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Nr. 052: Ländlicher Raum „Vorreiter der Transformation“ – IHK fordert mehr politische Aufmerksamkeit für den heimischen Wirtschaftsraum

22. August 2025/ „Für die Transformationen in Wirtschaft und Gesellschaft spielt der ländliche Raum eine zentrale Rolle. Ganz gleich, ob Energiewende, neue Mobilitätskonzepte oder zunehmende Digitalisierung: Abseits der Ballungsräume werden innovative Ansätze entwickelt und erprobt, die unsere Zukunft bestimmen.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl fordert daher mehr politische Aufmerksamkeit für die Belange des industriegeprägten heimischen Wirtschaftsraumes. Die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe auf einen lebenswerten Natur- und Erholungsraum zu reduzieren, werde der Realität nicht gerecht: Die Wirtschaft in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe sei eines der industriellen Kraftzentren des Landes. Die in Südwestfalen zahlreich vertretenen Weltmarktführer und erfolgreichen mittelständischen Betriebe könnten die Rolle des Vorreiters in puncto Transformation einnehmen. Dr. Thilo Pahl: „Die Potenziale sind groß. Um sie bestmöglich heben zu können, muss die Bundes- und Landespolitik den Blick stärker auf die spezifischen strukturellen Herausforderungen in der Region lenken und die richtigen Weichen stellen.“

Handlungsbedarf sieht die Kammer auf mehreren Ebenen, darunter beim Thema Energie. Beim Ausbau erneuerbarer Energien spielen Regionen wie Südwestfalen aufgrund ihrer Topografie eine wichtige Rolle. In Bezug auf Onshore-Windenergie und PV-Freiflächenanlagen regt etwa die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter anderem Netzentgeltentlastungen, die Privilegierung von PV-Freiflächenanlagen in angrenzender Nähe zum Betriebsgelände und die Investitionsförderung für Direktstromlieferverträge an. „Damit würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gestärkt, es würden zudem Investitionen in nachhaltige Projekte gefördert und die Akzeptanz bei den Menschen vor Ort gestärkt. Das ist ein Thema, das in ländlich geprägten Räumen mit bewegter Landschaftstopografie nicht unterschätzt werden darf. Gerade, wenn perspektivisch Energie produziert wird, die nicht nur vor Ort, sondern im ganzen Land genutzt wird“, betont Hans-Peter Langer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen.

Zudem seien viele hiesige Betriebe dringend auf Möglichkeiten für ihr Wachstum angewiesen. Es fehle an geeigneten Wirtschaftsflächen. Potenzielle „Suchräume“ würden durch unzählige Flächenrestriktionen eingeschränkt – von Naturschutzgebieten über Kulturlandschaftsbereiche bis hin zu Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für die Energiegewinnung. „Eine Flächenpolitik, die zu restriktiv ist, bremst jedoch Transformationsprozesse in der Wirtschaft aus. Hier wünschen wir uns eine größere Offenheit in der Raumordnung. Die Unternehmen benötigen einfach mehr Flexibilität“, betont Hans-Peter Langer. 

Unter Druck geraten die Betriebe im IHK-Bezirk zudem seit längerem durch die demografische Entwicklung. Auch die heimische Wirtschaft sieht sich einem verschärften Wettbewerb um Fachkräfte ausgesetzt. Wichtig ist es aus Sicht der IHK, einen funktionierenden Rahmen für die betriebliche Ausbildung sicherzustellen. Schon in der Schule sollten daher wichtige Grundlagen für die Ausbildung und den Beruf gelegt werden. So könnten betriebliche Grundfertigkeiten in den Unterricht integriert werden. Dr. Thilo Pahl: „Entscheidend ist jedoch, dass die betriebliche Ausbildung wieder als das erkannt wird, was sie ist: gleichwertig zum Studium! Nicht zuletzt die politischen Entscheidungsträger sind gefordert, alles dafür zu tun, dass die Ausbildung in der öffentlichen Wahrnehmung einen höheren Stellenwert gewinnt.“ Zudem gelte es, bürokratische Hürden abzubauen und mehr Flexibilität, etwa bei den vorgegebenen Mindestklassenstärken an den Berufsschulen, zu ermöglichen und attraktiver für die Gewinnung von Auszubildenden aus dem Ausland zu werden. 

Neue Konzepte kämen unter anderem im Bereich der Mobilität (autonome und on-demand-Verkehre), der Gesundheitsversorgung und der Daseinsvorsorge zum Einsatz, wie das Beispiel von Automatenmärkten in der Region zeige. Die IHK sieht hier die Notwendigkeit, den rechtlichen Rahmen anzupassen, etwa bei den Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen.  

Insgesamt seien vor allem digitale Lösungen entscheidend, um das Zukunftspotenzial der Region bestmöglich zu nutzen. Die industrielle Prägung und die starke Vernetzung des Mittelstands in Südwestfalen böten hier eine riesige Chance, erläutert Dr. Thilo Pahl. Ein Beispiel: das Spitzencluster DO IT Südwestfalen, das Unternehmen, Forschung und eben bestehende Netzwerke zusammenbringen will, um die industrielle Transformation im heimischen Wirtschaftsraum aktiv zu gestalten.

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Ansprechpartner

Hans-Peter Langer

Tel: 0271 3302-313
Fax: 0271 3302400
E-Mail

Dr. Thilo Pahl

Tel: 0271 3302 300
Fax: 0271 3302 400
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