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Nr. 050: Europass-Verleihung: 24 Auszubildende aus Südwestfalen ausgezeichnet

14. August 2025/ „Mit 14 unbekannten Menschen auf einer Insel für vier Wochen – ich habe gemerkt, es gibt keinen Grund, Angst zu haben, denn ich kann viel mehr, als ich selbst oder andere meinen“, fasst Leonie Böttger ihre Erfahrungen beim Praktikum in Irland zusammen. Die angehende Industriekauffrau der EEW Pipe Production Erndtebrück GmbH & Co. KG ist eine von 24 Auszubildenden aus Südwestfalen, die jetzt in der IHK Siegen mit dem Europass Mobilität ausgezeichnet wurden.

„Der Europass ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit der europäischen Staaten in der Bildungspolitik und der Gestaltung des europäischen Arbeitsmarktes, denn er ermöglicht es den Inhabern, ihre Fähigkeiten sichtbar zu machen und mobil zu bleiben – ob für eine Weiterbildung oder eine berufliche Tätigkeit in einem anderen EU-Mitgliedsstaat", hob IHK-Geschäftsführerin Sabine Bechheim in ihrer Begrüßung hervor. Mit dem IHK-Projekt „WINGs goes Ireland“ und Stipendien der IHK Siegen ging es für 21 kaufmännische und gewerblich-technische Auszubildende heimischer Unternehmen im vergangenen Jahr in den Südwesten der Republik Irland. Darüber hinaus reisten mit dem Kooperationspartner Education GmbH und „Erasmus+“-Stipendien ein angehender Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und ein Auszubildender zum Industriekaufmann nach Lettland sowie eine angehende Industriekauffrau nach Malta. In mittelständischen Betrieben in Cork, Riga und Valletta sammelten die jungen Menschen internationale Berufserfahrung. Darüber hinaus lernten sie das Alltagsleben in ihren Gastfamilie oder in Studentenwohnheimen kennen. Ob Arbeitsprozesse in einer fremden Branche, rechtliche Fragen, Gepflogenheiten englischsprachiger Geschäftskommunikation oder kulturelle Besonderheiten: Von den erworbenen Kompetenzen profitieren die Teilnehmer nachhaltig.

In den Nachbereitungsseminaren ließen die Auszubildenden die Zeit Revue passieren. Unisono werteten sie den Aufenthalt im Ausland als eine Möglichkeit, um über sich hinauszuwachsen und internationale Berufserfahrung zu sammeln. In einem ausländischen Unternehmen und in einer anderen Branche zu arbeiten, andere Arbeitsweisen und neue Technologien kennenzulernen, persönliche Netzwerke zu erweitern und die Freundlichkeit der Iren wie der Letten und Malteser zu erleben, empfanden sie als sehr bereichernd. Ebenso die Erfahrung, „in einem Team voneinander zu lernen und nun die Sicherheit zu haben, dass man sich verständigen und deswegen offener in die Welt gehen kann." So formuliert es der angehende Mechatroniker Moritz Bruch von der Siegenia-Aubi KG, der mit seiner Wahl des Praktikumsbetriebes bewusst einen sehr weiten „Blick über den Tellerrand“ gewagt hatte: Er absolvierte sein Praktikum im Bereich Garten- und Landschaftsbau im Blarney Castle.

Auch die angehende Immobilienkauffrau der Sparkasse Siegen, Sophie Hoffmann, entschied sich für ein Praktikum jenseits ihrer Ausbildung. In einer Boutique-Destillerie mit Restaurant und Bar reichte ihr Aufgabenspektrum von der Vor- und Nachbereitung des Gästebereiches bei Events samt Barkeepertätigkeit über das Kundenfeedbackmanagement oder die Contentpflege der Social-Media-Kanäle bis hin zur Konzeption und Durchführung von Kundenumfragen oder Marketing-Quartalsplanung. Ihr Fazit: „Durch die Herausforderungen, die ich gemeistert habe, fühle ich mich nachhaltig ermutigt, neue Wege zu gehen.“ Tiefpunkte wussten die Auszubildenden allenfalls mit einem herzhaften Lachen zu nennen, etwa den Kontostand nach den vier Wochen im Ausland.

Dass die Herausforderungen eines globalisierten Marktes vor keiner Branche Halt machen, verdeutlicht auch ein Blick auf die Vielfalt der Ausbildungsberufe der jetzt ausgezeichneten Nachwuchskräfte: Neben den bereits genannten reichten diese von Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement über Werkzeugmechaniker oder Elektroniker bis hin zu Verfahrenstechnologe oder Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Sie alle seien mit einem großen Erfahrungsschatz, vertieften Sprachkenntnissen, neuen Freundschaften und interkulturellen Kompetenzen im Gepäck zurückgehrt, unterstreicht Projektleiterin Dr. Christine Tretow von der IHK Siegen.

Und auch die Ausbildungsverantwortlichen der entsendenden Unternehmen teilen das positive Fazit. Als „gute Investition“ verbucht Ausbilderin Jennifer Reiswich von der effexx Unternehmensgruppe die Entsendungen ihrer Auszubildenden. Nicht nur mit Blick auf die persönliche Qualifizierung, sondern auch hinsichtlich der Mitarbeiterbindung und Weiterentwicklung des Unternehmens. Melanie Porcello, Personalerin der Robert Thomas Metall- und Elektrowerke GmbH & Co. KG, hebt hervor: „Die Auszubildenden haben gelernt, Hürden zu überwinden – und dass kein Problem unlösbar ist.“

Bereits seit 2016 gehört die IHK Siegen dem bundesweiten Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ an, das die Beratungsstellen unterstützt. „Über 40 % der Industrieumsätze stammen im IHK-Bezirk aus dem Exportgeschäft. In einer globalisierten Arbeits- und Lebenswelt wird der Umgang mit kultureller Vielfalt, unterschiedlichen Werten und Bräuchen immer wichtiger“, unterstreicht Dr. Christine Tretow. Jährlich 30.000 € stellt die IHK Siegen für die Stipendien der Azubis seit 2019 zur Verfügung, die Unternehmen beteiligen sich jährlich mit 7.000 € – ein starkes Signal der Wirtschaft. Ansprechpartnerin für interessierte Unternehmen: Dr. Christine Tretow (0271 3302-306, christine.tretow@siegen.ihk.de). Weitere Informationen unter ihk-siegen.de (Seiten-ID: 1165).

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Ansprechpartner

Dr. Christine Tretow

Tel: 0271 3302-306
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