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REACH fordert Unternehmen weiterhin heraus

Am 1. Juni 2007 trat die REACH-Verordnung in Kraft (REACH: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe). Alle Chemikalien, auch diejenigen, die schon lange im Verkehr und am Markt sind, werden einer Risikoprüfung unterworfen, d.h. der gesamte Bestand der auf dem Markt befindlichen Stoffe von Herstellern und Händlern wird genauer geprüft.

Die EU hat mit der Chemikalienverordnung ein einheitliches System zur Registrierung („Registration“), Bewertung („Evaluation“) und Zulassung („Authorisation“) von Chemikalien geschaffen – kurz REACH genannt. Die Verordnung schließt nicht nur Chemikalien im landläufigen Sinne, sondern alle Stoffe, Zubereitungen (Farben, Lacke etc.) und Erzeugnisse (Möbel, Fahrzeuge etc.) ein. Neben den Produzenten und Importeuren von Chemikalien sind auch alle Anwender dieser Stoffe in die Ermittlung möglicher Risiken eingebunden.

Hersteller und Importeure von Stoffen müssen diese bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki registrieren, wenn sie eine bestimmte Mengenschwelle dieses Stoffes herstellen oder einführen. Handelt es sich um Zubereitungen, muss für jeden einzelnen Stoff eine Registrierung vorgenommen werden, für den die genannte Mengenschwelle überschritten ist.

Seit Ende Mai 2018 gilt die dritte Registrierungsphase für Chemikalien unter der REACH-Verordnung. Betroffene Unternehmen müssen vorregistrierte Stoffe, die in einem Mengenband von 1 bis 100 Tonnen pro Jahr hergestellt oder importiert werden, bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrieren.

Eine gute Kommunikation in der gesamten Lieferkette (Stichwort: Nachgeschaltete Anwender) ist gerade bei REACH notwendig. Dies gilt insbesondere für Stoffe und Stoffgruppen, die als "besonders besorgniserregend" eingestuft wurden (Candidate list of substances of very high concern; SVHC). Diese Stoffe werden vermutlich mittelfristig in der EU verboten.

Unternehmen sind daher gut beraten, die Kandidatenliste auf Betroffenheit zu prüfen und ggf. den Einkauf sowie die Produktion darauf anzupassen.

Laut der Europäischen Chemikalienagentur wurden im Rahmen der im Jahr 2013 beschlossenen SVHC-2020-Roadmap alle relevanten, gegenwärtig bekannten SVHCs identifiziert und in die Kandidatenliste im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH aufgenommen.

Ziel der Roadmap war nach Angaben der ECHA die Identifikation aller relevanten, gegenwärtig bekannten besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHCs) und deren Aufnahme in die Kandidatenliste bis 2020. Diese umfasst nun 211 Stoffe. Dazu weist die ECHA darauf hin, dass die nationalen Behörden zur Beurteilung zahlreicher Stoffe noch weitere Informationen benötigen.

Weitere Informationen gibt es unter den nebenstehenden Links. Zudem wurden gute Merkblätter sowie Broschüren zum Thema vom Helpdesk reach-clp-biozid der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herausgebracht und stehen als Download zur Verfügung.

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