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Mittelständisch und industriestark

Wie groß ist der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen, welche Orte gehören dazu und wo sind die Zentren des Bezirks? Welche sind die Merkmale dieser Arbeitsmarktregion und was sind die Voraussetzungen für den hiesigen wirtschaftlichen Erfolg? Hier finden Sie Antworten auf diese und andere Fragen.

Die Potenziale der Region

Die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe bilden die Arbeitsmarktregion Siegen. Rund 421.000 Einwohner leben in diesem Wirtschaftsraum, der, gemessen am Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, zu den wachstumsstarken Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen gehört. Seit 1980 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 11,4 Prozent. Landesweit war die Zuwachsrate mit 7,8 Prozent deutlich geringer.

Mittelständisch und industriestark

Kennzeichnendes Merkmal der Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen, der die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe umfasst, ist die klein- und mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur. Ihr Schwerpunkt liegt im verarbeitenden Gewerbe. Der für die Region typische mittelständische Betrieb – nur rund ein Dutzend Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter – wird in der Regel nicht durch ein anonymes Management, sondern durch Eigentümer-Unternehmer geführt, die auch mit Eigenkapital für das unternehmerische Risiko haften. Daraus resultiert eine starke Bindung der Unternehmer an die Region und an das eigene Unternehmen. Diese Typisierung gilt gleichermaßen für das verarbeitende Gewerbe wie für den Dienstleistungssektor.

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Region ist die Flexibilität der vielen mittelständischen Betriebe, die Gewährung der erforderlichen Freiräume für unternehmerisches Handeln sowie eine funktionierende Infrastruktur. Diese Voraussetzungen müssen gesichert bzw. verbessert werden, um langfristig der Region Wohlstand, den Erhalt der vorhandenen Arbeitsplätze und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu garantieren.

Die Region gehört in Nordrhein-Westfalen zu den landesplanerisch als „gering verdichtet“ bzw. „ländlich“ definierten Räumen. Gegenüber den verdichteten Regionen sind diese ländlichen Räume die Gewinner der Beschäftigtenentwicklung in den zurückliegenden Jahren. Gerade sie haben einen besonders hohen Anteil industrieller Arbeitsplätze. Die industrielle Dynamik in der Region war in den letzten Jahren auch Wachstumsmotor für den produktionsorientierten Dienstleistungssektor.

Hoher Fachkräfteanteil

Ein maßgeblicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg ist u. a. der hohe Fachkräfteanteil der Region, der auf die überdurchschnittlich hohe Ausbildungsleistung der Unternehmen und die Weiterbildungswilligkeit und –fähigkeit der Mitarbeiter zurückgeht.

Rund 2398 Lehrverträge schlossen die Unternehmen in Industrie und Handel in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 ab. Das Lehrstellenjahr 2012 ist damit eines der besten im letzten Vierteljahrhundert. Der Zuwachs in der Region liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Das ist insbesondere den mittelständischen Unternehmen zu verdanken.

Fachkräfte rekrutieren die Unternehmen jedoch nicht nur über die Erstausbildung. Auch eine leistungsfähige Fortbildungs-Infrastruktur dient diesem Ziel. Im IHK-Bezirk besteht seit Jahren ein funktionsfähiger Verbund von Weiterbildungs-Anbietern. Mehrere hundert Bildungsziele können dort realisiert werden. Die Beratungsstelle Weiterbildung bei der Wirtschaftsförderung des Kreises Siegen-Wittgenstein – KM:SI - informiert umfassend über die gesamte Angebotspalette.

Gründungsnetzwerk

Zu den Potenzialen der Region gehört ebenfalls ein starkes und leistungsfähiges Gründungsnetzwerk. Im Rahmen der Gründungsoffensive „Go!“ des Landes NRW wurde 1996 das „Regionale Netzwerk Existenzgründung“ (RENEX) eingerichtet. An dem Kooperationsverbund, der von der IHK Siegen moderiert wird, sind über 50 regionale Akteure beteiligt. Mit der Zielsetzung, die Zahl der erfolgreichen Existenzgründungen zu steigern, indem das vorhandene Gründungspotential besser ausgeschöpft wird, hat sich RENEX zu einer erfolgreichen Dachmarke für ein Kompetenznetzwerk entwickelt. Je nach Bedarf und Zielgruppen wird den Gründungsinteressierten ein differenziertes Informations- und Beratungsangebot unterbreitet, um damit das Risiko von Gründungsvorhaben zu minimieren und die Bestandsfähigkeit von jungen Unternehmen zu erhöhen.

Günstige geografische Lage

Vorteilhaft ist die geografische Position auch im weiteren überregionalen Umfeld. Durch die Lage zwischen den Ballungsregionen Ruhr, Köln-Düsseldorf und Rhein-Main sind im Umkreis von 150 Kilometer rund 20 Millionen Einwohner erreichbar. Auch im europäischen Wirtschaftsraum ist die Standortlage der Region günstig. Das gilt auch im Hinblick auf die Märkte in Osteuropa. Allerdings fehlt der Region immer noch eine Fernstraßenverbindung in Richtung Osten. Nach dem politischen „Aus“ für den Lückenschluss der A 4 von Olpe bis zum Hattenbacher Kreuz soll diese Aufgabe eine leistungsfähige, kreuzungsfreie Bundesstraße übernehmen, deren Realisierung aber noch aussteht.

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