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Nr. 033: Künstliche Intelligenz im betrieblichen Einsatz: Daten, Sicherheit und die erfolgreiche Transformation

11. Mai 2026/ „Künstliche Intelligenz wird nicht die Industrie ersetzen. Sie wird aber darüber entscheiden, welche Unternehmen in Zukunft erfolgreich sind“, verdeutlichte Prof. Dr. Thomas Heupel (FOM Hochschule für Oekonomie & Management) den rund 70 Teilnehmern der Informationsveranstaltung „KI in der Industrie – Daten, Sicherheit, Transformation“ im Campus Buschhütten. Seine Botschaft: „Es ist wichtig, dass wir nicht nur über die Möglichkeiten von KI sprechen, sondern vor allem über die Umsetzung.“

Dafür bot das von der IHK Siegen organisierte Event mit Fachvorträgen und persönlichem Austausch den passenden Rahmen. Wie wichtig es ist, „vom Reden ins Machen“ zu kommen, unterstrich Julius Beyer von der ifm statmath GmbH (Siegen). Er betonte, die Zukunft der Industrie liege in der erfolgreichen Integration von KI-Technologien, die nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch den Workflow transformieren können. Es gehe um die erfolgreiche Integration von KI in industrielle Prozesse. Dabei sei der Fokus auf die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette zu richten, indem bestehende Systeme konsolidiert und Datensilos durch standardisierte Protokolle aufgebrochen werden. KI-Technologien wie Machine Learning und Generative AI würden genutzt, um Herausforderungen wie Wartung, Prozessoptimierung und Energieüberwachung zu bewältigen und so echten Geschäftswert zu schaffen. Abschließend präsentierte Julius Beyer vor diesem Hintergrund eine modulare Softwarelösung zur Digitalisierung von Produktionsanlagen. Anhand von Praxisbeispielen aus der industriellen Fertigung veranschaulichte er die theoretischen Grundlagen.

Strukturierung von Unternehmensdaten mit KI

Einen limitierenden Faktor, der viele Betriebe auf dem Weg der Transformation behindere, griff Niklas Wölfl, einer der Gründer der ebenfalls in Siegen ansässigen AutomatIQ Synergies GmbH, auf: „80 bis 90 % der Unternehmensdaten liegen unstrukturiert vor, also in Dokumenten, E-Mails, PDFs, Bildern, Scans oder Freitexten.“ Diese gelte es in nutzbare Daten umzuwandeln. Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern hat Niklas Wölfl eine KI-gestützte Software entwickelt, die technische Daten automatisch liest, prüft und verarbeitet. Die Lösungen werden in bestehende Systeme eingebunden. Prozesse laufen dadurch durchgängig digital und automatisiert. Das Ziel: Fehler minimieren, Zeit sparen, Effizienz steigern und mehr Transparenz schaffen.

Daniel Bitzer (ifm group) sensibilisierte die Zuhörer für das Thema Cybersecurity – und besonders für die gravierenden Sicherheitsprobleme, die mit dem ungeordneten Einsatz von KI einhergehen können. Es sei wichtig, KI-Agenten zentral zu steuern, sicher zu testen und nur in kontrollierten Betriebsmodellen einzusetzen. „Ohne Governance entsteht Wildwuchs statt kontrollierter Innovation“, machte der Referent klar. Zum Abschluss der Fachveranstaltung begrüßte Moderator Patrick Kohlberger (IHK Siegen) mit Till Saßmannshausen (FERCHAU?Management?GmbH, Gummersbach) einen Experten, der KI aus einer gänzlich anderen Perspektive betrachtete. Der Wirtschaftsingenieur und Wirtschaftspsychologe ordnete die Thematik betriebsstrukturell ein. Es handle sich um einen „Balanceakt für Mensch und Organisation. Sozio-technische Systeme entwickle ich ganzheitlich so, dass sie Menschen funktional von monotonen Aufgaben entlasten und gleichzeitig zu emotionaler Zufriedenheit führen.“ Sein Ansatz ist ein organisationsweites Transformationsmodell, das Strategie, IT, Prozesse und Akteure miteinander verbindet. Den Zuhörern gab Till Saßmannshausen schließlich noch einen Ratschlag mit auf den Weg: „Verlieren Sie trotz oder gerade wegen der fortschreitenden Technologie nie das eigene kritische Denken.“

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