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Nr. 058: „Vermeiden - verlagern – verbessern“ - Mobilitätsmanagement für Unternehmen im urbanen Raum

23.6.2021 | „Beim Betrieblichen Mobilitätsmanagement geht es um einen Dreiklang in den Handlungsfeldern Fuhrpark, Mitarbeitermobilität und Dienstreisen: Vermeidung, Verlagerung oder Verbesserung“, leitete Knut Petersen, Bereichsleiter und Seniorberater der EcoLibro GmbH aus Troisdorf, in das Webinar „Betriebliches Mobilitätsmanagement im urbanen Raum“ der IHK Siegen ein. Gerade im urbanen Raum mit den vorherrschenden Platzproblemen sei es geboten, über ein verändertes Mobilitätsverhalten nachzudenken. Erschwert werde dies häufig auch durch langjährige gewachsene Strukturen in den Firmen. Mit der Corona-Pandemie, der Reduzierung von Dienstreisen, der Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen sowie der vermehrten Nutzung von Videokonferenzen fänden tiefgreifende Veränderungen statt. „Wir werden niemals mehr so viel reisen wie vor der Pandemie“, ist Michael Schramek, Geschäftsführender Gesellschafter und Seniorberater der EcoLibro GmbH, überzeugt. „Es gibt keine Rückkehr zur alten Routine.“

Die neu eingetretene Situation sei innovativ zu nutzen: Mit einer Fahrzeugbedarfsanalyse könne der Fuhrpark effizienter eingerichtet werden. Tageslastkurven zeigten auf, wann wirklich ein Auto benötigt werde. Mit Car-Sharing-Angeboten könnten Bedarfsspitzen finanziell günstig abgefangen werden, ohne ein weiteres Auto anzuschaffen. Für Vladimir Sizikov, SIEGENIA GRUPPE, stellte sich die Frage nach der Möglichkeit, diese Fahrbedarfe bündeln zu können. Michael Schramek klärte auf: „Es ist ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil, wenn mehrere Unternehmen sich einen Fuhrpark teilen.“

„Die konventionelle Mobilität zu verlassen, lohnt sich“, betonte Knut Petersen. „Unternehmen und Mitarbeiter können enorm Kosten einsparen!“ Klassische Maßnahmen seien die Einführung sowie die finanzielle Unterstützung des „JobTickets Westfalen-Süd“ (Arbeits- und Freizeitfahrten sowie Mitnahme weiterer Personen abends und am Wochenende) oder auch Angebote des Dienstrad-Leasings. Im Nahbereich könne der Pkw-Verkehr mit der Nutzung des ÖPNV sowie dem Umstieg auf das Fahrrad und den Fußweg reduziert werden. „Wenn der motorisierte Individualverkehr dennoch unabdingbar ist, sollte über die Antriebstechnik nachgedacht werden“, verdeutlichte Petersen. Auf einen weiteren Vorteil wies Michael Schramek hin: „Mit selbst erzeugtem Strom der eigenen Photovoltaik-Anlage wird das Tanken völlig kostenlos.“

Maßgebliche Automobilhersteller haben bereits angekündigt, schon in wenigen Jahren die Produktion von Verbrennungsfahrzeugen einzustellen. Dies wird aus Sicht von Experten absehbar zu einem Ausbau der Ladeinfrastruktur führen. Die geförderte E-Mobilität wird sich in der Folge vermehrt in der Verkehrslage und -struktur bemerkbar machen. Wenngleich die Auslastung an öffentlichen Ladesäulen im ländlichen Raum derzeit noch gering sei, wie Christoph Lütticke, Stabsstelle Zukunftsprojekte der Stadt Drolshagen, mit Blick auf die Situation in der Kommune anmerkte, könne sich dies in absehbarer Zeit ändern. Die Stadt Drolshagen mache sich gerade auf den Weg, neue Mobilitätsformen zu unterstützen – unter anderem habe sie nicht nur das Corporate Car-Sharing, also das gemeinschaftliche Nutzen der Fahrzeuge, eingeführt, sondern auch das Dienstrad-Leasing.

„Das Betriebliche Mobilitätsmanagement ist für die Unternehmen ausgesprochen interessant“, erläuterte Meike Menn, Referatsleiterin Verkehr und Mobilität der IHK Siegen, „denn es erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber, steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter und spart unter Umständen Verkehrsfläche ein, wenn Stellplätze verzichtbar werden. Auch die Mitarbeiter gewinnen: Sie verbringen weniger Lebenszeit im dichten Verkehr oder bei der Parkplatzsuche und profitieren von verringerten Mobilitätskosten.“

Die 2021 gestartete IHK-Webinar-Reihe „Berufsverkehr und Mobilität der Mitarbeiter“ wird am 1. Juli um 14:00 mit dem Thema „Betriebliches Mobilitätsmanagement im ländlichen Bereich“ fortgesetzt. Anmeldung: https://events.ihk-siegen.de/termine/760/.

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Ansprechpartner

Meike Menn

Tel: 0271 3302-319
Fax: 0271 3302400
E-Mail

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