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Nr. 113: Stärkere Verankerung in der Region gewünscht

17.12.2019 | „Wir müssen die Forschung stärken und die Universität noch wirksamer in der Region verankern“, zeigte Prof. Dr. Holger Burckhart das Ziel für die Weiterentwicklung der Universität Siegen in den kommenden fünf Jahren auf. Der gerade wiedergewählte Rektor der hiesigen Hochschule war Gastredner bei der Winter-Sitzung der Vollversammlung der Industrie-und Handelskammer Siegen (IHK) und begeisterte die Unternehmer mit seinen Planungen. IHK-Präsident Felix G. Hensel brachte es auf den Punkt: „Es ist ein Glück für Universität und Region, dass Sie Ihre Schaffenskraft, Ihre Ideen und Ihr Vernetzungsgeschick in eine weitere Amtszeit einbringen.“

In den vergangenen zehn Jahren hat der Philosophie-Professor einiges bewegt: Die Anzahl der Studierenden hat sich nahezu verdoppelt und beträgt rund 19.000 im Wintersemester 2019/2020. Auf dem Weg zu einer interdisziplinär ausgerichteten Forschungsuniversität stärkte der Rektor den wissenschaftlichen „Mittelbau“. Gerade die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trügen wesentlich dazu bei, die Anzahl der jährlichen Promotionen und auch die Forschungsleistung in den Arbeitsgruppen deutlich zu steigern. Dabei hätten auch die Zusammenführung der zehn Fachbereiche in zunächst vier profilbildende Fakultäten und die Einrichtung der zusätzlichen Lebenswissenschaftlichen Fakultät geholfen. Dieser Umbau in der Forschung sei die Voraussetzung dafür, dass sich mehr Studierende für Siegen entschieden. Und der Erfolg spricht für sich: „Derzeit sind mehr Forschungsprojekte genehmigt und in der Umsetzung als in den 30 Jahren zuvor zusammen“, konstatierte Professor Burckhart. Das sei auch wichtig für die Finanzierung, denn allein aus dem Grundhaushalt sei eine Weiterentwicklung der Universität kaum möglich.

Für seine letzte Amtszeit, so erläuterte der Rektor, habe er acht Handlungsfelder in den Mittelpunkt gestellt. Eines sei die weiter fokussierte Forschung mit dem Ziel, noch mehr hochkarätige Kompetenz in Siegen zu vereinen, beispielsweise auch im Rahmen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer, Max-Planck- oder Leibniz-Instituten. Dann gehe es darum, im Verbund von Gesellschaft, Wirtschaft und der Universität das universitäre Profil zu schärfen. Eine Stärke der hiesigen Hochschule ist die Qualifizierung von Lehrkräften. Diese soll weiter modernisiert werden und sich zum Beispiel an gesellschaftlichen Herausforderungen orientieren, weniger an Schulformen. Auch die Universität hat zudem mit einer Studierendenschaft zu tun, die diverser wird – eine ähnliche Herausforderung, wie sie Schulen und Unternehmen zu meistern haben. Auch hier gelte es, neue Konzepte zu entwickeln, die individueller auf die Lernenden zugeschnitten sind. Ein Ziel dieser Konzepte solle darin bestehen, die Persönlichkeitsentwicklung und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Mit diesem Baustein des lebenslangen Lernens werde die Universität ihr Profil stärken können und weitere Bausteine für die Weiterqualifizierung hinzufügen. Das hänge eng mit einem weiteren Handlungsfeld zusammen: Die Studienorientierung stelle sich neu auf, um Abbruchquoten zu verringern. Der Redner betonte, dass die geplanten baulichen Maßnahmen die inhaltliche Weiterentwicklung stützen sollen. Die beiden geplanten Standorte in der Innenstadt und auf dem Haardter Berg verdichten das Profil und verkürzen die Wege für Forschende, Lehrende und Studierende. Und nicht zuletzt gelte es, das alles mit einer ausgezeichneten Qualitätskultur zu unterlegen.

Burckhart rief dazu auf, dass sich die Unternehmen stärker an Forschungsprojekten der Universität beteiligen. „Es ist wichtig, sowohl in der Bildung als auch in der Forschung enger zusammenzuwachsen“, lautete sein eindringlicher Appell, den die Unternehmer positiv aufnahmen. Zum Teil sei dies in der Vergangenheit ja auch schon geschehen: Das Projekt „Internationaler Zweig am Städtischen Gymnasium Olpe“ zeige, dass eine enge Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft Erfolg bringe. Bereits im nächsten Jahr könnten wahrscheinlich die ersten Schülerinnen und Schüler dort in den internationalen Zweig der Oberstufe einsteigen. Das Projekt sei angebunden an die Lehrerbildung der Universität und biete interessante Forschungsgegenstände. „Es gibt uns langfristig auch die Möglichkeit, die Lehrerbildung digital weiterzuentwickeln und das auf dem digitalen Campus der Internationalen Schule umzusetzen“, unterstrich der Rektor. Hierauf hob auch IHK-Vizepräsident Walter Viegener ab: „Wir wissen, was wir Ihnen dabei zu verdanken haben.“

Der Gastredner verlor auch ein Wort über den Stand des Modellvorhabens „Medizin neu denken“ in Siegen. „Das Projekt ist überhaupt nicht gefährdet, selbst Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat bei aller berechtigten Kritik zugesagt, an der Umsetzung festhalten zu wollen. Wir sind gerade dabei, die nötigen Änderungen im Projekt umzusetzen, und gehen von einem positiven Bescheid aus.“ Für die Neu-Justierung des Projekts arbeitet die Siegener Universität eng mit der Universität Bonn und den vier Siegener Kliniken zusammen.

Die Unternehmer der Vollversammlung hat der Rektor der Universität Siegen mit seinem Vortrag überzeugt. So äußerte Dr. Theodor Gräbener, dass sich das Image der Universität sehr zum Positiven gewandelt habe. Das sei auch zum Wohl der hiesigen Unternehmer, denn diese rekrutierten einen Teil ihres Fachpersonals an dieser Universität. Burckhart griff dies noch einmal auf, um zu verdeutlichen, dass er genau deshalb versuche, internationale Standards zu erreichen und sich an diesen zu messen.

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