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Nr. 081: Krankenstände in Kleinbetrieben: Digitale Plattform ermöglicht Gesundheitsmanagement im Tagesgeschäft

18. Dezember 2025/ „Fallen Beschäftigte in kleinen Unternehmen krankheitsbedingt aus, stehen Arbeitgeber vor der Frage, ob und wie der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Dann geht es schnell an die Substanz!“ Maria Röming, Wirtschaftspsychologin und mehrfach ausgezeichnete Gründerin der digitalen Plattform für Betriebliches Gesundheitsmanagement GEQUMA, kennt die Folgen aus jahrelanger Erfahrung in der Beratung von Unternehmen: Termine können nicht mehr eingehalten werden, die wenigen verfügbaren Mitarbeiter müssen Mehrarbeit tragen, es entsteht zusätzlicher Stress, der im Zweifel zu weiteren krankheitsbedingten Ausfällen führt – ein Teufelskreis. „Betriebliches Gesundheitsmanagement ist deshalb kein Luxus, sondern ermöglicht ein gutes Risikomanagement und die Sicherung von Fachkräften.“

Richtig eingesetzt könnten so Fehlzeiten und Fluktuationen wirksam reduziert, die Leistungsfähigkeit und die Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert und gesunde, stabile Abläufe sichergestellt werden, unterstrich die Gesundheitsexpertin in einem Webinar der südwestfälischen IHKs. Mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der integrierte betriebliche Strukturen und Prozesse zum Ziel hat. Arbeit, Organisation und Verhalten sollen gesundheitsfördernd gestaltet werden und sowohl Beschäftigen als auch Arbeitgebern zugutekommen. Den Rahmen stecken hierfür der rechtlich bindende Arbeits- und Gesundheitsschutz, die freiwillige, aber förderfähige betriebliche Gesundheitsförderung sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement. 

Gerade kleine Betriebe seien häufig unsicher, an welcher Stelle sie ansetzen sollten. Maria Röming: „Hierfür haben wir eine Ablaufpyramide entwickelt, aus der sich die nächsten Schritte logisch ergeben. Viele starten mit dem sprichwörtlichen Obstkorb oder dem Zuschuss für ein Fitnessstudio. Dabei steht die Ausgestaltung solcher Attraktivitätsfaktoren am Ende des Weges, der durch die richtige Schrittfolge aber umso planvoller und zielgerichteter ist.“

Betriebliches Gesundheitsmanagement im laufenden Tagesgeschäft

Als Problem für Klein- und Kleinstbetriebe erweist sich regelmäßig die Umsetzung im Tagesgeschäft, das meist Vorrang vor dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement hat. „Deshalb wurde die digitale Plattform GEQUMA entwickelt, die mit einem Analyse- und Umsetzungstool, einer branchenspezifischen Maßnahmen- und Dienstleisterdatenbank, der Durchführung von Gesundheitsmaßnahmen samt Dokumentation und weiteren Elementen den Aufwand im Betrieb auf ein Minimum reduziert“, betonte die Referentin. Wichtig: Es werden keine Lösungen von der Stange angeboten, sondern maßgeschneiderte Maßnahmen mit Rücksicht auf verfügbare Ressourcen entwickelt. „Nur so stößt das Betriebliche Gesundheitsmanagement auf die notwendige Akzeptanz bei den Mitarbeitern und ist nachhaltig“, zeigte sich Maria Röming überzeugt.

Die Probleme eines Unternehmens mit zwölf Mitarbeitern standen exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen kleine Betriebe stehen. Spannungen und Unruhe in der Belegschaft hätten zu verringerter Leistungsfähigkeit geführt. Für Weiterbildungen habe aus Sorge, später Rückstände aufarbeiten zu müssen, keinerlei Motivation bestanden. „Mit einzelnen Maßnahmen wurde versucht, einen Brand nach dem anderen zu löschen. Im Vordergrund stand dabei die Symptombekämpfung, obwohl es um grundlegende, strukturelle Probleme ging, die erst mit einem ganzheitlich angelegten Betrieblichen Gesundheitsmanagement in den Griff zu bekommen waren“, zeigte die Referentin auf. Damit die Maßnahmen auf Dauer effektiv sind, empfahl die Expertin, das Gesundheitsmanagement als kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu betrachten und anzulegen.

Die Veranstaltung „Betriebliches Gesundheitsmanagement für Kleinbetriebe“ war Teil der Webinarreihe „Guten Morgen Südwestfalen“, in der die drei südwestfälischen IHKs einmal im Monat relevante Themen für die Unternehmen aufgreifen.

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