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Nr. 057: IHK-Energiewende-Barometer: Energiepolitik muss Wettbewerbsfähigkeit in Siegen-Wittgenstein und Olpe sichern

30. Juli 2026/ Die Unternehmen im Kammerbezirk der IHK Siegen spüren die Belastungen der Energiewende zunehmend in ihrer Wettbewerbsfähigkeit – und sie erwarten klare politische Weichenstellungen. Das zeigt das aktuelle Energiewende?Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). An der bundesweiten Umfrage beteiligten sich mehr als 3.000 Unternehmen, davon 627 aus Nordrhein?Westfalen und 113 aus dem hiesigen Kammerbezirk.

Jedes zweite Unternehmen (50,5 %) in der Region sieht demnach negative Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Bei 53,5 % ist der Strompreis in diesem Jahr erneut gestiegen. Zugleich stellt bundesweit unter den großen Industrieunternehmen mehr als ein Drittel Verlagerungsmaßnahmen nicht nur in Aussicht, sondern setzt sie bereits um – ein Trend, der auch für stark industrielle Regionen wie Südwestfalen ein Warnzeichen ist.

„Klimaschutz steht für die Betriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe nach wie vor auf der Agenda. Allerdings werden zunehmend Rahmenbedingungen erforderlich, die Investitionen ermöglichen und Wertschöpfung hier vor Ort halten“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl. Der Blick auf die Landesebene unterstreicht die Dringlichkeit: Der Barometerwert sank bundesweit von -8,3 auf -11,5, in Nordrhein-Westfalen jedoch sogar von -14,8 auf -18,1; in der NRW?Industrie berichten 67,5 % der Betriebe von negativen Wettbewerbswirkungen. Zudem stellt jedes dritte Unternehmen Investitionen in Kernprozesse zurück, und jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz.

Entsprechend eindeutig sind die Erwartungen an die Politik im Kammerbezirk der IHK Siegen: 81,7 % der hiesigen Unternehmen fordern eine Senkung des Strompreises, fast 70 % verlangen eine klare Strategie für den Ausbau der Energieinfrastruktur. Die heimischen Kreise gehören zu den stärksten Industrieregionen in NRW. Mit einer Exportquote von 41,4 % stehen viele Unternehmen im direkten internationalen Wettbewerb – oft gegen Standorte mit deutlich günstigeren Energiekosten. Dr. Thilo Pahl: „Am Ende muss Energiepolitik Industriearbeitsplätze und Investitionen in der Region absichern, damit die Transformation gelingen kann.“

Die Vorschläge der Wirtschaft hierzu lägen auf dem Tisch, darunter die dauerhafte Senkung der Stromkosten, der durchgreifende Abbau von Bürokratie und schnellere, digitalisierte Genehmigungsverfahren zur Beschleunigung von Investitionen sowie die wirtschaftlich attraktivere Gestaltung von Investitionen in den Klimaschutz.

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