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Nr. 048: „Helle, kreative und mitdenkende Köpfe, die uns voranbringen“: VDI-IHK-Oberstufenpreis würdigt Facharbeiten heimischer Schüler mit 9.000 € und zwei weiteren Sonderpreisen

21. Juli 2025/ Frederik Kieslich vom Rivius-Gymnasium Attendorn ist der Gewinner des VDI-IHK-Oberstufenpreises 2024. Zusammen mit den weiteren Preisträgern und Teilnehmern des Wettbewerbs wurde er jetzt im Campus der aquatherm GmbH in Attendorn geehrt.

„Eine tolle Veranstaltung mit jungen Menschen, die mir viel Zukunftsoptimismus gegeben hat“, fasst Dr. Thilo Pahl, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, seine Eindrücke von der Preisverleihung und den Gesprächen mit den Abiturienten zusammen. IHK-Präsident Walter Viegener appellierte bereits in seiner Begrüßung an den wissenschaftlichen Nachwuchs: „Setzen Sie Ihre Begabung und Ihre Kreativität in den kommenden Jahren dazu ein, die Welt an jedem Tag ein Stück besser und gerechter zu machen, die Innovationskraft unserer Unternehmen voranzutreiben und das Fundament für neues Wachstum zu legen. Wir brauchen junge Menschen wie Sie, helle, kreative und mitdenkende Köpfe. Heute mehr denn je.“

Frederik Kieslich widmete seine – in Zusammenarbeit mit dem Department Chemie und Biologie der Universität Siegen erstellte – experimentelle Chemie-Facharbeit der „Optimierung der Synthesen von polycyclischen, gesättigten und platonischen Kohlenwasserstoffen, genauer Käfigverbindungen, am Beispiel einer Synthesestufe des Moleküls Cuban und anschließender analytischer Auswertung“.

Kieslichs außergewöhnliches Fachwissen, die klare Struktur seiner Forschungsarbeit entlang der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung, seine auch für Laien verständliche Erklärung der theoretischen Grundlagen und experimentellen Versuche, die souveräne Verwendung von Formeln, Fachbegriffen und Zwischenresümees zur Ableitung ausdifferenzierter Frage­stellungen, die kritische Reflexion der Ergebnisse bis hin zu einer anwendungsbezogenen und wirtschaftlichen Be­trachtungsweise überzeugten nicht nur die Fachjury. Maik Rosenberg, Geschäftsführer der gastgebenden aquatherm GmbH, betonte in seiner Laudatio, dass die Wirtschaft und die Forschung an den Hochschulen auf solch „kluge Köpfe“, wie sie sich im Wettbewerb um den VDI-IHK-Oberstufenpreis zeigen, angewiesen seien. Er ermutigte die Abiturienten, „weiter am Ball zu bleiben“ und sich „aktiv in die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft einzubringen“. Dem Gewinner Frederik Kieslich gratulierte er voller Respekt vor dessen Leistung und wünschte ihm für seinen „weiteren, sicherlich spannenden Lebensweg von Herzen alles Gute“.

Auf Platz zwei landete Saniel Simon Schmidt vom Fürst-Johann-Moritz Gymnasium Siegen mit seiner experimentellen Physik-Facharbeit „Eine akustische Sensorapparatur zur KI-gestützten Identifikation von Oberflächenparametern und Oberflächeneigenschaften durch Schallreflexion“. Für Jurymitglied und Laudator Dipl. Ing. Rainer Dango verdient Saniel Simon Schmidts Facharbeit Lob in vielerlei Hinsicht. Beginnend mit der innovativen Idee zur Konzeption und Umsetzung einer bislang noch nicht existierenden Messapparatur über den interdisziplinären Forschungsansatz, die wissenschaftliche Methodik und technische Präzision bis hin zum Einsatz modernster Technologien, kreativer Problemlösungskompetenz und dem Ausblick auf industrielle Anwendungen. „Diese Facharbeit ist nicht nur ein Beweis für das außergewöhnliche Talent, sondern auch für die Leidenschaft und den persönlichen Einsatz des Autors. Sie zeigt, dass er nicht nur ein Schüler ist, sondern ein Forscher, ein Denker und ein Visionär. Mit einer klaren Vision und einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen unserer Zeit hat er gezeigt, wie Wissenschaft und Technologie zusammenwirken können, um innovative Lösungen zu schaffen“, schloss Rainer Dango begeistert.

Mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde Max Linus Eckhardt vom Gymnasium Wilnsdorf für seine experimentelle Physik-Facharbeit „Röntgenfluoreszenzanalyse - Ein Verfahren zum industriellen Metallrecycling – Entwicklung und Erprobung des Verfahrens im Labormaßstab". Jurymitglied und Laudator Prof. Dr. Ing. Jörg Himmel vom Verein Deutscher Ingenieure unterstrich in seiner Würdigung der Arbeit die herausragende Bedeutung, die der Wissenschaft Messtechnik zukomme. Ohne hochgenaue Messsysteme wären Produktentwicklung und Industrieautomation unmöglich. In den Bereichen Medizin und Industrie nehme Deutschland in der Messtechnik weltweit eine Spitzenstellung ein, in die sich die Arbeit des dritten Preisträgers trefflich einreihe: „Die automatische Sortierung von Altmetall zur Wiederverwertung ohne Downcycling ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, die ganz aktuell nicht nur unsere Klimaziele, sondern auch geostrategisch die Rohstoffbeschaffung betrifft.“

Platz vier belegte Lukas Hamann vom Städtischen Gymnasium Kreuztal mit seiner experimentellen Physik-Facharbeit „Untersuchung von verschiedenen Methoden zur präzisen Drehzahlbestimmung an der Zapfwelle eines Traktors zur Optimierung von landwirtschaftlichen Prozessen“. Mit dem fünften Preis würdigte die Jury Alexander Neumann vom Gymnasium Stift Keppel und dessen Chemie-Facharbeit zur Frage „Ergibt ein Verkaufsverbot von Energydrinks an unter 16-jährige Sinn?“

Außerdem vergab Jury-Vorsitzender und IHK-Ehrenpräsident Felix G. Hensel noch zwei Sonderpreise. Denn die zehnköpfige Jury war sich nach den Vorträgen der sieben ermittelten Finalisten in der Endrunde des Wettbewerbs einig, dass alle sieben Arbeiten preiswürdig sind. Gestiftet von der Gustav Hensel GmbH & Co. KG. wurde Lori Lechner vom St.-Ursula-Gymnasium Attendorn für ihre experimentelle Biologie-Facharbeit „Wie wirkt sich Schlafentzug auf die Konzentrationsfähigkeit aus?“ mit 500 € ausgezeichnet. Lucas Reimer vom Städtischen Gymnasium Kreuztal erhielt für seine experimentelle Physik-Facharbeit „Entwicklung eines Lichtspiels unter Verwendung von Piezoelektrizität“ den mit 250 € dotierten Sonderpreis.

Um die Hochwertigkeit sämtlicher eingereichten Facharbeiten zu würdigen, erhielten alle  Teilnehmer eine Würdigung, eine Urkunde und ein Geschenk. Insgesamt hatten sich 22 Schüler aus dem Kammerbezirk mit ihren Fach- und Projektarbeiten beworben. Dass sich der VDI Siegener Bezirksverein e.V. umfassend für die technische Allgemeinbildung einsetze, unterstrich Vereinsvorsitzender Dipl.-Ing. Frank Kasperkowiak. Er zeigte sich begeistert von den Beiträgen zum VDI-IHK-Oberstufenpreis: „Die Leidenschaft und das Engagement der jungen Talente für Technik und Naturwissenschaften haben mich beeindruckt. Gerade in unsicheren Zeiten, in denen oft nur von Problemen zu lesen und hören ist, macht es Mut, dass es so viel positive Energie und Engagement gibt.“ Der Wettbewerb zeige einmal mehr, wie das Prinzip „Forschen und Entwickeln“ aus der Wissenschaft und der Entwicklungspraxis auf den Schulbereich übertragen werden könne.

Seit 2013 würdigt der jährlich vergebene VDI-IHK-Oberstufenpreis Schüler der gymnasialen Oberstufe aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, die hervorragende Facharbeiten in den Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Technik oder im berufsbezogenen Lernbereich erstellt haben. Der erste Preis ist mit 3.000 € dotiert, der Zweiplatzierte erhält 2.400 €, der dritte Platz wird mit 1.500 € prämiert, für den vierten und fünften Platz gibt es 1.200 € bzw. 900 €. Das Preisgeld stellen in diesem Jahr die Klaus-und-Heidi-Vetter-Stiftung, die aquatherm GmbH, der Siegener Bezirksverein im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sowie die Industrie- und Handels­kammer Siegen (IHK) bereit.

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Dr. Christine Tretow

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