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Rohstoffe und Ressourceneffizienz

Eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Rohstoffversorgung sowie eine effiziente Nutzung von Ressourcen in den Betrieben sind wichtige Aspekte für eine nachhaltige Unternehmensführung.

Dazu gehört auch, dass in einer zirkulären Wirtschaft die Roh- und Werkstoffe möglichst lange im Kreislauf gehalten werden. Es gilt auch, genutzte Produkte nach ihrer Benutzung nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie als Ausgangspunkt für neue Produkte und Prozesse zu nutzen. Zu beachten gilt es auch, dass bis zu 80 Prozent der Umweltauswirkungen eines Produktes bereits in der Planungsphase festgelegt werden. Neue Ansätze im Produktdesign sind damit eine entscheidende Stellschraube, um den Lebensweg eines Produktes möglichst ressourceneffizient, umweltfreundlich und kostengünstig zu gestalten. So spielen in einer zirkulären Wirtschaft Recycling erst dann eine Rolle, wenn alle anderen Nutzungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Bei der Nutzung von Rohstoffen spielt auch die Art der Rohstoffe und deren Konfliktpotenzial eine Rolle.

Entsprechende weiterführende Themen und Informationen dazu finden Sie im Folgenden.

 

Rohstoffstrategie der Bundesregierung

Die Rohstoffstrategie der Bundesregierung (aktualisiert 2020) sichert die Versorgung der deutschen Industrie mit mineralischen und metallischen Rohstoffen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze zu erhalten. Sie basiert auf drei Säulen: der Förderung heimischer Rohstoffgewinnung, der Diversifizierung von Importen und der Stärkung von Kreislaufwirtschaft/Recycling, flankiert von Nachhaltigkeitsstandards in Lieferketten.

Die neuen technologischen Herausforderung, welche mit der rohstoffbezogenen einher gehen, stellen z.B. die Elektromobilität dar. Durch die Elektrifizierung des Antriebs wird die Nachfrage nach Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden ansteigen, weshalb die sichere und ausreichende Versorgung mit diesen Rohstoffen sichergestellt werden sollte.

Besonderer Fokus liegt daher auf Rohstoffen für Hochtechnologie (Batterien, Halbleiter, Energiewende), auch im Kontext des europäischen Critical Raw Materials Act.

Anlaufstelle für die deutsche Wirtschaft ist die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) als das rohstoffwirtschaftliche Kompetenzzentrum und die zentrale Informations- und Beratungsplattform zu mineralischen und Energierohstoffen. Schwerpunktthemen sind Rohstoffverfügbarkeit und Versorgungssituation sowie Rohstoffpotenziale und Rohstoffeffizienz.

 

Konfliktmineralien

Seit dem 1. Januar 2021 ist die EU-Konfliktmineralien-Verordnung ((EU) 2017/821) in Kraft. Damit werden weitgehende Sorgfalts- bzw. Prüfpflichten entlang der Lieferkette für EU-Importeure so genannter Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erze und Gold) verbindlich, um die Finanzierung von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Konflikt- oder Hochrisikogebieten einzudämmen. 

Dies beinhaltet insbesondere auch die Offenlegungspflicht, wonach die betroffenen Unternehmen über ihre Sorgfalts- und Lieferkettenpolitik im Internet zu informieren haben. 

Ähnlich den Regularien im Dodd-Frank Act (Section 1502) orientiert sich die Verordnung an der OECD Due Diligence Guidance und verpflichtet nun auch alle EU-Importeure sicherzustellen, dass sie das in ihren Produkten enthaltene Gold, Zinn, Wolfram und Tantal von verantwortungsvollen und konfliktfreien Quellen beziehen.

Damit stehen die betroffenen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Produkte bezüglich der Verwendung von Konfliktmineralien zu prüfen und die Informationen in ihrer Lieferkette zu erheben.

Diese Unternehmen sind somit jetzt verpflichtet, ein Risikomanagement beim Rohstoffeinkauf zu unterhalten und dieses – in Deutschland – durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) überprüfen zu lassen.

Ein gemeinsames Merkblatt des DIHK und anderer Wirtschaftsverbände zeigt auf, welche Betriebe betroffen sind, welche Länder als Konflikt- und Hochrisikogebiete gelten und welche auf der "White List" stehen, auch was für Sekundärrohstoff-Importeure gilt.

So sind diese Importeure dazu verpflichtet:

  • solide Managementsysteme für die Unternehmen zu schaffen,
  • die Risiken in der Lieferkette zu ermitteln und bewerten,
  • eine Strategie für den Umgang mit den ermittelten Risiken zu entwerfen und umzusetzen,
  • Audits durch unabhängige Dritte zum Nachweis der Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Lieferkette durchzuführen,
  • jährlich über die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Lieferkette Bericht zu erstatten.

Die EU-Konflikmineralien-Verordnung enthält verschiedene Vorschriften für vorgelagerte und nachgelagerte Unternehmen. Vorgelagerte Unternehmen (Bergbauunternehmen, Rohstoffhändler, Raffinerien) müssen die verbindlichen Vorschriften zur Sorgfaltspflicht bei der Einfuhr erfüllen, da es sich hierbei um den risikoreichsten Teil der Lieferkette handelt.
Nachgelagerte Unternehmen werden in zwei Gruppen unterteilt:

  • Unternehmen, die Metallerzeugnisse einführen, müssen die verbindlichen Sorgfaltspflichtvorschriften ebenfalls einhalten.
  • Für Unternehmen, deren Tätigkeit nach der Metallerzeugung stattfindet, bestehen auf der Grundlage der Verordnung keine Verpflichtungen. Von ihnen wird aber erwartet, dass sie u.a. durch Berichterstattung bzw. bei entsprechender Unternehmensgröße durch die in der Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller Informationen vorgesehenen Instrumente transparenter machen, wie sie der Sorgfaltspflicht nachkommen.

Zu den jeweiligen Anforderungen und Pflichten aus der Verordnung stehen Informationsangebote auf DEKSOR.de, das Web-Portal „Due Diligence Ready!“ der Europäischen Kommission sowie Informationen der OECD zur Verfügung.

 

Zirkuläre Wirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft, auch als „Circular Economy” bezeichnet, ist ein Wirtschaftsmodell, das darauf abzielt, Ressourcenverbrauch und Abfall zu minimieren, indem Materialien und Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene wird an Strategien zur Förderung der Kreislaufwirtschaft gearbeitet, denn die zirkuläre Wertschöpfung wird als ökologische Notwendigkeit und zugleich als Innovationstreiber und Chance für mehr Resilienz in den Rohstofflieferketten gesehen.

Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist eine intelligente Vernetzung der einzelnen Stufen der Wertschöpfungsketten notwendig. Das bedeutet, beim Produktdesign schon an die Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit zu denken, beim Design des Geschäftsmodells auf Anreize zur Langlebigkeit zu achten und beim Recycling die Qualitätsanforderungen der Industrie zu berücksichtigen.

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Ansprechpartner

Joschka Knipp

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