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Der Raumluftprofi: Endlich wieder tief Luft holen…

Text: Frank Steinseifer, Fotos: Sascha Müller-Harmsen

Ein Mensch atmet etwa 20.000 Mal pro Tag Luft ein und wieder aus. Nur rund drei Minuten könnten wir ohne Sauerstoff überleben. Während die Folgen von Schadstoffen, CO2-Belastung und Feinstaub in der Umwelt häufig zur Diskussion stehen, ist die Luftqualität in Wohnräumen, Unternehmen und Büros immer noch selten im Fokus. Forschungsergebnisse belegen aber: Raumluft ist mitunter erheblich mit Schadstoffen oder aber mit Insekten und Pollen belastet. Dies beeinträchtigt spürbar die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Für bessere Raumluft, ob im Schlafzimmer, im Hotel oder in der Produktionshalle, sorgt Stefan Braun aus Olpe. Der 42-jährige Existenzgründer ist „Der Raumluftprofi“.

Vor dem neuen Design-Hotel plätschert das Wasser, von der Zimmerterrasse geht der Blick über den Biggesee. Idylle pur. Doch immer wenn die Nacht anbricht und die Strahler die Außenfassade ins rechte Licht rücken, kommen vom nahen Gewässer auch ungebetene Gäste. Dann ist Mückenalarm, denn Licht lockt bekanntlich so manches Getier. „Wer schon mal im Süden ein einziges Stechtier in der Nacht im Schlafzimmer hatte, weiß nur zu gut, dass diese eine Mücke einem den ganzen Sommerurlaub versauen kann. Für dieses Hotel hier haben wir aber das Problem schnell und nachhaltig gelöst“, erklärt Stefan Braun, während er den korrekten Sitz des Insektenschutzgitters an der Terrassentür kontrolliert. „Der Raumluftprofi“ hat alle Seeblick-Zimmer mit maßgenauen und feinmaschigen Insektenschutztüren ausgestattet. Eine Lösung „von der Stange“ mit nur ein paar Millimetern weniger an Passgenauigkeit und die ganze Maßnahme wäre vielleicht etwas preiswerter, aber letztlich völlig wirkungslos gewesen. „Natürlich gibt es die Billigvariante. Die Lösungen, die ich anbiete, sind maßgefertigt, fachgerecht eingebaut und zu 100 % passend“, wirbt Braun für seine Handwerker- und Dienstleistungen.

Mit Insektenschutz kennt sich der Unternehmer bestens aus. Jahrelang hat er in diesem Bereich gearbeitet und sich immer weitergebildet, um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Dabei war sein beruflicher Werdegang durchaus vielfältig: Nach dem Fachabitur für Elektrotechnik und einer Ausbildung zum Energieanlagen-Elektroniker folgten eine fünfjährige Zeit als Zeitsoldat mit Auslandseinsatz im Kosovo und parallel dazu ein Fernstudium mit Abschluss als Sportlehrer für Fitness, Gymnastik und Reha-Sport. Im Anschluss an eine weitere Ausbildung zum Bürokaufmann arbeitete Braun im Personenschutz sowie als Fitness- und Personal-Trainer. Hernach führte er in Olpe eine eigene Agentur zur Abo- und Zeitungsvermittlung. Dann wechselte er für fünf Jahre in den Bereich Insektenschutz. Um beruflich voranzukommen, wagte der gebürtige Kölner vor zwei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. In einem Gründer-Pitch überzeugte Stefan Braun eine Expertenjury von seiner Unternehmensidee. Er ist nun – mit Unterstützung der IHK Siegen und ausgerüstet mit einem Gründerstipendium NRW – seit 1. Juli 2018 als „Der Raumluftprofi“ auf dem Markt. Sechsstellige Umsatzzahlen gleich im ersten Geschäftsjahr bestärken Braun in seiner Entscheidung.

Insektenschutz mit fast unsichtbaren, patentierten Geweben und Luftreinigung in Innenräumen mit Wasser führenden Reinigungsgeräten sind die zwei wesentlichen Dienstleistungsbereiche des Sauerländers, der dabei jeweils mit externen Systempartnern kooperiert. „Wir filtern zum einen die Luft von außen und zum anderen reinigen wir die Luft im Innern von Räumen“, beschreibt er. Rund 90 % seines Umsatzes entfallen derzeit noch auf den Bereich des Insektenschutzes. „Jede Einbausituation ist ein wenig anders. Vor Ort berate ich den Kunden darüber, welche Lösung die beste ist.“ Es gebe nahezu unbegrenzte Möglichkeiten – egal, ob vor Holz-, Kunststoff- oder Aluminiumfenstern, ob mit Rollladen, Jalousette oder Einbruchgitter, ob Türen, große Tore oder Lichtschächte. Bestellt und auf Maß gefertigt wird bei einem der bundesweit führenden Hersteller von Insektenschutz-, Pollenschutz- und Lichtschachtgittern. Stefan Braun: „Beratung, Aufmessen, fachgerechte Montage und Wartung: Bei uns bekommen die Kunden alles aus einer Hand.“

Insektenschutz mittels Gittern und Geweben ist nicht nur Schutz vor Fliegen, Wespen und Stechmücken. Auch deren unliebsames Gelege sowie gar Vögel und Nagetiere kann man vom Eindringen in Räume abhalten. Vor allem für Bäckereien, Metzgereien, Hotels, Küchen und Arztpraxen, aber auch für alle Unternehmen, die eine saubere und insektenfreie Lagerhaltung für ihre Produkte benötigen, ist ein spezialisierter Insektenschutz nicht nur unabdingbar, sondern oft sogar existenziell. So installierte „Der Raumluftprofi“ kürzlich bei einer Großbäckerei am Eingang zur Lagerhalle ein elektronisch gesteuertes, fünf Meter breites und vier Meter hohes Insektenschutz-Sektionaltor. Braun: „Ein Hallentor ist ja oft geöffnet. Da bedarf es einer Sonderanfertigung mit schnellem Schließmechanismus. Eine solche Industrielösung können wir sogar bundesweit anbieten.“ Derartige maßgefertigte Insektenschutz-Konzepte mittels Mikro-Gewebe sind nicht nur wartungsarm und langlebig. Sie haben in der Schädlingsabwehr noch einen weiteren großen Vorteil: Den Einsatz der „chemischen Keule“ machen sie völlig überflüssig.

„Der Raumluftprofi“ kümmert sich aber nicht nur um die Insektenabwehr von außen, sondern auch um die Luftreinigung in Innenräumen. Nur wenige Bundesbürger – lediglich 4 % – glauben, dass die Luftqualität in ihrer Wohnung schlecht sei. Ein mitunter folgenreicher Irrtum. Neue Forschungsresultate zeigen, dass die Luft in den meisten Wohnungen oft bis zu 50 Mal giftiger ist als an viel befahrenen Straßenkreuzungen in Großstädten. Die Raumluft ist belastet durch formaldehydhaltige Möbel, Sprays und Kosmetika, Haustiere, Hausstaub, verwendete Farben und Lacke in der Innenarchitektur, alte Matratzen sowie Reinigungs- und Lösungsmittel. Allergien, Atembeschwerden, Augenbrennen, Kopfschmerzen und unerklärliche Müdigkeit können die Folge sein. Wer nun glaubt, dem Problem einfach mit dem Staubsauger zu Leibe rücken zu können, irrt. Der Schmutz, den man vom Boden aufsaugt, wirbelt oft als feiner Staub wieder heraus. Der Mensch atmet ihn ein. Lüften allein genügt auch nicht, um die Schadstoffbelastung in Wohnräumen deutlich zu verringern. Gerade die perfekte Wärmeisolierung in modernen Niedrigenergieha?usern führt zu einem verminderten Luftaustausch und fördert so die Vermehrung von Milben und Schimmelpilzen. Schlechte Büroluft kann Allergien auslösen, bei Mitarbeitern zu unkonzentriertem Arbeiten und sogar zu Krankheiten führen.

Stefan Braun verdeutlicht: „Alle reden über die Luft draußen. Um die Schadstoffe, Umweltgifte, Pollen und Milben in unserer Raumluft machen wir uns sehr oft keinerlei Gedanken. Dabei haben die Menschen ein immer schlechter funktionierendes Immunsystem und die Widerstandsfähigkeit hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen.“ Ob in Wohn- oder Geschäftsräumen: Es sei nötig, sich wieder mehr um die Qualität der Atemluft zu kümmern. Nach Ansicht des Olper Unternehmers ist der klassische Staubsauger, der den Schmutz nur aufwirbelt und dann in der Abluft samt Milben und Schimmelpilzen wieder im Raum verteilt, zur Reinigung nicht nur ungeeignet, sondern meist auch die Ursache der schadstoffbelasteten Luft. „Der Raumluftprofi“ setzt hier auf das Prinzip der Natur, wo sich die Luft durch Regen, Schnee, Nebel und Tau, also mithilfe von Wasser, meist selbst reinigt. Zum Einsatz kommt ein spezielles Luft- und Reinigungsgerät, das dazu dient, die Luft mittels Wasser reinzuwaschen. Es reinigt die Raumluft durch Zentrifugalbeschleunigung. Dabei bindet Wasser die Schmutzteilchen, sodass sie nicht mehr in die Raumluft geraten. Mit diesem System lässt sich aber nicht nur die Atemluft verbessern, sondern auch die Ursache für die schadstoffhaltige Raumluft beseitigen. „Mit dem Wasser-Staubsauger kann man überdies Teppiche, Böden, Polster und Matratzen problemlos reinigen. Auch Pollen oder Gase wie Formaldehyd kann man so wirksam aus der Luft entfernen“, erklärt Stefan Braun. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Nebeneffekt: Ätherische Öle tragen dazu bei, das seelische und körperliche Wohlbefinden zu steigern. „In der Erkältungszeit und im Winter bei trockener Heizungsluft ist der Einsatz des Luftreinigers eine echte Wohltat. Ein paar Tropfen ätherischen Öls und man atmet die ganze Nacht befreit durch.“ So dient die Luftreinhaltung der Gesundheitsvorsorge und Krankheitsprophylaxe zugleich.

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