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Nr. 059: KI-Agenten als digitale Mitarbeiter: IHK-Webinar zeigt Chancen für den Mittelstand

4. August 2026/Wie können Unternehmen künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen, ohne ihre Prozesse vollständig umkrempeln zu müssen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Webinar „KI-Agenten – Von der Idee zum Projekt“ der IHK Siegen. Referent Niclas Hoffmann zeigte auf, wie KI-Agenten bereits heute Unternehmen dabei unterstützen können, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, Wissen zu sichern und Fachkräfte gezielt zu entlasten.

Der Gründer des Unternehmens HVNH AI erläuterte den teilnehmenden Unternehmensvertretern die Funktionsweise sogenannter KI-Agenten. Dabei handelt es sich um digitale Systeme, die eigenständig definierte Aufgaben ausführen und mit verschiedenen Softwareanwendungen zusammenarbeiten können. „Es ist wie ein digitaler Mitarbeiter“, erklärte Hoffmann. Solche Agenten könnten beispielsweise Rechnungen aus verschiedenen Portalen abrufen, Daten auswerten oder Routineaufgaben in Marketing und Kundenservice übernehmen.

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigte der Referent die Einsatzmöglichkeiten auf. In der Buchhaltung können KI-Agenten Eingangsrechnungen erfassen und vorbereiten, im Kundenservice häufige Anfragen beantworten oder Tickets vorsortieren. Im Marketing unterstützen sie bei der Themenrecherche, der Content-Planung sowie der Erstellung von Beiträgen. Auch im Controlling eröffnen sich neue Möglichkeiten, etwa bei der Analyse von Unternehmensdaten oder der automatisierten Erstellung von Berichten. Darüber hinaus können KI-Agenten dazu beitragen, wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen zu sichern und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern.

Ein zentrales Thema des Vortrags war der strategische Nutzen für mittelständische Unternehmen. KI-Agenten könnten helfen, Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Hoffmann betonte: „KI-Agenten sind eigentlich ein Projekt von wenigen Wochen und nicht ein Projekt von mehreren Monaten.“ Unternehmen müssten deshalb nicht mit großen Transformationsprojekten starten, sondern könnten zunächst einzelne Anwendungsfälle erproben.

Gleichzeitig verwies der Referent auf die Bedeutung einer verantwortungsvollen Nutzung. Besonders wichtig sei das sogenannte „Human-in-the-Loop“-Prinzip.

Dabei überprüft der Mensch die Arbeitsergebnisse der KI, bevor Entscheidungen oder Aktionen freigegeben werden. „Dieses Prinzip ist wirklich enorm wichtig“, betonte der Referent. Dadurch bleibe die Kontrolle jederzeit beim Menschen und mögliche Fehler könnten minimiert werden.

Zum Einstieg empfahl Niclas Hoffmann, zunächst die größten Zeitfresser im Unternehmen zu identifizieren und mit einem überschaubaren Pilotprojekt zu beginnen. Auf dieser Grundlage könne die Nutzung von KI-Agenten Schritt für Schritt ausgebaut werden.

Deutlich wurde, dass KI-Agenten längst keine Zukunftsvision mehr sind. „Für viele mittelständische Unternehmen bieten sie bereits heute konkrete Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Entscheidend ist dabei, die Technologie gezielt einzusetzen und mit klaren Anwendungsfällen zu starten“, unterstrich Joschka Knipp, Leiter des Referats Technologie, Energie, Umwelt der IHK Siegen.

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Ansprechpartner

Joschka Knipp

Tel: 0271 3302 264
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