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Nr. 006: Südumgehung ist Dreh- und Angelpunkt - Starke Verkehrsbelastung Thema bei IHK-Wirtschaftsgespräch in Kreuztal

23.01.2020 | Die Südumgehung ist für die verkehrliche Entlastung der Stadt Kreuztal der Dreh- und Angelpunkt. Daran ließ Bürgermeister Walter Kiß vor den rund 90 Teilnehmern des IHK-Wirtschaftsgespräches bei der Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG keinen Zweifel. „Verkehrsromantische Vorschläge, mit verkehrslenkenden Maßnahmen auf den bestehenden Straßen etwas zu verändern, bringen uns nicht weiter. Untersuchungen zeigen, dass die geplante Südumgehung die Verkehrslage in der Innenstadt um 20-30 % entlasten und so eine enorme Wirkung entfalten wird!“, betonte Walter Kiß. Er hoffe, dass Bauträger und Kläger in den derzeit stattfindenden Gesprächen zeitnah zu einer Verständigung kämen.

Auf die fehlende HTS-Abfahrt für Eichen wies Ferdinand Menn (Spedition Menn GmbH) hin. Mit ihr würden etliche Fahrten über die Krombacher Höhe oder die zentrale Kreuzung entfallen. Zudem seien die verengten Fahrspuren auf der Brücke zwischen Fellinghausen und Kreuztaler Zentrum sehr eng und bei nebeneinander fahrenden LKW unfallanfällig. Jürgen Hoberg (Elektrotechnik Hoberg) hob immer wieder auftretende Staus aus Fellinghausen Richtung Innenstadt hervor. Bürgermeister Kiß bestätigte, dass die Probleme bekannt seien, verwies aber darauf, dass es sich dabei um eine Bundesstraße handele und die Stadt keinen Einfluss darauf habe. Vorrang müsse bei allem Verständnis jedoch haben, Staus bis auf die Fahrbahn vor der HTS-Abfahrt Kreuztal zu vermeiden. Ansonsten entstünden hier denkbar größte Unfallgefahren. Der Druck dürfte mit Bau der Südumgehung deutlich nachlassen. Deshalb sei die „Gretchenfrage“ für fast alle aktuellen Verkehrsprobleme, wann sie in Betrieb genommen werden könne.

IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener ging auf die wirtschaftliche Entwicklung der Kindelsbergstadt ein, die insgesamt recht stabil sei. In den vergangenen Jahren habe
Kreuztal einen Beschäftigungszuwachs von 15 % erfahren. Damit liege die Stadt deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 11,5 % im selben Zeitraum. Auch beim Handel habe die Stadt punkten können: Die verfügbare Kaufkraft liege 4 % über dem Bundesdurchschnitt. „Von insgesamt verfügbaren 228 Mio. € an Gesamtkaufkraft bleiben 194 Mio. € in der Stadt. Das ist auch angesichts der wachsenden Konkurrenz durch den Onlinehandel sehr ordentlich. Immerhin macht der bundesweit mittlerweile 12 % des Gesamtumsatzes aus.“ Deshalb unterstütze die IHK den Handel immer stärker, etwa mit einer persönlichen Betreuung im Umgang mit sozialen Netzwerken oder der Entwicklung von zukunftsgerichteten Modellprojekten.

Mit Blick auf die Stadt Kreuztal dürften sich insbesondere auch vergangene Investitionen im kulturellen Bereich bezahlt machen, die wirklich beispielhaft sind. Hier sind richtige Leuchttürme entstanden“, so Klaus Gräbener. Entscheidende Impulse habe das Innenstadtentwicklungskonzept geliefert, nahm Bürgermeister Walter Kiß den Ball dankbar auf. Leitend sei für die Stadt gewesen, zeitgemäße Einzelhandelsflächen zur Verfügung zu stellen und die Aufenthaltsqualität des Zentrums zu stärken. Gemeinsam mit der Politik im Rat sei es etwa gelungen, mit Dreslers Park und der Platzierung der Bibliothek im Zentrum die Attraktivität der Innenstadt nachhaltig zu steigern und Publikumsmagnete zu schaffen: „Wo Leben in der Stadt ist, hat der Einzelhandel auch wieder Chancen!“

Die weiteren Themen reichten vom Ausbau des Breitband- und Mobilfunknetzes, der Versorgung mit Gewerbeflächen bis hin zur Situation auf dem Fachkräftemarkt. Bereits zu Beginn des Wirtschaftsgespräches hatte Axel E. Barten, IHK-Vizepräsident und Geschäftsführer der Achenbach Buschhütten Holding GmbH, die gegenwärtige Entwicklung des traditionsreichen Familienbetriebes erläutert, in dem derzeit 450 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Walzwerktechnik für die Nicht-Eisen-Industrie und für Folienschneidmaschinen für die Nicht-Eisen-Metall- und die Veredelungsindustrie. Strategisch positioniert sich Achenbach als Spezialist, als Technologieführer und als Partner seiner Kunden. Äußeres und brandaktuelles Zeichen dafür ist der Bau des Achenbach Technologiezentrums zum einen und des Campus Buschhütten auf dem Unternehmensgelände zum anderen; sein Konzept stellte Axel E. Barten in seiner Begrüßung kurz vor: In den ehemaligen Gießereihallen kommen künftig Universitätsinstitute und südwestfälische Industrieunternehmen zusammen, um in einem netzwerkartigen Kooperationsmodell zu forschen, zu lehren, zu entwickeln, zu testen, aber auch für den Markt zu produzieren.Konkret werden hier die SDSF Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH, der Lehrstuhl IPEM International Production Engineering and Management der Universität Siegen, das WZL Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen und die SLAB Smarte Lernfabrik Achenbach Buschhütten zusammenwirken. „Unter dem Leitbild ‚Wir produzieren.Zukunft.‘ wird sich der Fokus des Campus auf modernste Produktionstechnik richten, womit gleichzeitig ein ideales Umfeld für die wegweisende gewerbliche Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte von morgen entstehen wird“, erklärte Axel E. Barten.

 

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