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Energiemodellregion Südwestfalen entwickeln

Wirtschaft überreicht Fachbeitrag zum Thema Energie im Regionalplan

Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen wird auch in Südwestfalen erhebliche Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Inanspruchnahme von Flächen haben. Die regionale Wirtschaft hat dazu ihre Anforderungen an die Regionalplanung in einem gemeinsamen „Fach­beitrag der Wirtschaft“ formuliert.

Mitgewirkt an dem Positionspapier haben die IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen, die Handwerkskammern Dortmund und Südwestfalen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Hochsauerland, Siegen-Wittgenstein, Soest und Märkischer Kreis sowie Sauerland-Tourismus und der Touristikverband Siegerland.

„Schon in der Vergangenheit ist es in unserer Region gelungen, Industrie und Natur in Einklang zu bringen. Das ist eine gute Basis: Südwestfalen hat eine hervorragende Zukunft als Industrie- und Energieregion im Grünen“. Das Schlagwort von der Energiemodellregion erhalte damit eine neue Bedeutung. Es beschreibe den Anspruch, den Zielkonflikt zwischen sicherer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen, Zukunftsfähigkeit der Industrieregion und Stärkung des Arbeits-, Lebens- und Erlebnisraums Südwestfalen beispielgebend aufzulösen.

„Bei Mobilität, Energieversorgung sowie als industrieller Zulieferer spielt das Handwerk im Rahmen der Energiewende eine große Rolle. Der Fachhandwerker verfügt auf all diesen Feldern über eine hohe Fach-, Beratungs- und Planungskompetenz“, betonte Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, die Chancen der Energiewende. Allerdings müsse es gelingen, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zu erhalten.

„Entscheidend aus Sicht des Tourismus wird das Maß der Veränderungen im Landschafts- und Ortsbild sein. Neben zunächst zu erwartenden nega­tiven Auswirkungen sind durchaus auch positive Effekte denkbar“, machte Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus e.V., deutlich. Bereiche der landschaftsbezogenen Erholung müsse die Regionalplanung von Zonen mit einer verstärkten Nutzung für die Erzeugung Erneuerbarer Energien räumlich trennen. Schutzwürdig seien vor allem die Kurorte und Heilbäder sowie die Weitwanderwege. Andererseits sei die Umweltsensi­bilität vieler Touristen deutlich gestiegen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende könne auch zu einer Modernisierung des touristischen Images beitragen.

„Ein überzeugendes Konzept für den Ausbau der regenerativen Energien in Südwestfalen bietet die Chance, sich über Tourismus und Naherholung, hinaus auch als Wirtschaftsstandort mit modernem Profil zu vermarkten und gerade für junge Fachkräfte interessant zu machen“, sagte Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Struktur­förderung im Märkischen Kreis.

Gemeinsam machten alle Wirtschaftsvertreter deutlich: Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende sei es erforderlich, in einer möglichst großräumig abgestimmten Strategie Standorte zur Nutzung Erneuerbarer Energien regionalplanerisch zu entwickeln, die sich auch tatsächlich eignen. Die Ausweisung entsprechender Standorte müsse bewusst unter regionalplanerischen Aspekten gesteuert werden. Hier eröffne sich erneut die Chance einer intensiven Zusammenarbeit über Kommunal- und Kreisgrenzen hinweg. Abzulehnen sei eine rein reagierende Strategie auf einzeln vorgetragene Investorenwünsche.

Der Regionalrat bei der Bezirksregierung hatte beschlossen, den Regio­nalplan um einen Abschnitt „Energie“ zu ergänzen. Er soll die planungs­rechtlichen Voraussetzungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien schaffen und Nutzungskonflikte bereits auf regionaler Ebene ausgleichen.

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