PDF wird generiert
Bitte warten!

Nr. 052: Industrie bleibt Rückgrat Südwestfalens - Strukturkrise belastet Beschäftigungsentwicklung: IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen veröffentlichen „Südwestfalen in Zahlen“

17. Juli 2026/ „Südwestfalen bleibt eine starke Industrieregion“, kommentiert Stephan Häger, Referatsleiter der Industrie- und Handelskammer Siegen, die achte Auflage der von den südwestfälischen IHKs gemeinsam erarbeiteten Broschüre „Südwestfalen in Zahlen“. Mit einem Beschäftigtenanteil von 42 % bleibt das produzierende Gewerbe weiterhin der größte Wirtschaftsbereich der Region und hat damit einen deutlich höheren Stellenwert als in Deutschland (26 %) und Nordrhein-Westfalen (25 %).

Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen aber auch, dass sich die wirtschaftliche Struktur Südwestfalens weiter verändert. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2015 und 2025 zwar insgesamt um rund 41.000 Personen bzw. 8 %. Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen (+15 %) und Deutschland (+13 %) fiel das Beschäftigungswachstum jedoch schwächer aus. Maßgeblich getragen wurde die Entwicklung von den Dienstleistungsbranchen. In den Bereichen „Sonstige Dienstleistungen“ sowie „Handel, Gastgewerbe und Verkehr“ entstanden innerhalb von zehn Jahren zusammen mehr als 43.500 zusätzliche Arbeitsplätze.

Im produzierenden Gewerbe setzte sich dagegen der Beschäftigungsrückgang fort. Mit knapp 236.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnete der Wirtschaftszweig 2025 den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Beschäftigten um rund 5.000 zurück. Stephan Häger: „Das produzierende Gewerbe prägt Südwestfalen weiterhin in besonderem Maße. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass sich insbesondere die Industrie seit mehreren Jahren im Krisenmodus befindet. Die anhaltende Konjunktur- und Strukturkrise macht sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.“

Auslandsgeschäft wichtiger Faktor

Beim Industrieumsatz ergibt sich allerdings ein differenziertes Bild. Nach den deutlichen Rückgängen des Vorjahres konnte der Umsatz der Industriebetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten in Südwestfalen im Jahr 2025 leicht zulegen. In Nordrhein-Westfalen musste die Industrie hingegen einen Verlust verbuchen. Positiv entwickelte sich in Südwestfalen insbesondere das Auslandsgeschäft: Der Auslandsumsatz legte um 6 % zu, während der Inlandsumsatz um 3 % zurückging. Stephan Häger: „Das leichte Umsatzplus ist ein positives Signal, darf aber nicht überbewertet werden. Zahlreiche Unternehmen stehen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Auslandsgeschäft einzelner Branchen. Der rückläufige Inlandsumsatz zeigt, dass die wirtschaftliche Lage weiterhin angespannt bleibt.“

Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spiegeln sich auch am Arbeitsmarkt wider. Mit einer Arbeitslosenquote von 6 % liegt Südwestfalen zwar weiterhin deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 8 %. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Jahresverlauf 2025 jedoch um knapp 5 % – und damit etwas stärker als in NRW insgesamt.

Zunehmend gewinnt auch die demografische Entwicklung an Bedeutung. Während die Bevölkerungszahl in Deutschland und Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen ist, ging sie in Südwestfalen leicht zurück. Gleichzeitig ist der Anteil der über 50-Jährigen in der Region überdurchschnittlich hoch. „Die Sicherung von Fachkräften bleibt damit eine der zentralen Zukunftsaufgaben für Südwestfalen. Die demografische Entwicklung und die Transformation der Wirtschaft erhöhen den Handlungsdruck für Unternehmen und Politik gleichermaßen“, betont Stephan Häger.

Der Zahlenspiegel liefert zudem Informationen zur Bevölkerungsentwicklung, zur Kaufkraft, zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Region sowie zu Südwestfalens Weltmarktführern. „Südwestfalen in Zahlen“ ist abrufbar unter ihk-siegen.de (Seiten-ID: 3556).

 

Seiten-ID: 5085

Seiten-ID5085

Ansprechpartner

Stephan Häger

Tel: 0271 3302-315
Fax: 0271 3302400
E-Mail

Zum Seitenanfang springen