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Nr. 017: Deutliche Rückgänge im Exportgeschäft drücken den Industrieumsatz 2019

21.02.2020 | Erstmals seit 2013 ging der Industrieumsatz in Siegen-Wittgenstein und Olpe zurück. Im Jahr 2019 sanken die Umsätze der Industrieunternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerlöse lagen bei 15,3 Mrd. €, 404 Mio. € weniger als 2018. „Es war zu erwarten, dass sich am Jahresende die konjunkturelle Talfahrt in Teilen der Industrie auch in sinkenden Jahresumsätzen bemerkbar machen würde. Vor allem die außenwirtschaftlichen Belastungen machen unseren exportorientierten Industrieunternehmen zu schaffen. Von den 404 Mio. €, die unsere Betriebe 2019 weniger umgesetzt haben, entfällt allein ein Minus von 322 Mio. € auf das Exportgeschäft. Funktioniert der Welthandel weitgehend reibungslos, profitieren wir davon. Werden jedoch immer mehr Barrieren errichtet, bekommen wir dies mit als Erste zu spüren“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die aktuellen Umsatzzahlen des Statistischen Landesamtes. Er wies zugleich darauf hin, dass die regionale Wirtschaft von einem Umsatzeinbruch wie im Krisenjahr 2009 zwar weit entfernt sei, die IHK die Warnsignale jedoch alles andere als „auf die leichte Schulter“ nehme. Es gebe durchaus auch namhafte Unternehmen, die durch die internationalen Turbulenzen, vor allem aber durch immer weiter steigende Kostenbelastungen deutlich gebeutelt seien. „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht“, unterstreicht Klaus Gräbener.

Landesweit ging der Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes um 3,1 % auf 320,5 Mrd. € etwas deutlicher zurück als im IHK-Bezirk. Stephan Häger, Leiter des IHK-Referates Konjunktur, Arbeitsmarkt und Statistik: „Größere Unterschiede sind beim Vergleich der Inlands- und Auslandsumsätze festzustellen. Während die Industrie landesweit beim Inlandsumsatz ein Minus von 3,8 % verbuchte, liegt das Minus unserer Unternehmen bei ,nur‘ 1,0 %. Mit 8,4 Mrd. € Inlandsumsatz haben die hiesigen Unternehmen 2019 zwar 82 Mio. € weniger umgesetzt als 2018, aber 263 Mio. € mehr als 2017. Beim Auslandsumsatz zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Da mussten unsere Firmen mit einem Minus von 4,5 % einen größeren prozentualen Verlust verkraften als die Unternehmen in NRW (-2,2 %).“

In den Kreisen des IHK-Bezirkes ist die Entwicklung der Industrieumsätze sehr unterschiedlich. Während in Siegen-Wittgenstein der Gesamtumsatz um 4,5 % (-433 Mio. €) zurückging, konnten die Betriebe im Kreis Olpe sogar ein leichtes Plus von 0,5 % (+29 Mio. €) erwirtschaften. Stephan Häger: „Die Umsatzsteigerung der Unternehmen aus dem Kreis Olpe liegt in guten Inlandsgeschäften begründet. Hier stiegen 2019 die Umsätze um 70 Mio. € bzw. 1,8 %. Der Export ging jedoch um 41 Mio. € (-1,8 %) zurück. Im Kreis Siegen-Wittgenstein hat sich das Auslandsgeschäft ebenfalls schlechter als das Inlandsgeschäft entwickelt. Während der Inlandsumsatz um 3,3 % zurückging (-152 Mio. €), verringerte sich der Export um 5,7 % (-281 Mio. €).“

In den drei umsatz- und beschäftigungsstärksten Industriebranchen des IHK-Bezirks sind jeweils Umsatzrückgänge festzustellen. Klaus Gräbener: „Vor allem die Metallerzeugung und -bearbeitung, hierunter fallen Gießereien und Rohrhersteller, sowie der Maschinenbau verbuchten Verluste zwischen 5 und 6 %. Dies erklärt auch, warum sich umsatzseitig die Situation in Siegen-Wittgenstein etwas schlechter darstellt als im Kreis Olpe.“ Die Hersteller von Metallerzeugnissen – vor allem handelt es sich dabei um Automobilzulieferer – konnten nahezu wieder das Vorjahresergebnis erreichen. Sie verbuchten einen geringen Verlust von 0,5 % gegenüber 2018.

Trotz rückläufiger Umsatzzahlen zeigt sich der Arbeitsmarkt noch äußerst stabil. In den Industrieunternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten waren etwa 56.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,0 % mehr als vor einem Jahr. Landesweit ist die Beschäftigtenentwicklung mit einem Minus von 0,4 % dahingegen leicht rückläufig. Klaus Gräbener: „Diese Zahlen sind nach wie vor sehr erfreulich. Die Industrie beschäftigt wieder so viele Menschen wie zuletzt vor 30 Jahren. Allerdings steht der Fachkräftemangel nur noch an sechster Stelle, wenn man die heimische Industrie nach den drängendsten Problemen befragt. Wir wären daher als IHK schon mehr als zufrieden, wenn der erreichte hohe Beschäftigtenstand im laufenden Jahr gehalten werden könnte.“

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