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Nr. 003: IHK Siegen drängt auf finanzielle Entlastungen infolge der A45-Sperrung

„Die Brückensperrung auf der A45 setzt heimische Unternehmen unter Druck. Auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig entstehen Kostenbelastungen, die einige Betriebe im bestehenden Wettbewerb nicht aus eigener Kraft werden abfedern können.“ Der Präsident der IHK Siegen, Felix G. Hensel, sieht in der Entlastung der betroffenen Unternehmen auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit des hiesigen Wirtschaftsraums aufrechtzuerhalten. Gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener hat er deshalb Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes um Unterstützung gebeten. Ziel ist es, Kostennachteile für die Betriebe durch die Brückensperrung auszugleichen.

Damit rückt die IHK neben der geforderten Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung für den Ersatzneubau der gesperrten Talbrücke Rahmede einen neuen Aspekt in die öffentliche Diskussion – aus gutem Grund: Zu den unmittelbaren Auswirkungen der Vollsperrung auf der A45 gehörten schlagartig gestiegene Planungsaufwände, höhere Transportkosten, gestörte Lieferketten, Auftragsstornierungen und Probleme in den Produktionsabläufen. „Der Standort Südwestfalen erfährt gerade eine nachhaltige Schwächung, weil die öffentliche Hand in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig in Asphalt, Beton, Straßen und Brücken investierte“, erinnert Felix G. Hensel. In einem intensiven Austausch mit betroffenen Unternehmen hatte die Kammer in den letzten Tagen die logistikbezogenen Standortnachteile aufgrund der Sperrung erörtert und erste Ansätze entwickelt, wie die Kostenbelastungen ausgeglichen und auf welchen Wegen insbesondere zu zusätzlichen Transporten über die Schiene Anreize gesetzt werden könnten.

In ihren Schreiben an die Landesverkehrsministerin und den Bundesverkehrsminister bringt die IHK eine teilweise Mautbefreiung ins Gespräch. Aufgrund notwendiger Umleitungsverkehre könnte dies aus Sicht der Unternehmen bereits hilfreich sein. Um neue, intermodale Verkehrsverbindungen unter Einbindung der Ruhr-Sieg-Strecke und des Südwestfalen Container-Terminals zu schaffen, seien unterstützende finanzielle Impulse sinnvoll. Entlastungen böten sich etwa an, wenn Unternehmen nachweislich über die bestehenden hinaus zusätzliche Lkw-Verkehre auf die Schiene verlagerten. Dies gelte auch für Unternehmen, die erstmals die Schiene als Verkehrsträger nutzten. In beiden Fällen könnten finanzielle Hilfen aus Sicht der IHK dazu beitragen, die Wettbewerbssituation der Betriebe wirksam zu erhalten.

Klaus Gräbener: „Die Devise muss gerade in dieser Situation lauten: Mehr Güter auf die Schiene! Damit können die Straßenwege entlastet werden. Die schiere Anzahl der umgeleiteten Lkw- und Pkw stellt nicht nur die Geduld der Menschen im Raum Lüdenscheid auf eine harte Probe, sondern belastet nun auch die Brückenbauwerke auf den großräumigen Umleitungsstecken zusätzlich, etwa auf der A4 oder der A3, von denen viele ebenfalls bereits angezählt sind.“ Um bestehende Möglichkeiten auszuschöpfen und Unternehmen zur Verlagerung von Transporten auf die Schiene in die Lage zu versetzen, bedürfe es geeigneter Konzepte, die gemeinsam mit der Wirtschaft und der Deutschen Bahn zu erarbeiten seien. Hier setze man darauf, dass Bund und Land die Entwicklung positiv begleiteten und gemeinsam Tempo machten.

In ihren Schreiben verweisen Felix G. Hensel und Klaus Gräbener auch auf den schleppenden Ausbau der Bahnlinien in der Region. So müssten die zwischenzeitlich teilweise abgeschlossenen Planungen zum Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke schnellstmöglich in die Umsetzung gebracht werden. Auch die eingleisigen Abschnitte im Verlauf der Siegstrecke müssten kurzfristig zweigleisig ausgebaut werden. Klaus Gräbener: „Die jetzige Situation an der Strecke nach Köln geht auf nur unzureichend behobene Weltkriegsschäden zurück. Wer den Umleitungsverkehr auf der A4 Richtung Köln entlasten will, darf die Siegstrecke als Teil der Problemlösung nicht ausblenden! Wenn nicht jetzt alles für die Verkehrsentlastung auf den Straßen getan wird, wann dann?“

Die heimischen Abgeordneten wurden ebenfalls über die inhaltlichen Vorschläge informiert und gebeten, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine entsprechende Entlastung betroffener heimischer Betriebe einzusetzen.

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Ansprechpartner

Klaus Gräbener

Tel: 0271 3302-300
Fax: 0271 3302400
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