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Nr. 021: „Licht und Schatten“: Drängende Straßenbaumaßnahmen Thema in IHK-Verkehrsausschuss

22. März 2024/ Wie komplex die Planung eines Brückenneubaus sein kann, zeigt das Beispiel der Talbrücke Rinsenau in Siegen. „Der Ersatzneubau ist nicht nur wegen seiner verkehrlichen Bedeutung eine echte Herausforderung. Die Brücke überspannt die HTS, die Sieg, die Bahnstecke Siegen-Köln und eine Hochspannungsleitung“, betonte Kevin Lass in der jüngsten Sitzung des IHK-Verkehrsausschusses. Gemeinsam mit seiner Kollegin Christina Prothmann stellte der Projektleiter vom Landesbetrieb Straßenbau.NRW den Sachstand zu drängenden Verkehrsprojekten in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe vor. Voraussichtlich in drei Jahren sollen die Bauarbeiten an der Talbrücke Rinsenau beginnen. Die vielen Auswirkungen und Betroffenheiten in diesem Bereich machen aufwendige Abstimmungen notwendig.

Zunächst werde der Brückenteil in Fahrtrichtung Autobahn neben der vorhandenen Brücke errichtet. „Geplant ist, dass der Verkehr während der Bauzeit aufrechterhalten werden kann“, erklärte Kevin Lass. Im Anschluss werde der Verkehr auf das neue Teilbauwerk verlagert, das alte Brückenbauwerk abgerissen und das Teilbauwerk in Fahrtrichtung Eiserfelder Straße erneuert. In diesem Zuge solle zudem der nach wie vor provisorische Kreisverkehr auf der Eiserfelder Straße zu einem richtigen Kreisverkehr ausgebaut werden.

Ebenfalls aufwendig gestaltet sich ein Projekt im Kreis Olpe: der Ersatzneubau der Johannesbrücke in Lennestadt-Grevenbrück im Bereich der B55/B236, den Christina Prothmann den Ausschussmitgliedern vorstellte. Aus verschiedenen Gründen musste eine Erneuerung der Brücke an ihrem bisherigen Standort verworfen werden. Sie soll künftig weiter westlich die Lenne überspannen. Insgesamt elf Bauphasen sind für das Projekt vorgesehen, das mit der Errichtung der neuen Brücke beginnt. Anschließend sind der Bau von drei Kreisverkehren zur Verbesserung des Verkehrsflusses und die Errichtung einer Brücke für den Rad- und Fußverkehr im Bereich des bisherigen Bauwerks vorgesehen. „Aufgrund der hohen verkehrlichen Bedeutung der B55 und der B236 muss der Verkehr während der gesamten Baumaßnahme gewährleistet bleiben“, betonte die Projektleiterin. „Um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, muss der Knotenpunkt der beiden Bundesstraßen zunächst instandgesetzt werden.“ Der Baubeginn für das Gesamtprojekt ist für 2026 bzw. 2027 vorgesehen.

Fortschritte beim Neubau der Ihnetalbrücke

Fortschritte machen derweil die Arbeiten für den Neubau der Ihnetalbrücke und den „Turbo-Kreisverkehr“ an der L512 bei Attendorn, die im vergangenen Jahr begonnen haben. Baulich wird keine längere Vollsperrung erforderlich werden, da die bestehende Brücke erst abgerissen wird, wenn das neue Bauwerk fertiggestellt ist. Nach derzeitiger Einschätzung werden die Arbeiten 2027 beendet sein, ab 2026 soll der neue Kreisverkehr nutzbar sein. Derzeit werden unter anderem Baugruben für die Arbeiten an der Gründung der neuen Brücke angelegt und eine Spritzbetonwand hergestellt. Immer wieder könne es zu Widrigkeiten kommen, die Bauprojekte verzögern können, so Prothmann. In diesem Fall seien es aufwendige Kampfmitteluntersuchungen und ein unerwartetes Vorkommen der Schlingnatter gewesen.

Im Verlauf der Sitzung gingen die Referenten auf weitere Verkehrsprojekte ein, darunter die Ertüchtigung der L719 (Walpersdorf-Siegquelle), der Ausbau der B508 (Ferndorf-Allenbach) und die Südumgehung Kreuztal. Nachdem hier ein notwendig gewordenes Planergänzungsverfahren zwischenzeitlich abgeschlossen wurde, steht nunmehr der abschließende Beschluss der Bezirksregierung bevor, damit Baurecht hergestellt werden kann.

„Der Überblick bietet uns Unternehmern eine wichtige Orientierung“, bedankte sich Ausschussvorsitzender Michael Kröhl (Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG) bei den Referenten. Die Informationen enthielten für ihn „Licht und Schatten“. Erfreulich sei, dass sich beim Erhalt der Straßeninfrastruktur in der Region etwas bewege. „Allerdings wurde erneut deutlich, wie schwierig und langwierig sich generell die erforderlichen Baumaßnahmen vor dem Hintergrund des Gesamtzustandes der Verkehrsinfrastruktur und der bürokratischen Vorgaben gestalten.“

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