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Nr. 048: IHK-Wirtschaftsgespräch in Neunkirchen: Verkehrsthemen und Gemeindefinanzen in der Diskussion bei PWS

1. Juli 2026/ „Wirtschaftsförderung ist mehr als die Bereitstellung von Gewerbeflächen“, betonte Neunkirchens Bürgermeister Marco Schwunk vor rund 40 Unternehmensvertretern bei der Presswerk Struthütten GmbH (PWS). Anlass war das dortige kommunale Wirtschaftsgespräch der IHK Siegen. Marco Schwunk stellte die Entwicklung der Gemeinde in den Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, die IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl zuvor skizziert hatte. Unternehmen seien mit hohen Energie- und Rohstoffkosten, Fachkräftemangel, internationalen Krisen sowie den Anforderungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit konfrontiert, unterstrich der Bürgermeister. Hinzu kämen langwierige Planungs- und Genehmigungsprozesse, die auch die Kommune belasteten. Die Gemeinde sehe ihre Aufgabe darin, trotz begrenzter Einflussmöglichkeiten verlässliche Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft zu schaffen und als verlässlicher Partner aufzutreten.

Obwohl Neunkirchen als flächenkleinste Kommune des Kreises nur noch begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten habe, sei es gelungen, zusätzliche Gewerbeflächen auszuweisen. Entscheidend seien jedoch der kontinuierliche Dialog, regelmäßige Betriebsbesuche, Wirtschaftsforen und Netzwerkevents wie der Neujahrsempfang. Das Ziel: Probleme frühzeitig erkennen, gemeinsam Lösungen entwickeln und den Austausch innerhalb der örtlichen Wirtschaft fördern. Ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort setze zugleich einen attraktiven Lebensstandort voraus. Deshalb investiere die Gemeinde in Schulen, Kinderbetreuung, Mobilität, Glasfaserausbau, Klimaschutz und die Entwicklung der Ortsteile. Die derzeitige Umgestaltung der Ortsmitte von Neunkirchen bezeichnete Schwunk als ein „Jahrhundertprojekt“. Gute Wohn- und Lebensbedingungen seien wichtig, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig an die Region zu binden. „Am Ende profitieren die Unternehmen dort, wo Menschen gerne leben – und Menschen leben dort gerne, wo die Rahmenbedingungen stimmen!“

Verkehrsprobleme machen Menschen und Betrieben zu schaffen

Ausführlich ging der Bürgermeister auf die Verkehrsprobleme der vergangenen Wochen ein. Die Baustellensituation habe Unternehmen, Beschäftigte und Bürger stark belastet. „Wir müssen und wollen hier noch besser werden – insbesondere, was die frühzeitige Kommunikation angeht“, räumte der Bürgermeister ein. Bevölkerung und Betriebe seien nicht rechtzeitig genug über die Auswirkungen informiert worden. Hier werde man die Informationspolitik verbessern. Gleichzeitig machte Marco Schwunk deutlich, dass die Baustellen langfristig mit den zuständigen Behörden abgestimmt gewesen seien und ein Baustopp nach Beginn der Arbeiten wegen hoher Vertragsstrafen praktisch ausgeschlossen gewesen sei. Im engen Austausch mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW sei es gleichwohl gelungen, einzelne Sperrungen früher als geplant aufzuheben und damit die Situation zu entschärfen. Auch bei der überregionalen Verkehrsanbindung gab es wenig erfreuliche Nachrichten: Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Langer berichtete über die Situation an der maroden Wiehltalbrücke (A4), wo bereits in diesem Sommer überladene Lkw von der A4 auf das umliegende Straßennetz abgeleitet werden sollen. Mit dem Ersatzneubau der Brücke sei erst in den 30er Jahren zu rechnen.

Großen Raum nahm in der anschließenden Diskussion die stellenweise unzureichende Mobilfunkabdeckung im Gemeindegebiet, etwa in Wiederstein, ein. Bürgermeister Schwunk: „Ein neuer Mobilfunkmast ist geplant. Zwar haben wir hier keinen unmittelbaren Hebel, aber: Wo wir können, sind wir Antreiber!“ Der geförderte und eigenwirtschaftliche Ausbau des Giganetzes schreite zunehmend voran. Mit Blick auf die Zukunft der Gemeindefinanzen zeigte der Bürgermeister einschneidende Folgen auf, sollte die Kommune in spätestens zwei Jahren nicht mehr auf die Ausgleichsrücklage zurückgreifen können und die Haushaltssicherung drohen.

PWS: In vierter Generation erfolgreich

Bereits zu Beginn des Wirtschaftsgesprächs hatte PWS-Geschäftsführer Daniel Jud die Entwicklung seines Unternehmens vorgestellt. Der Familienbetrieb wurde 1939 gegründet und wird heute in vierter Generation geführt. Nach einschneidenden Ereignissen wie dem Brand eines Werks im Jahr 2016 investierte PWS konsequent in den Wiederaufbau, moderne Fertigung und Automation. Das Unternehmen beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter und setzt zunehmend auf Robotik, um trotz des Fachkräftemangels wettbewerbsfähig zu bleiben. Neben der klassischen Umformtechnik entwickelte sich PWS zu einem Spezialisten für Schweiß-, Klebe- und Fügetechnik. Strategisch verlagerte der Betrieb seinen Schwerpunkt von Edelstahl auf Aluminium und fertigt heute komplexe Bauteile für Elektrofahrzeuge namhafter Automobilhersteller. Mit hohen Investitionen in neue Produktionsanlagen und Standorte sieht sich PWS für künftiges Wachstum und die Transformation der Automobilindustrie gut aufgestellt.

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Ansprechpartner

Dr. Thilo Pahl

Tel: 0271 3302 300
Fax: 0271 3302 400
E-Mail

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