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Betriebliches Mobilitätsmanagement

Die Mobilität der Beschäftigten ist für die Unternehmen eine zunehmende Herausforderung. Sie müssen den Betrieb erreichen, zwischen verschiedenen Standorten wechseln oder auch Kunden, Besucher, Dienstleister und Geschäftspartner aufsuchen. Und natürlich möchte man auch in seiner Freizeit weitrhin mobil sein und das vielfältige Freizeitangebot in der Region nutzen. Diese Berufs-, Dienst- und Freizeitstrecken erzeugen dementsprechend Verkehre, die überwiegend mit dem PKW absolviert werden. Aufgrund dieser steigenden Verkehrsdichte und den damit einhergehenden Umweltbelastungen sind veränderte Verkehrsverhalten und neue Mobilitätsangebote geboten. Dabei Unternehmen können die Verkehrsmittelwahl ihrer Beschäftigten aktiv mitgestalten: z. B. durch Einführung eines Jobtickets für den ÖPNV einführen, mit einer finanziellen Förderung beim Kauf von E-Bikes, Implementierung ein nachhaltiges Fuhrpark- und Dienstreisemanagement sowie die verstärkte Nutzung von Homeoffice und Videokonferenzen. Als Anlaufstelle und Informationsquelle steht hierfür die IHK, mit Unterstützung durch das IHK-Netzwerk "Betriebliche Mobilität NRW", gerne zur Verfügung.


IHK-Netzwerk "Betriebliche Mobilität NRW"

Das IHK-Netzwerk "Betriebliche Mobilität NRW" unterstützt im Auftrag des Verkehrsministeriums alle Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen bei der Verbreitung und Implementierung eines nachhaltigen betrieblichen Mobilitätsmanagements in der Wirtschaft. Fachberatung, Erfahrungsaustausch und Vernetzung stehen ganz oben auf dem Programm des Netzwerkbüros. Die IHK Siegen ist eine der beteiligten Schwerpunkt-IHKs in diesem Netzwerk. 


Zertifikatslehrgang "Betrieblicher Mobilitätsmanager"

Betriebliches Mobilitätsmanagement – Die Lösung für Ihr Unternehmen. Ab sofort können sich Beschäftigte in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe zum Betrieblichen Mobilitätsmanager qualifizieren. Möglich macht das ein neuer Zertifikatslehrgang der IHKs in NRW, der an unterschiedlichen Orten angeboten wird. Der Lehrgang "Betrieblicher Mobilitätsmanager (w/m/d)ist konzipiert für Mitarbeitende aus Unternehmen, beispielsweise aus den Bereichen Personal, Logistik, Fuhrparkmanagement, Energie und Facility Management. Durch die Unterstützung des Verkehrsministeriums kann die Qualifizierung aktuell für einen kleinen Eigenanteil angeboten werden. ­

Im Herbst 2022 können sich die Beschäftigten auch vor Ort zum Betrieblichen Mobilitätsmanager (w/m/d) qualifizieren lassen. Der Zertifikatslehrgang findet an sieben Tagen mit 66 Unterrrichtsstunden von September bis November 2022 in der IHK Siegen statt. Weitere Termine finden Sie auf der Seite des Netzwerkbüros.

Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl von Maßnahmen, die im Rahmen des Zertifikatslehrgangs den Teilnehmern vermittel wird.

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Kommunikation & Beratung

Wandel durch gute Kommunikation - Als Unternehmen zeigen Sie mit der Einführung des BMM, dass Sie für relevante Werte einstehen und sich als zeitgemäßer Arbeitgeber positionieren. Gute Kommunikation dient  hier nicht nur der Informationen, sondern kann vor allem motivieren. Auch lassen sich eher skeptische Mitarbeiter leichter davon überzeugen, welchen Mehrwert neue Mobilitätslösungen bringen. Nutzen Sie dieses Potential. 

ÖPNV

Die Vorteile von Busse und Bahnen (ÖPNV) gegenüber dem privaten Pkw liegen auf der Hand: keine Parkplatzsuche, kein Stau und dafür neu gewonnene Zeit. Zudem wird die Umwelt geschont. Als Unternehmen können Sie viele Anreize schaffen und die Nutzung von Bahn und ÖPNV fördern.

Zentrale Herausforderung im Bereich ÖPNV ist dabei eine attraktive und verlässliche Anbindung und Taktung, die den Bedürfnissen der Mitarbeiter entspricht - vor allem im ländlichen Bereich. Eine Mitarbeiterbefragung oder Wohnstandortanalysen können Ansatzpunkte für Optimierungsbedarf zeigen, der gemeinsam mit dem lokalen Verkehrsunternehmen und den Kommunen umgesetzt werden kann.

JobTicket Westfalen-Süd und Westfalen

Mindestens 30 % günstiger als das MonatsTicket ist das „JobTicket“ der Verkehrsgemeinschaft Westfalen Süd (VGWS), das für die Arbeitsweg- und Freizeitfahrten im gewählten Geltungsbereich oder als JobTicket Plus im Gesamtnetz des Teilraumes Westfalen-Süd gültig ist. Mit diesem Ticket können Busse und Bahnen jederzeit genutzt sowie abends und am Wochenende weitere Personen oder Fahrräder mitgenommen werden. Das JobTicket gibt es ab einer Abnahme von 20 Tickets oder als Bezugsgemeinschaft im Zusammenschlussmit anderen Unternehmen oder Dienstleistern. (VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH, 0271 3181-4010, vws-siegen.de)

Fahrrad

Das Fahrrad ist eine naheliegende Alternative zum PKW und die optimale Ergänzung zum ÖPNV. Auch wer länger pendelt kann mit dem Fahrrad gut die letzten Meter meistern. Nachweislich können durch das Fahrradfahren sogar Personalausfälle durch Krankheit reduziert werden. Dafür benötigt es Infrastruktur und passende Abstellmöglichkeiten – denn ohne nahtlose Radwege oder Schutzstreifen bleiben nur größere Umwege, die natürlich den Alltagsverkehr, z.B. auf dem Weg zur Arbeit, keine echte Alternative bieten. Und ohne geschützte und sichere Fahrradabstellanlagen und Duschmöglichkeiten für Radfahrende wird man seine Mitarbeitenden nur schlecht für einen Umstieg begeistern können. Was braucht es also, um die Fahrt an der frischen Luft attraktiv zu machen?

E-Bike-Leasing – halten Mitarbeiter fit, schonen die Umwelt und ziehen Fachkräfte an

Unternehmen können ihren Mitarbeitern ein Leasing von Fahrrädern, E-Bikes, Pedelecs, S-Pedelecs, MTBs, Rennrädern oder Trekkingrädern anbieten. Dabei stellen sie erworbene oder geleaste Fahrräder den Beschäftigten zur Verfügung, die die Raten anhand eines Gehaltsumwandlungsmodell aus ihrem monatlichen Bruttogehalt finanzieren. Es handelt sich dabei um einen geldwerten Vorteil. Die regionalen Fahrradhändler o.a. bieten den kompletten Service von der Auswahl des Rads, der Beratung bis hin zur Leasingabwicklung an.

Parkraummanagement

Fahrzeuge brauchen Abstellmöglichkeiten auf dem Betriebsgelände oder zumindest in der Nähe. Das verursacht hohe Kosten für Grundstück, Bau und Unterhalt bei den Unternehmen die damit quasi das Autofahren subventionieren. Um Parkraum effizient zu nutzen ist ein professionelles Management gefordert, was in Zeiten von Elektromobilität und notwendigen Lademöglichkeiten komplexer ist, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt. 

Fuhrparknutzung

Mit der Fuhrparkausstattung beeinflusst jedes Unternehmen auch den Verkehr auf den Straßen. Die Umorganisation eines rein autoorientierten Fuhrparks durch die Einbeziehung anderer Verkehrsmittel wie Fahrräder und Mikrofahrzeuge ist ein Hebel, um diesen nachhaltig zu gestalten. Wenn für jeden Bedarf das passende Verkehrsmittel zur Verfügung steht, ist für die Fuhrparkausstattung Flexibilität und Effizienz gegeben – und gleichzeitig werden Betriebs- und Wartungskosten gespart.

Dienstreisen

Wenn Dienstreisen getätigt werden, kann dies unterschiedliche Gründe haben. Es handelt sich um dabei um Kontaktpflege mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern sowie der Teilnahme an Veranstaltungen und Schulungen. Dienstreisen beanspruchen jedoch auch viel Zeit und verursachen hohe Kosten und Emissionen. Durch Regulation von Dienstreisen wie z.B. durch Dienstreiserichtlinien kann die Mobilität der Mitarbeitenden besser gesteuert werden.

Verkehr vermeiden

Verkehrsvermeidung von Berufs- und Pendelverkehr sowie Geschäftsreisen ist eine besonders wirksame Strategie. Insbesondere die Digitalisierung hat dafür neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet: Homeoffice, Videokonferenzen oder das gemeinsame Bearbeiten von Dateien über das Internet machen diese neuen, zeitlich und ortsunabhängige Arbeitsformen möglich, vermeiden Verkehr und steigern die Lebensqualität.

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