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Nr. 047: KI verändert die berufliche Bildung grundlegend: Dr. Oliver Nahm zeigt in IHK-Webinar Chancen und Fallstricke auf

30. Juni 2026/ „KI erfüllt nicht den Hype, den es hat, aber es ist trotzdem ein wertvolles Werkzeug.“ Mit dieser Einordnung eröffnete Dr. Oliver Nahm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seinen Vortrag zum Thema „KI in der beruflichen Bildung“. Die Veranstaltung fand im Rahmen der gemeinsamen Webinarreihe „Guten Morgen Südwestfalen“ der Industrie- und Handelskammern aus Siegen, Arnsberg und Hagen statt.

Künstliche Intelligenz wird die berufliche Bildung nachhaltig prägen und stellt Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie vielfältige Chancen: Insbesondere die Individualisierung von Lernprozessen sowie Effizienzgewinne im Ausbildungsalltag hob Dr. Nahm als zentrale Potenziale hervor. KI kann Ausbilder unterstützen, indem sie Lernmaterialien erstellt, Inhalte an unterschiedliche Leistungsniveaus anpasst oder als dialogbasierter Lernbegleiter fungiert. Auch praxisnahe Anwendungen wie simulierte Kundengespräche oder Prüfungsübungen lassen sich mit einfachen Mitteln umsetzen.

Gerade für Betriebe in Südwestfalen liegt hier ein großer Hebel. Die Integration digitaler Werkzeuge kann dazu beitragen, Ausbildung attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. „Das heißt, es ist immer eine Kombination“, betonte der Referent. Entscheidend bleibe das Zusammenspiel von menschlicher Betreuung und technologischer Unterstützung, um nachhaltige Lernerfolge zu erzielen.

Neben den Chancen machte Dr. Nahm auch auf wesentliche Risiken aufmerksam. Da KI-Systeme nicht immer verlässlich arbeiteten, könnten fehlerhafte oder irreführende Ergebnisse entstehen. Besonders kritisch sei der mögliche Verlust zentraler Kompetenzen – von Fachwissen über kritisches Denken bis zu Kommunikationsfähigkeit. Auch die zunehmende Verbreitung von Desinformation und KI-generierten Inhalten erfordere eine gestärkte Medienkompetenz bei Auszubildenden und Ausbildern.

Für die betriebliche Praxis empfiehlt der Experte einen niederschwelligen Einstieg. Schon kleine Anwendungen – etwa bei der Ideenfindung, der Strukturierung von Ausbildungsinhalten oder als Reflexionspartner im Arbeitsalltag – könnten spürbare Entlastung schaffen. Wichtig sei ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit den Systemen. „Man kann sich unterstützen lassen, aber am Ende muss man immer die Verantwortung übernehmen, die Fehler liegen in der DNA der Technologie.“

Die IHK Siegen sieht eine wichtige Aufgabe darin, Unternehmen dabei zu unterstützen, die Potenziale von KI sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig die Qualität der Ausbildung zu sichern. Eine Aufzeichnung des Vortrags ist in Kürze auf der Webinarseite von „Guten Morgen Südwestfalen“ verfügbar.

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Ansprechpartner

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Tel: 0271 3302 264
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