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Nr. 051: Zoll-Deal mit den USA: Unternehmen erwarten weitere Beeinträchtigungen

19. August 2025/ Nach der vorläufigen Einigung zwischen der EU und den USA im Zollstreit erwarten die Unternehmen künftig mehrheitlich weitere Beeinträchtigungen im transatlantischen Handel. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 3.500 Betrieben bundesweit – darunter rund 950 Unternehmen aus NRW. „Statt Erleichterung melden uns viele Unternehmen aus der Region vor allem zusätzliche Sorgen“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl die Ergebnisse zusammen. „Der EU-USA-Deal bringt für viele Betriebe keine Entlastung, sondern im Gegenteil: steigende Kosten und neue bürokratische Hürden.“

Bundesweit erwartet nur eine kleine Minderheit von 5 % der Betriebe positive Effekte aus der Zolleinigung. 58 % rechnen dagegen mit neuen Belastungen, bei Unternehmen mit direktem US-Geschäft sind es sogar knapp drei Viertel (74 %). Diese Tendenz spiegelt sich auch im Kammerbezirk der IHK Siegen wider. Besonders die Erhöhung des US-Basiszollsatzes sowie sektorale Zölle – etwa auf Stahl oder Aluminium – belasten die Betriebe der Region stark. „Viele Unternehmen stehen vor der Situation, dass Alternativlieferanten ihre Preise erhöhen, sodass die Spielräume im Einkauf enger werden“, erklärt Dr. Thilo Pahl. Zudem berichten Mitgliedsunternehmen der IHK Siegen von Lieferengpässen, Verzögerungen bei Abholungen sowie steigenden Material- und Beschaffungskosten.

Rund 54 % der befragten Unternehmen mit US-Geschäft geben an, künftig weniger mit den USA handeln zu wollen. 26 % reduzieren ihre US-Investitionen, vertagen diese oder legen sie ganz auf Eis. Auch in der hiesigen Region führt die anhaltende Planungsunsicherheit zu Investitionsstopps. „Gerade für unsere stark exportorientierte Wirtschaft ist Verlässlichkeit entscheidend“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Die aktuelle US-Zollpolitik bewirkt genau das Gegenteil, nämlich Unsicherheit und Zurückhaltung. Das trifft sowohl große Industriebetriebe als auch den Mittelstand in unserer Region.“

Angesichts der Risiken im US-Geschäft nehmen fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen verstärkt neue Märkte ins Visier. Besonders der europäische Binnenmarkt wird von 73 % der Betriebe als stabiler und verlässlicher Wirtschaftsraum genannt. Auch Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe sehen dort aktuell die besseren Perspektiven. Dennoch: „Trotz aller Schwierigkeiten bleibt der transatlantische Markt für uns unverzichtbar“, betont Dr. Thilo Pahl.

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Ansprechpartner

Dr. Thilo Pahl

Tel: 0271 3302 300
Fax: 0271 3302 400
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