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"Gerade für kleinere Händler schwer zu stemmen": Zunehmende Bürokratie Thema in IHK-Einzelhandelsausschuss
21. Juli 2026/ Um neue bürokratische Vorgaben für Händler ging es kürzlich bei der Sitzung des Einzelhandelsausschusses der IHK Siegen. Das Gremium traf sich im Garten-Center Kremer in Siegen. IHK-Handelsreferentin Sonja Riedel klärte die Ausschussmitglieder über neue Informationspflichten zu Gewährleistung und Garantien auf: „Händler müssen ihre Kunden ab dem 27. September mit vorgegebenen Labeln der EU über gesetzliche Gewährleistungsrechte und Herstellergarantien informieren.“
Im stationären Geschäft könne dies für die Gewährleistung durch ein gut sichtbares Plakat im Verkaufsraum erfolgen. „Ein Garantie-Label für ein bestimmtes Produkt ist nur nötig, wenn eine kostenfreie Herstellergarantie von mehr als zwei Jahren besteht, für die gesamte Ware gilt und der Hersteller die nötigen Informationen zur Verfügung gestellt hat“, erläuterte Sonja Riedel. Dann müsse das Garantie-Label gut sichtbar auf der Verpackung, am Produkt selbst oder am Warenregal angebracht werden.
Für den Online-Handel gelten teils abweichende Regeln. Beim Verkauf im eigenen Online-Shop oder über Plattformen wie Amazon, Ebay und Co. sei für die Gewährleistung ein gut sichtbarer Hinweis nötig. „Ein Garantie-Label muss auf der jeweiligen Produktdetailseite angezeigt werden.“ Nach Vertragsschluss müssen dem Verbraucher die Informationen auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt werden, etwa per E-Mail. Riedel verwies darauf, dass ein bloßer Verweis auf die Internetseite hier nicht ausreiche.
EmpCo-Richtlinie zu Umweltaussagen sorgt für Unmut
Alexander Kremer, Geschäftsführer des Garten-Centers, wies auf die neuen Vorgaben der EmpCo-Richtlinie hin, wonach alle Umweltaussagen eindeutig nachweisbar sein müssen. „Der Gesetzgeber möchte, dass Begriffe wie ‚nachhaltig‘ oder ‚regional‘ nicht mehr ohne konkreten Nachweis verwendet werden dürfen. Wir verstehen, was gemeint ist, allerdings weiß die Branche nicht, wie das genau umgesetzt werden soll – und der Gesetzgeber hat auf viele Fragen leider auch keine Antworten“, erklärte er. Weitere anwesende Händler äußerten ihren Unmut über die stetig zunehmende Bürokratie, mit der sie zu kämpfen haben. „Es werden immer mehr Vorgaben, die wir erfüllen müssen. Das ist gerade für kleinere Händler schwer zu stemmen“, beklagte Nicole Kost, Inhaberin eines Wein- und Spirituosen-Fachgeschäfts in Attendorn.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl zeigte Verständnis für den Unmut der Händler. Die IHK hat sich in den vergangenen Wochen gemeinsam mit betroffenen Unternehmen und dem heimischen Europaabgeordneten Dr. Peter Liese intensiv für Erleichterungen in Zusammenhang mit dieser Richtlinie eingesetzt, zum Teil mit Erfolg. „Wenn Sie negative Beispiele für die zunehmende Bürokratie haben, geben Sie sie an uns weiter, damit wir bei den Entscheidungsträgern in der Politik auf Ihre Situation aufmerksam machen können“, appellierte Dr. Pahl an die Teilnehmer.
Abschließend führte Alexander Kremer die Ausschussmitglieder durch das Garten-Center und gab Einblicke in die Entstehungsgeschichte. Das Geschäft war als fünfter Standort des Unternehmens im März 2025 eröffnet worden. Der Unternehmer berichtete, dass es von der ersten Idee eines Standorts in Siegen bis zur Eröffnung mehr als 20 Jahre gedauert habe. Kremer zeigte, welche Rolle der Leitsatz des Unternehmens „Näher an der Natur“ bei der Gestaltung und Einrichtung des Geschäfts gespielt habe. „Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt“, resümierte Ausschussvorsitzender Wolfgang Keller.
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Ansprechpartner
Sonja Riedel

Tel: 0271 3302-318
Fax: 0271 3302-400
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