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Intrastat: Die Erfassung des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs

Mit den Intrastat-Meldungen wird der tatsächliche Warenverkehr von Gemeinschaftswaren zwischen den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union statistisch erfasst. Die aus den einzelnen Intrastat-Meldungen erstellte Intrahandelsstatistik dient dazu, aktuelle Daten über den innergemeinschaftlichen Handel Deutschlands bereitzustellen.

Wer ist zur Auskunft verpflichtet?

Vereinfacht gilt: Im Versendungsfall ist in der Regel derjenige auskunftspflichtig, der eine innergemeinschaftliche Lieferung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ausführt. Entsprechend ist im Eingangsfall grundsätzlich derjenige auskunftspflichtig, der einen innergemeinschaftlichen Erwerb im Sinne des UStG tätigt. Die Meldungen erfolgen für Versendungen und Eingänge getrennt. Jeder Auskunftspflichtige kann sich bei der Abgabe der Intrastat-Meldung durch einen Dritten, der allerdings in der EU ansässig sein muss, vertreten lassen.

Gibt es eine Bagatellgrenze für Meldungen?

Von der Meldepflicht sind in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Unternehmen befreit, deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten bzw. Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den Wert von 500.000 Euro (Versendungen) bzw. 800.000 Euro (Eingänge) im Vorjahr nicht überschritten haben. Es muss nur die Verkehrsrichtung gemeldet werden, für die die Meldeschwelle überschritten worden ist. Wird diese Wertgrenze erst im laufenden Kalenderjahr überschritten, so beginnt die Meldepflicht mit dem Monat, in dem die Schwelle überschritten wurde.

Die EU schreibt eine einheitliche Erfassungsquote je Land und Verkehrsrichtung vor, deswegen kommt es in den einzelnen Mitgliedstaaten zu unterschiedlichen Meldeschwellen. Eine Übersichtstabelle der Werte in den anderen EU-Mitgliedstaaten (Stand 2016) befindet sich am Ende dieser Veröffentlichung.

Eine Bagatellgrenze für Produkte von geringem Wert wird in der Intrastat nicht angewendet.

Wie erfolgen die Meldungen?

Die Meldungen können nur noch elektronisch abgegeben werden. Zu zahlreichen Fragestellungen hat das Statistische Bundesamt einen Leitfaden zur Intrahandelsstatistik 2017 (Ausfüllanleitung) erstellt.

Meldeschwellen Intrastat 2016

Die Meldeschwelle bedeutet, dass z. B. ein belgisches Unternehmen Intrastatversendungsmeldungen ab einem innergemeinschaftlichen Jahresumsatz von 1.000.000 Euro (Versendungen in die anderen 27 Mitgliedstaaten) abgeben muss. Eingangsmeldungen muss das belgische Unternehmen ab einem Umsatz von 1.500.000 Euro abgeben.

Mitgliedsstaat Meldeschwelle in Euro (Versendung) Meldeschwelle in Euro (Eingang)

Mitgliedsstaat
Meldeschwelle in Euro
(Versendung)
Meldeschwelle in Euro
(Eingang)
Belgien
1.000.000
1.500.000
Bulgarien
132.936
235.194
Dänemark
630.000
804.000
Deutschland
500.000
800.000
Estland
130.000
200.000
Finnland
500.000
550.000
Frankreich
460.000
460.000
Griechenland
90.000
150.000
Großbritannien
310.128
1.860.765
Irland
635.000
500.000
Italien
200.000
200.000
Kroatien
119.000
236.000
Lettland
130.000
180.000
Litauen
215.000
290.000
Luxemburg
150.000
200.000
Malta700700
Niederlande
1.200.000
1.000.000
Österreich
750.000
750.000
Polen
358.406
716.812
Portugal
250.000
350.000
Rumänien
203.473
113.040
Schweden
495.000
990.000
Slowakische Republik
400.000
200.000
Slowenien
200.000
120.000
Spanien
400.000
400.000
Tschechische Republik
320.000
320.000
Ungarn
324.675
324.675
Zypern
55.000
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