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Nr. 110: „Weltmeister wird man nur mit einem guten Team“

05.12.2019 | „Zwölf Weltmeistertitel und zwei Olympiagoldmedaillen gewinnen Sie nur mit einer langfristigen und zielgerichteten Vorbereitung. Das kann man auch gut auf die Unternehmenswelt übertragen“, das war die Kernbotschaft von Freiwasserschwimmer Thomas Lurz bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Dieser war – natürlich – nicht zum Schwimmen gekommen, sondern um darüber zu berichten, welche mentale Einstellung es braucht, um derartig erfolgreich zu werden. Thomas Lurz ist heute HR-Direktor im weltweit aufgestellten Modeunternehmen s.Oliver. Über 100 Gäste lauschten gebannt seinen Worten, mit denen er deutlich machte, welcher Entbehrungen und Anstrengungen es bedarf, um so häufig ganz nach oben auf das Treppchen zu gelangen. „Dabei waren die Niederlagen fast noch wichtiger als die Erfolge, denn dann bleibt man fokussiert“, so eine der Schlussfolgerungen des Referenten.

Weitere Bausteine waren die Wertschätzung durch und das Vertrauen in andere: Zum Schwimmen kam Lurz als Kind. Dabei blieb er, weil er dort seine erste Medaille erhielt: Als zweiter von zwei angetretenen Wettkämpfern. Trotzdem trieb ihn das an, davon wollte er mehr. Die guten Rahmenbedingungen in seinem Heimatverein in Würzburg, wie die vereinseigene Schwimmhalle und das gute Trainerteam, trugen dazu bei, dass er immer besser wurde. Denn auch bei einer Einzelsportart, so wurde er nicht müde zu betonen, sei das Ergebnis immer eine Teamleistung. Ohne die entsprechende Unterstützung in der Vorbereitung könne niemand dauerhaft erfolgreich sein. Deshalb sei es auch wichtig, mit den Besten zu trainieren, denn da sporne man sich gegenseitig an. Auch das gelte in der Unternehmenswelt genauso. Den Wechsel vom Wettkampf in der Schwimmhalle hin zum Freiwasserschwimmen habe er zunächst nur ungern vollzogen. Weil er seinem Trainer vertraut habe, sei er dann doch zu der für ihn neuen Langstreckensportart übergegangen, die schlussendlich seiner Körperstatur und seinem Leistungsvermögen angemessener gewesen sei. Ohne dieses Vertrauen seien seine Erfolge undenkbar gewesen, betonte der Schwimmer. „Es gilt, die Kraft und Energie dorthin zu lenken, wo man etwas erreichen kann. Und nicht unnützen Ehrgeiz darauf zu verwenden, unabänderliche, vermeintliche Schwächen auszumerzen.“

Eine laut Lurz nicht verzichtbare Voraussetzung für den Erfolg ist es, hartnäckig und ausdauernd an seinen Zielen zu arbeiten. Deshalb müsse man sich diese möglichst plastisch vor Augen führen und sie lang-, mittel- und kurzfristig festlegen. Für ihn seien dies regelmäßige Weltcup-Rennen gewesen, die Weltmeisterschaften alle zwei Jahre sowie die Olympischen Spiele alle vier Jahre. Nur so hätte er die Motivation für ein tägliches Training aufrechterhalten können. Apropos Training: Lurz‘ Credo, immer einmal mehr zu trainieren als die Konkurrenz, löste Bewunderung beim Publikum aus. So trainierte er bereits als Schüler morgens vor der Schule und danach sowie eine zusätzliche Einheit am Samstag, eben einmal mehr als andere.

Gefragt nach seinen größten Fehlern, räumte Lurz zweierlei ein: „Wenn ich noch einmal von vorne anfangen würde, würde ich stärker auf Regeneration achten. Ein Körper ist keine Maschine und meine größten Niederlagen, z. B. bei den ersten Olympiateilnahmen, habe ich erlitten, weil ich im Vorfeld zu viel trainiert hatte.“ Und er würde sich frühzeitiger selbst um Sponsoren kümmern, statt darauf zu warten, dass diese ihn ansprechen. „Wenn man etwas erreichen will, muss man selbst alles für sein Ziel tun. Denn man ist selbst dafür verantwortlich.“

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