PDF wird generiert
Bitte warten!

Nr. 074: Forschung und Entwicklung: IHK drängt auf mittelstandsfreundliche Förderung

05.09.2019 | „Ein wichtiges Pfund für die Zukunft des heimischen Mittelstands ist seine Innovationskraft. Damit gerade kleine und mittlere Betriebe hier ihr Potenzial ausschöpfen können, braucht es unter anderem eine steuerliche Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE). Ziel muss sein, die bestmöglichen Bedingungen dafür zu schaffen, dass in diesem Bereich verstärkt investiert werden kann.“ Felix G. Hensel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) begrüßte anlässlich des Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei Unternehmen in der Region entsprechende Ankündigungen in dessen aktuell vorgelegter Mittelstandsstrategie. Es sei erfreulich, dass sich der Bundesminister damit den Anliegen der zahlreich vertretenen mittelständischen Unternehmen zuwende, nachdem seine bisherigen wirtschaftspolitischen Aussagen in seiner Industriestrategie eher auf Großunternehmen ausgerichtet gewesen seien.

Erklärtes Ziel für die Stärkung des Mittelstandes ist nunmehr die Unterstützung bei Innovationen und der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang kündigt der Minister eine steuerliche Forschungsförderung ab dem kommenden Jahr an. „Mehr Forschung und Innovationen stärken die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere im Mittelstand – existentiell wichtig nicht nur in Zeiten konjunktureller Abkühlung. Deshalb ist es richtig, dass die Strategie vorsieht, die Förderung auszubauen und mittelstandsfreundlicher zu gestalten“, betont Felix G. Hensel. Die Koalitionspartner haben sich darauf verständigt, dass bis Ende 2025 insgesamt 3,5 % des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung gehen sollen. Die Unternehmen schultern mehr als zwei Drittel der Aufwendungen. Deshalb brauchen sie aus Sicht der IHK das entsprechende Umfeld, um stärker in Innovationen investieren zu können.

Die Bundesregierung hatte hierzu bereits im Mai dieses Jahres einen Gesetzentwurf vorgelegt. Um die Schlagkraft der vorgesehenen Förderung zu erhöhen, seien jedoch einige Nachbesserungen notwendig, erläutert der IHK-Präsident. So sieht die Bundesregierung eine Steuergutschrift in Höhe von 25 % auf die FuE-Personalkosten vor, deckelt diese allerdings auf 500.000 € pro Jahr. Um zu verhindern, dass vor allem investitionsintensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten benachteiligt werden, sind aus Sicht der IHK bei einer steuerlichen Förderung unbedingt auch die Sachkosten zu berücksichtigen. Der Hintergrund: Industriebetriebe müssen zum Teil hohe Summen für Labore oder Prüfstände aufbringen. Um weitere Innovationspotenziale zu erschließen, müsse zudem das Fördervolumen perspektivisch angehoben werden.

Ein weiteres wichtiges Anliegen hat der Bundeswirtschaftsminister in seiner Mittelstandsstrategie bereits aufgenommen: Bei der Auftragsforschung ist eine mittelstandsfreundliche Lösung vorgesehen, bei der der Auftraggeber seine Ausgaben geltend machen kann. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über Forschungsabteilungen oder Entwickler, sondern sind darauf angewiesen, Aufträge an Dritte zu vergeben. In diesen Fällen muss der Auftraggeber, der das wirtschaftliche Risiko trägt, von einer Förderung profitieren können“, betont IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer. Hier sei man auf dem richtigen Weg. Allerdings: Zu einer mittelstandsfreundlichen Umsetzung gehöre auch, dass die geplante FuE-Förderung möglichst praxisnah ausgestaltet werde und die zur Genüge vorhandenen Bürokratielasten der Unternehmen nicht weiter erhöht würden. So sollte für eine Beantragung eine kurze, prägnante Beschreibung des Vorhabens bereits ausreichen.  

Seiten-ID: 3100

Seiten-ID3100

Ansprechpartner

Hans-Peter Langer

Tel: 0271 3302-313
Fax: 0271 3302-44313
E-Mail