PDF wird generiert
Bitte warten!

Nr. 009: Digitalisierung im Betrieb: KI-Potenziale heben, digitale Souveränität stärken

20. Februar 2026/ „Künstliche Intelligenz (KI) wird als Wettbewerbs- und Produktivitätsfaktor immer wichtiger. Die Technologie ist im betrieblichen Alltag angekommen. Ihre Nutzung reicht zum Teil weit über Standardanwendungen hinaus“, unterstreicht Dr. Thilo Pahl, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen. Aber viele Unternehmen seien weitgehend oder vollkommen abhängig von Technologien, Innovationen oder Dienstleistungen aus Nicht-EU-Ländern. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Ergebnissen der aktuellen Digitalisierungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter knapp 4.500 befragten Betrieben. Die an der Erhebung beteiligten Firmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe äußerten sich in diesem Punkt ähnlich wie der Bundesdurchschnitt.

„Diese Abhängigkeit ist eine Gefahr für die digitale Souveränität“, betont Dr. Thilo Pahl. Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Verschiebungen bestehe hier dringender Handlungsbedarf.  Wichtig seien vor allem bessere Rahmenbedingungen. Speziell für die KI und Datennutzung brauche es einen praxisnahen und konsistenten Rechtsrahmen, damit Unternehmen KI-Technologien effizient einsetzen können und ausreichenden Handlungsfreiraum bekommen.

41 % der Unternehmen, die KI einsetzen, stufen den Einfluss auf ihre Produktivität trotz aller Herausforderungen schon jetzt als hoch ein. Damit gewinnt KI an strategischer Bedeutung. Doch für den flächendeckend erfolgreichen Einsatz von KI ist ein entsprechender „digitaler Reifegrad“ nötig. „Genau darin liegen große Herausforderungen“, verdeutlicht Joschka Knipp, Leiter des IHK-Referats Technologie, Energie, Umwelt: „Hier geht es nicht nur um rechtliche Fragen und die Komplexität der Digitalisierung. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen ist allein schon der Faktor Zeit ein echter Engpass.“

Hinzu kämen in vielen Fällen ein Mangel an IT-Fachpersonal, knappe finanzielle Ressourcen sowie mitunter auch eine fehlende Akzeptanz und Weiterbildungsbereitschaft innerhalb des Unternehmens. Die IHK Siegen möchte ihre Mitgliedsbetriebe sensibilisieren. „KI zu nutzen, bedeutet nicht automatisch, große Summen in die Hand nehmen zu müssen“, erläutert Joschka Knipp. Die Technologie biete ein breites Spektrum an Möglichkeiten und Einsatzperspektiven. Diese reichten bei textorientierten Modellen von der Erstellung von Produkttexten, der Anfertigung und dem Management von E-Mails und Gesprächsnotizen über die Fertigung von Produkt- und Kampagnenbildern bis zur Gewinnung von Werbevideos unmittelbar aus Texten. Auch im Bereich Machine Learning könne der Einsatz von KI erheblichen Nutzen stiften, wie es beim autonomen Fahren, der automatisierten Qualitätsprüfung, dem Supply-Chain-Management oder im Bereich Forschung und Entwicklung der Fall sei.  

„Umso wichtiger ist eine unternehmensspezifische strategische Grundlage. Es müssen klare Ziele definiert werden, die mit der Einführung von KI zu erreichen sind. Sämtliche betriebliche Prozesse können und sollten auf den möglichen Einsatz von KI-Tools überprüft werden“, betont Joschka Knipp. Im Fokus müsse immer die Frage stehen, inwiefern KI dem Unternehmen einen betriebswirtschaftlichen Mehrwert liefert.

Um Orientierung zu bieten, hat die IHK Siegen die Veranstaltungsreihe „KI-Insights“ ins Leben gerufen. Experten geben den Teilnehmern hier wertvolle Tipps zur betrieblichen Umsetzung. Der nächste Termin aus dieser Reihe steht am 25. Februar um 14 Uhr auf dem Programm. Referent Niclas Hoffmann wird in der Onlineveranstaltung darauf eingehen, wie KI-Agenten in kleinen und mittleren Unternehmen Routineaufgaben automatisieren können. Zur Anmeldung: events.ihk-siegen.de/termine/1859/.

Seiten-ID: 4972

Seiten-ID4972

Ansprechpartner

Joschka Knipp

Tel: 0271 3302 264
Fax: 0271 3302 400
E-Mail

Zum Seitenanfang springen