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Nr. 021: Vom Dach bis zur Direktleitung: IHK-Webinar zeigt Chancen zu Erneuerbaren Energien für Unternehmen

24. März 2026/ „Viele denken, ihre Dachflächen seien ungeeignet – aber in den meisten Fällen finden wir Lösungen.“ Ralf Womelsdorf von der Dörnbach Energie GmbH machte den Teilnehmern des IHK-Webinars „Erneuerbare Energien: von der Stromerzeugung bis zum dynamischen Stromtarif“ Mut. In einem praxisnahen Überblick über moderne erneuerbare Energiesysteme zeigte der Experte, wie vielfältig und wirtschaftlich tragfähig Photovoltaik, Batteriespeicher und Windkraft heute eingesetzt werden können – vorausgesetzt, Planung und Analyse stimmen.

Ein entscheidender Faktor: die richtige Auslegung von Photovoltaikanlagen. Die Lastganganalyse sei ein zentraler Schritt, um tatsächliche Verbrauchsprofile eines Unternehmens zu verstehen. Nur wer wisse, wie viel Strom im Ein- oder Dreischichtbetrieb anfalle, könne die Größe und Ausrichtung einer Anlage sinnvoll bestimmen, betonte Ralf Womelsdorf. Auch die Simulation künftiger Entwicklungen – etwa neue Maschinen, Ladeinfrastruktur oder Wärmepumpen – spiele eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus nahm der Referent ausführlich statische Anforderungen, Brandschutz und Versicherungsfragen unter die Lupe. Unsachgemäße Kabelführung oder fehlende Sicherheitsabstände könnten Risiken erzeugen, die später teuer zu stehen kommen. Bei größeren Anlagen seien zusätzlich Blitzschutzmaßnahmen und die Einhaltung der VdS-Richtlinien zu berücksichtigen. Grundsätzlich gelte: Je solider die technische Vorplanung, desto stabiler die langfristige Wirtschaftlichkeit.

Batteriespeicher: Flexibilität durch intelligente Nutzung

Moderne Batteriesysteme ermöglichen es nicht nur, den selbst produzierten Strom einfach zu nutzen, sondern ermöglichen auch „Peak Shaving“, also das Glätten von Lastspitzen, was Netzentgelte spürbar senken kann. Gleichzeitig eröffnen Speicher – abhängig von ihrer Dimensionierung – neue Spielräume: etwa die Nutzung dynamischer Stromtarife oder die Einbindung externer Wetterdaten. Allerdings sei die Wirtschaftlichkeit stark abhängig von Anlagengröße, Lastprofil und technischer Infrastruktur, unterstrich Ralf Womelsdorf: „Speicher müssen wirtschaftlich betrieben werden und sind am Ende nur dann sinnvoll, wenn ihre Kapazitäten zum Verbrauchsverhalten passen.“ Unternehmen seien daher gut beraten, simulationsgestützte Berechnungen einzusetzen.

Einen roten Faden des Webinars bildete die zunehmende Vernetzung von Strom, Wärme, Mobilität und Produktion: Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und Energiemanagementsysteme wirkten heute zusammen – und genau darin lägen große Optimierungspotenziale, hob Ralf Womelsdorf hervor. „Alleine Photovoltaik zu denken, greift heute zu kurz.“ Die Zukunft liege in ganzheitlichen Energie- und Steuerungskonzepten, die Prozesse dynamisch und intelligent vernetzten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Thema Windkraft. Die Region verfüge aufgrund ihrer Höhenlagen und aktuell entstehenden Vorrangflächen über erhebliches Potenzial. Unternehmen könnten von Beteiligungsmodellen oder der direkten Zuleitung innerhalb eines Radius von 4,5 Kilometern profitieren. Solche Modelle ermöglichten besonders günstige Strompreise, da keine Netzentgelte oder Umlagen anfielen. Allerdings verwies der Referent auch auf Herausforderungen wie Artenschutz, aufwendige Logistik oder Bürgerakzeptanz. Ralf Womelsdorf: „Trotzdem bleibt Windkraft für viele Unternehmen eine ernstzunehmende Option, um langfristig planbare Energiekosten zu sichern!“

Große Chancen böte vor allem eine strategische Planung. Unternehmen stünden heute zahlreiche wirtschaftlich attraktive Wege offen, erneuerbare Energien sinnvoll einzusetzen. Ob PV-Anlage, Speicher, Windkraft oder integrierte Energiesteuerung: „Wer sich frühzeitig mit den eigenen Lastprofilen, technischen Möglichkeiten und regionalen Bedingungen auseinandersetzt, kann Kosten senken und die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken.“

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