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Nr. 100: „IHK-Blitzumfrage bei 141 Einzelhändlern, Einzelhandel erwartet zum Teil erhebliche Umsatzeinbußen durch 2G-Regelung"

08.12.2021 | „Der regionale Einzelhandel erwartet durch die bundesweite inzidenzunabhängige 2G-Regelung zum Teil erhebliche Umsatzeinbußen. Dass fast die Hälfte (45 %) der heimischen Händler diesen Schritt verhältnismäßig findet, um noch drastischere Maßnahmen zu verhindern, ist mehr als bemerkenswert. Schließlich musste der stationäre Einzelhandel bereits in der Vergangenheit erhebliche Lasten der Corona-Pandemie schultern.“ Mit diesen Worten fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener wesentliche Ergebnisse der aktuellen Blitzumfrage zur Lage des lokalen Einzelhandels zusammen, an der sich 141 Händler aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten.

Um einen erneuten flächendeckenden Lockdown in der für den Einzelhandel so bedeutenden Vorweihnachtszeit abzuwenden, stehen die Betriebe offenkundig hinter einem konsequenten Vorgehen der Bundesregierung, auch wenn es sich auf das eigene Geschäft auswirkt. Klaus Gräbener: „Dass 79 % der Handelsbetriebe die strengeren Corona-Regeln der Bund-Länder-Runde grundsätzlich für richtig halten, offenbart eine Grundhaltung gegenüber dem Staat, die leider nur selten öffentlich wahrgenommen wird und die andere gesellschaftliche Gruppen durchaus vermissen lassen.“

Wenn hierbei auch Stimmen laut würden, dass die Händler ein unzureichendes Krisenmanagement der Bundes- und Landesregierungen erneut ausbaden müssten, sei dies deshalb mehr als verständlich, so der Hauptgeschäftsführer. Auf Kritik stoßen zudem Ungleichbehandlungen. Stephan Häger, Leiter des IHK-Referats Konjunktur, Arbeitsmarkt und Statistik: „Viele verstehen nicht, wieso bei den stark frequentierten Lebensmitteleinzelhändlern die Hygienekonzepte mit Maskenpflicht ausreichen, die sonstigen Einzelhandelsgeschäfte mit zum Teil deutlich geringeren Besucherzahlen aber nur von immunisierten Personen betreten werden dürfen. Die Logik hinter dieser Regelung erschließt sich nicht.“ 

Schwierigkeiten werden insbesondere bei der Umsetzung der 2G-Regelung gesehen. Vor allem der zusätzliche Personal- und Zeitbedarf bei gleichzeitig geringeren Umsätzen ist für die Mehrheit betriebswirtschaftlich nur schwer zu stemmen.

59 % der Einzelhändler berichten, dass das Pandemiegeschehen bereits vor den strengeren Corona-Regeln negative wirtschaftliche Auswirkungen auf das Vorweihnachtsgeschäft hatte. Drei Viertel der Händler befürchten durch die 2G-Regelung nun weitere Umsatzeinbußen. Stephan Häger: „Besonders dramatisch ist die Lage beim bereits stark gebeutelten Modeeinzelhandel. In dieser innenstadtprägenden Branche rechnen 95 % mit weiteren Umsatzrückgängen. Jeder Zweite geht sogar von starken Einbußen von bis zu 50 % im Vorweihnachtsgeschäft aus. Die 2G-Regelung wird sicherlich weitere Umsatzanteile in Richtung Online-Handel verschieben, mit erheblichen Auswirkungen auf zahlreiche Innenstädte.“

Pandemiegeschehen verstärkt die Gefahr von Geschäftsaufgaben

29 % der Händler ziehen aufgrund der inzwischen vierten Corona-Welle eine Geschäftsaufgabe in Erwägung. Vor einem Jahr, während des zweiten harten Lockdowns, war dieser Wert noch um fünf Prozentpunkte niedriger. Klaus Gräbener: „Die finanzielle Belastungsgrenze ist bei vielen Händlern erreicht. Durch die andauernde Corona-Pandemie, verbunden mit Kunden- und Umsatzrückgängen steigt die Gefahr von flächendeckenden Geschäftsschließungen. Diese Entwicklung trübt die Aussicht auf die kommenden Monate.“

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Stephan Häger

Tel: 0271 3302-315
Fax: 0271 3302400
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