnis. Zweifelsohne sei es vonnöten, im Menü der Kamera den Überblick zu bewahren und – auch in Verbindung mit dem jeweiligen Objektiv – die passenden Einstellungen vorzunehmen: von der Zeitautomatik über den Weißabgleich bis hin zur Brennweite. Der Auswahl des Equipments und dem adäquaten Umgang mit der Technik komme eine große Bedeutung zu. Letztlich entscheidend sei aber die Bildkomposition. Ein Fotograf müsse immer danach streben, das jeweils zentrale Element seines Motivs gekonnt in Szene zu setzen und nicht unbeabsichtigt von diesem abzulenken. Hilfreiche Stützen dabei markieren die aus der Antike stammende Regel des sogenannten „Goldenen Schnitts“ und die davon abgeleitete „Dreiteilung“. Beide erfüllen nur einen Zweck: Das dargestellte Motiv soll harmonisch wirken. Kunst, Architektur und eben Fotografie schätzen diese Prinzipien als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie. „Gute Bilder kommen nicht von alleine. Es ist wichtig, immer wieder zu reflektieren und seine Arbeit zu hinterfragen“, fasste Sascha Müller-Harmsen abschließend zusammen. Damit die Teilnehmer des Basisseminars das Erlernte auch umsetzen können, wird der Referent ihnen einen aufbauenden Praxisworkshop anbieten.

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